Es ist ein Mythos, dass die japanische Bevölkerung den Walfang und die Walfleisch-Industrie unterstützt. Eine Umfrage der japanischen Tageszeitung Asahi belegt, dass Walfleisch in Japan keineswegs Teil der herkömmlichen Ernährung ist. Nur vier Prozent der japanischen Bevölkerung essen regelmäßig Walfleisch, neun Prozent essen es selten. Dagegen haben 53 Prozent der Japaner seit ihrer Kindheit kein Walfleisch mehr gegessen, 33 Prozent überhaupt noch nie.
Walfleisch und -speck sind auch in Japan Luxus-Lebensmittel. Ein Kilogramm Walfleisch kostet im Durchschnitt zwanzig Euro, manche Stücke sogar deutlich mehr: Rohes Walfleisch bester Qualität erzielt in den Spezialitäten-Geschäften Tokyos bis zu 450 Euro pro Kilogramm.
Der schwindende Appetit der Japaner auf Walfleisch ist für die Industrie ein zunehmendes Problem. Mit PR-Offensiven soll die Öffentlichkeit überzeugt werden, dass Walfang kulturell und wirtschaftlich von großer Bedeutung für Japan sei. Dazu gehören beispielsweise Walfleisch-Angebote in Schulkantinen sowie "Wal-Burger".
Die Tatsache, dass ein Großteil der japanischen Bevölkerung kein Interesse an Walfleisch hat, ist auch der japanischen Fischereibehörde durchaus bewusst. Die Einhaltung des Moratoriums hätte dem kommerziellen Walfang längst schon ein Ende gemacht, würde die japanische Regierung die Nachfrage nach Walfleisch nicht künstlich durch alljährliche Subventionen, Kredite und die Steuerung des Marktes aufrecht erhalten.
Quelle: Greenpeace |