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Spielzeug aus PVC

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Gefahr für die Gesundheit: PVC-Spielzeug


Das österreichische Verbot von Weich-PVC-Spielzeug

Seit 1.1.1999 ist in Österreich Spielzeug für Kinder unter 3 Jahren aus Weich-PVC mit bestimmten Weichmachern, den so genannten Phthalaten, verboten. Diese Phthalate können, wenn die Kinder das Spielzeug in den Mund nehmen, chronisch leber- und nierenschädigend wirken. Außerdem stehen manche Phthalate im Verdacht, auch krebserregend zu wirken.

 

Österreich war mit dieser Verordnung das erste Land, das Weich-PVC-Spielzeug somit verboten hat. Mittlerweile gibt es auch ein unbefristetes EU-weites Verbot

 

Greenpeace kontrolliert die Einhaltung des Verbotes.

Seit Inkrafttreten des Weich-PVC-Spielzeug-Verbotes hat Greenpeace in unzähligen Geschäften die Einhaltung des Verbotes kontrolliert. Erfreulicherweise wird es mittlerweile fast lückenlos beachtet.

 

Gefahren durch Phthalat-Weichmacher und Schwermetall-Stabilisatoren

 

Viele Kinderspielsachen und andere Kinderartikel werden aus dem Chlor-Kunststoff PVC (Polyvinylchlorid) hergestellt. PVC muss, um haltbar zu sein und die für eine bestimmte Verwendung gewünschten Eigenschaften zu erzielen, mit verschiedenen Zusätzen - z. B.: Stabilisatoren und Weichmachern - versehen werden. Die am häufigsten verwendeten Weichmacher sind die Phthalate. Sie machen 82 % der ca. 2,5 Millionen Tonnen jährlich in den USA, Japan und Westeuropa verwendeten Weichmacher aus. Als Stabilisatoren werden Salze von Schwermetallen eingesetzt, z.B. von Blei.

 

Phthalate in Kinderspielzeug aus PVC

Es wurde festgestellt, dass durch Reiben an der Oberfläche von PVC-Artikeln mit Baumwolle, mit und ohne Öl, über lange Zeit DEHP aus der Oberfläche herausgelöst wird. Daher kann es auch über die Haut der Kinder, z. B. aus PVC-Höschen, Wickeltischauflagen oder PVC-Überzügen in Kinderwägen, zu einer Übertragung von Phthalaten kommen.

 

In einer Studie des dänischen Umweltbundesamtes wurde 1997 genauer untersucht, welche Phthalate in welchen Mengen aus PVC-Beißringen durch Speichel herausgelöst werden. Aus mehreren Beißringen löste sich ein Gemisch an Phthalaten, zum Teil in so großen Mengen, dass die dadurch mögliche Belastung der Babys über der von der EU als "tolerierbar" festgelegten täglichen Aufnahmemengen liegt.

 

Das niederländische Gesundheitsministerium ließ ebenfalls 1997 Beißringe, Rasseln und Tierfiguren aus PVC untersuchen. Versuche über das Herauslösen der Phthalate mit künstlichem Speichel ergaben ebenfalls hohe mögliche Belastungen für Babys und Kleinkinder, die solches Spielzeug lutschen oder kauen. Die EU-Grenzwerte für die tägliche Belastung wurden drei- bis siebenfach überschritten.

 

Greenpeace - Analysen

Der Weichmacher DINP (Diisononylphthalat) ist das in den für Greenpeace untersuchten Spielsachen am häufigsten und in den größten Mengen (bis zu 51 %) enthaltene Phthalat, gefolgt von DEHP (bis zu 36 %), DIDP (Diisodecylphthalat) (20 %) und DIOP (Diisoctylphthalat) (17%) und geringeren Mengen (unter 0,5 %), anderer Phthalate. Einige Proben enthielten mehrere Phthalate.

 

Gesundheitsgefahren durch Phthalate in Kinderspielzeug aus PVC

Babys und Kleinkinder haben noch keinen voll ausgereiften Organismus, sie sind in einem besonders empfindlichen Stadium ihrer Entwicklung und daher auch sehr empfindlich gegen schädliche Einwirkungen von Umweltgiften.

Von den in Baby- und Kleinkinderspielzeug gefundenen Weichmachern ist DEHP am besten untersucht. Es hat schädliche Auswirkungen auf Leber und Nieren. Es löst im Tierversuch Leberkrebs aus und wurde von der WHO-Unterorganisation IARC und vom US-Umweltbundesamt als möglicherweise bzw. wahrscheinlich karzinogen eingestuft. DEHP ist fortpflanzungsschädigend, es vermindert im Tierversuch die Fruchtbarkeit und verursacht Missbildungen bei der Nachkommenschaft.

 

DEHP, das als Chemikalie verkauft wird, muss mit Warnhinweisen wie "reizt die Augen, die Atmungsorgane und die Haut", "irreversibler Schaden möglich", "kann Krebs verursachen", "kann möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen" und "kann das Kind im Mutterleib möglicherweise schädigen" gekennzeichnet werden. Chemikalien, die mehr als 0,15 % DEHP als Verunreinigung enthalten, müssen ebenfalls mit diesen Warnhinweisen versehen sein.

PVC-Spielsachen, die große Mengen DEHP enthalten, dürfen ohne Kennzeichnung als ungefährlich verkauft werden.

 

Der Weichmacher DINP ist keine einheitliche Substanz, sondern ein Gemisch aus ca. 30 Isomeren. Bei der Sicherheitskennzeichnung der Chemikalie wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die toxikologischen Eigenschaften noch nicht gründlich untersucht wurden. Es ist karzinogen im Tierversuch und hat negative Auswirkungen auf die Leber, die Nieren und die Fortpflanzungsorgane von Mäusen und Ratten. Für einige der toxikologischen Effekte von DINP wurde keine NOEC (no observed effect concentration) gefunden, sie traten also auch bei den niedrigsten verwendeten Dosen auf.

 

Die in Spielzeug bisher weniger häufig gefundenen Phthalate haben großteils ähnliche gesundheitsgefährdende Eigenschaften wie DEHP und DINP. Sie alle reizen die Haut, die Atmungsorgane und die Augen. Einige von Ihnen greifen ebenfalls Leber und Nieren an. Viele dieser in großem Maßstab hergestellten und verwendeten Verbindungen wurden aber bisher kaum auf ihre toxikologischen und Umweltauswirkungen untersucht.

 

Mehrere Phthalate sind Chemikalien mit hormonellen Wirkungen, und zwar haben sie schwach östrogene Wirkung. Einige Phthalate schädigen im Tierversuch das weibliche oder das männliche Fortpflanzungssystem reduzieren Spermienzahl und die Fruchtbarkeit oder führen zu Missbildungen bei den Nachkommen.

 

Schwermetallstabilisatoren in PVC

Roh-PVC ist ein höchst instabiles Produkt. Damit es durch Alterungsprozesse, ausgelöst z.B. durch Licht und Wärme, nicht zersetzt wird, müssen dem Kunststoff Stabilisatoren (vielfach das Schwermetall Blei) zugesetzt werden.

 

Cadmium ist in Österreich seit 1994 durch die Cadmium-Verbots-Verordnung generell und damit auch in Kinderspielsachen sowohl als Stabilisator als auch als Farb-Pigment verboten.

 

In den USA und Kanada wurden in zahlreichen PVC-Artikeln für Kinder die giftigen Schwermetalle Cadmium und Blei gefunden. Greenpeace Österreich ließ im Dezember 1997 in Österreich gekaufte Spielsachen auf Cadmium und Blei untersuchen. In sieben von elf Proben war trotz des Verbots Cadmium enthalten, in der Hälfte der Proben teilweise große Mengen Blei! Den absolut höchsten Cadmium und Blei-Wert wies ein Barbie-Produkt der Firma Mattel auf. Greenpeace erstattete daraufhin Anzeige bei den zuständigen Landesbehörden (Chemikalieninspektion).

 

Weitere gefährliche Chemikalien in PVC-Spielzeug

Außer Phthalaten und Schwermetallen braucht PVC noch viele andere Zusätze. So wurden in dem für Greenpeace analysierten PVC-Spielzeug noch einige andere Chemikalien gefunden, z.B. Nonylphenole, die östrogen wirken und in Fischen die Samenproduktion reduzieren können und ein Mittel gegen Pilzbefall, das Fungizid Folpet, das bei Mäusen Krebs auslösen und bei Ratten und Kaninchen zu Missbildungen führen kann. Folpet reizt außerdem die Haut und die Schleimhaut und kann Allergien auslösen.

 

Schlussfolgerung

Die Problematik des Weich-PVC Spielzeugs für Babys und Kleinkinder macht wieder einmal deutlich: PVC verursacht, bei der Produktion seiner Ausgangsprodukte, durch seine Zusatzstoffe und bei seiner Entsorgung so viele Probleme, dass im Sinne des vorsorgenden Umwelt- und Gesundheitsschutzes für unsere Kinder nur der generelle Ersatz von PVC- durch andere umweltfreundliche und gesunde Materialien in Frage kommt.

 

Quelle: Greenpeace

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Greenpeace fand im November 2005 in diversen Baby- und Kinderprodukten Giftstoffe.