
Baumwolle ist mit 38% Anteil am Weltmarkt eine der wichtigsten Fasern für die weltweite Textilproduktion und wächst in rund 70 Ländern in tropischen und subtropischen Gebieten auf insgesamt rund 33 Mio. ha Ackerfläche (das entspricht etwa der Fläche Deutschlands).
Diese Gebiete liegen im so genannten "Baumwollgürtel", der vom 36. Breitengrad Süd und vom 43. Breitengrad Nord begrenzt wird. 86 Prozent des "Weißen Goldes" werden auf der nördlichen Hemisphäre geerntet. Auf die äquatoriale Zone entfallen 6 Prozent und auf die Länder der südlichen Erdhalbkugel nur acht Prozent. Die sechs folgenden Länder produzieren 78 Prozent der gesamten Weltproduktion:
- China
- USA
- Indien
- Pakistan
- Usbekistan und
- Türkei.
2,4 Prozent der Weltackerfläche werden für Baumwolle verwendet, die meist in Monokultur angebaut wird und daher großräumig das ökologische Gleichgewicht beeinflusst, teilweise sogar drastisch verändert.
Da der globale Baumwollbedarf ständig steigt, versucht man, die Erträge aus dem Baumwollanbau weiterhin zu steigern. Trotz des Triumphzuges von Kunstfasern wie Nylon, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem in den Industrieländern enorme Marktzuwächse erlangten, beträgt der Faseranteil konventionell angebauter Baumwolle bei Textilien weltweit etwa 38 Prozent. Vergleichsweise winzig ist bislang der weltweite Anteil an Biobaumwolle mit nur 0,1%.
Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, werden die Baumwollstauden unter großem Einsatz von Energie, Wasser, Düngemitteln und Pestiziden gehalten. Bereits das Saatgut ist gegen Pilz- und Bakterienbefall chemisch behandelt. Weiterer Problemfaktor ist gentechnisch manipulierte Baumwolle.
Die Folge: In den letzten 20 Jahren blieb die globale Anbaufläche nahezu konstant, während die Ernteerträge insgesamt um das Dreifache anstiegen.
Der enorme Ertragszuwachs, der nur durch die intensive Anwendung von Kunstdüngern, Pestiziden, Insektiziden und zum Teil durch Bewässerung möglich war, ist zugleich des Baumwollanbaus größte Bedrohung, indem die Bodenzerstörung (Fertilitätsrückgang, Bodenerosion) und damit der Kulturlandverlust beschleunigt wird.
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Quelle: Clean Clothes |