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Ostereier-Check 2012

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31.03.2012
Greenpeace warnt vor lose verkauften Eiern!



Was verbirgt sich hier?

Das Team vom Greenpeace Einkaufsratgeber marktcheck.at hat auch heuer Ostereier unter die Lupe genommen. Durchwegs erfreulich waren die Ergebnisse bei den in den Supermärkten verkauften Eiern. Der Kauf von losen, also unverpackten Eiern ist nicht empfehlenswert. Denn das Verkaufspersonal kann zumeist keine Angaben zu den Eiern machen und verstößt damit auch gegen die gesetzlichen Vorgaben.

 

 

 

Verpackte Ostereier

 

Insgesamt wurden 25 im Handel erhältliche, gefärbte Hühnereier gemäß der marktcheck.at Bewertungskritrien auf Ökologie (Inhaltsstoffe, Gentechnik, Transport, Verpackung) und auf artgerechte Tierhaltung hin geprüft. Das Ergebnis ist erfreulich: Die Mehrheit der getesteten Ostereier schneiden aus ökologischer Sicht „Hervorragend“ oder „Gut“ ab.

 

 

Unverpackte Eier bei Wiener Bäckereien

Lose Eier von Anker

Im Gegensatz zu fast allen in Supermärkten erhältlichen Eiern können die KonsumentInnen bei lose verkauften Ostereiern nur raten, was sich hinter der bunten Schale verbirgt. Die Auflage des Gesundheitsministeriums, dass Ostereier nur dann einzeln verkauft werden dürfen, wenn das Verkaufspersonal genaue Auskünfte geben kann, wird weitgehend ignoriert:

 

 

Schlecht informiertes Personal


Das Verkaufspersonal kann meist keine Auskunft zu den gesetzlich vorgegebenen Angaben zu Herkunft und Qualität erteilen:

  • zur Herkunft der Eier,
  • zur Haltungsform,
  • zur Haltbarkeit sowie
  • zur Art der Fütterung der Hennen und
  • zu den verwendete Farbstoffen

Dies verdeutlicht, dass die Richtlinien für "lose" verkaufte Eier derzeit ungenügend sind.

 

Greenpeace fordert klare gesetzliche Regelungen

 

„Es ist ungeheuerlich, dass große Wiener Bäckereien Vorschriften missachten und ihre MitarbeiterInnen zum Nachteil der KonsumentInnen ungenügend schulen“, kritisiert die Greenpeace Konsumentensprecherin Claudia Sprinz und fordert Gesundheitsminister Alois Stöger auf, für eine bessere Kennzeichnung dieser einzeln angebotenen Ostereier zu sorgen.

 

Problematische Farbstoffe

 

In den letzten Jahren hat marktcheck.at immer wieder den Einsatz bedenklicher Farbstoffe bei der Produktion der Ostereier kritisiert. Der rote Farbstoff E 127 wird leider vereinzelt immer noch zum Färben der Eier verwendet:

E 127, Erythrosin kann Allergien auslösen, steht im Verdacht an der Ausbildung des hyperkinetischen Syndroms bei Kindern beteiligt zu sein und ist in der EU als R 22, "gesundheitsschädlich beim Verschlucken" eingestuft.
E 127 ist in der marktcheck.at-Datenbank "Rot" ("Ungenügend") bewertet.

 

Der Ausreißer im Handel



Eier von Penny

Am 10.3. haben marktcheck.at-MitarbeiterInnen zu ihrer Überraschung bei einer Filiale von Penny Markt in Wien eine runde 6er-Packung Ostereier der Marke Delikatessa entdeckt, auf der der Farbstoff E 127 deklariert war.

 

Der Mutterkonzern REWE hat dazu folgende schriftliche Stellungnahme an Greenpeace abgegeben:

 

"Wir sind aufgrund Ihrer Benachrichtigung unverzüglich mit dem Lieferanten der Delikatessa-Eier in Kontakt getreten. Der Lieferant bestätigt, dass der Farbstoff E 127 bei der Färbung der Delikatessa-Eier seit bereits zwei Jahren nicht mehr zur Anwendung kommt. Bei den von Ihnen beanstandeten Eiern wurden vom Lieferanten versehentlich alte Verpackungen mit einer alten Deklaration eingesetzt. Auf den aktuellen Verpackungen, wird E 127 deshalb auch nicht mehr ausgewiesen. Die schriftliche Bestätigung des Lieferanten sowie die dazugehörigen Unterlagen befinden sich im Anhang.
 
Wir haben derzeit selbst Delikatessa-Ostereier in Untersuchung. Die Farbstoffanalyse-Ergebnisse werden Anfang April vorliegen und werden bestätigen, dass E 127 nicht eingesetzt wird.
 
Um wirtschaftlichen Schaden durch eine verkürzte Darstellung durch die Medien zu vermeiden, ersuchen wir Sie auf den Umstand, dass der Farbstoff Erythrosin bei unseren Eiern seit zwei Jahren nicht mehr zur Anwendung kommt, ausdrücklich hinzuweisen.


Um bestätigen zu können, dass auch die von Ihnen beanstandeten Eier, nicht mit Erythrosin gefärbt wurden und damit jeglichen Zweifel auszuräumen, übernehmen wir gerne die Kosten für eine Analyse der Eierschalen!"

 

 

Rewe scheint es als Marktführer im Lebensmitteleinzelhandel offensichtlich nicht für notwendig zu erachten, seine Produkte richtig zu deklarieren bzw. seinen Lieferanten zu beauftragen, für eine entsprechende Kennzeichnung zu sorgen.

 

Nachdem die Greenpeace-MitarbeiterInnen drei verschiedene Delikatessa Eier mit gleicher Bezeichnung und gleichem Barcode-Nummer gefunden haben und nicht bekannt ist, ob das Produkt mit dem Farbstoff E 127 noch erhältlich ist, hat Greenpeace auch dieses in den Ostereier-Check aufgenommen und den vorletzten Platz vergeben.
Die zwei anderen Produkte mit der Bezeichnung "Delikatessa 6 bunte Eier aus österreichischer Freilandhaltung" haben wieder andere Angaben auf der Packung (eines mit und eines ohne Prüfsiegel) und sind dadurch in der Produktliste des Ostereier-Checks an unterschiedlichen Stellen zu finden.

 

Die angesprochenen Ergebnisse der Farbanalyse durch REWE liegen noch nicht vor.

Gute Neuigkeiten im Bereich Gentechnik

Arge Gentechnikfrei-Siegel

Erstmals konnten heuer alle gecheckten Produkte im Bereich Gentechnik gut beurteilt werden, da ausgeschlossen werden kann, dass bei der Fütterung der Tiere Gentechnik-Futter zum Einsatz gekommen ist.

 

Garantiert gentechnikfrei: Bio und Gentechnik-Siegel

 

Bei Eiern aus biologischer Landwirtschaft kommt keine Gentechnik zum Einsatz; jedes Bio-Siegel garantiert natürlich auch gentechnikfreie Fütterung.

Das grüne Gütesiegel "Ohne Gentechnik hergestellt" ist erfreulicherweise auf den meisten Eierpackungen zu finden. Es bedeutet, dass bei der Herstellung des Produktes keine Gentechnik zum Einsatz gekommen ist und die Kontrolle von unabhängigen Stellen erfolgt.


Siegel für geprüfte Tierhaltung

Tierschutz-Siegel bei Eiern

KAT-Siegel


Siegel "Tierschutz geprüft"

Bei Frischeiern sind die Informationen zur Haltungsform auf der Schale aufgedruckt. Bei gefärbten Eiern kann man sich an den Hinweisen auf der Verpackung orientieren oder auf die Aussagen der VerkäuferInnen verlassen.

Die besten Haltungsbedingungen haben Tiere dann, wenn sie hinsichtlich Tierschutz geprüft sind. Die beste Wahl sind Bio-Eier aus Freilandhaltung mit einem entsprechenden Prüfsiegel.

Freilandeier ohne Tierschutz-Siegel wurden im Ostereier-Check bei "Tierschutz" abgewertet.

 

Eier aus Österreich

Österreichische Herkunft bedeutet einen geringerer Transportaufwand und schont dadurch das Klima. Außerdem werden Eier aus österreichischer Haltung ohne gentechnisch verändertes Futter hergestellt.

Marktcheck.at empfiehlt den KonsumentInnen unbedingt auf die entsprechenden Hinweise auf der Verpackung zu achten.

Tipps für KonsumentInnen 

 

  • Beim Ostereinkauf an der Produktliste für Ostereier orientieren.
  • Wenn es beim Einkauf schnell gehen muss, empfehlen sich Ostereier aus biologischer Landwirtschaft.
  • Auch wenn mit losen Eiern unnötiger Verpackungsmüll gespart werden kann, empfiehlt es sich aber aufgrund fehlener Informationen durch das Verkaufspersonal empfielt es sich, möglicst zu verpackten Produkten greifen und auf die Informationen und entsprechenden Gütesiegel achten.
  • Nur Produkte kaufen, bei denen die Herkunft aus Österreich  eindeutig ersichtlich ist.
  • Ostereier - gemeinsam mit FreundInnen und Familie - selber färben!

 

Zum Ergebnis des Ostereier-Checks

  

Quelle: Greenpeace

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