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 Heute hat Greenpeace die mittlerweile siebzehnte Ausgabe des Ratgebers "Grüne Elektronik" veröffentlicht.
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Ganzheitlicher Ansatz erforderlich
„Unsere Arbeit hat mehrere Elektronikhersteller dazu motiviert, auf besonders gefährliche Chemikalien zu verzichten. Um wirklich ‚grün‘ zu werden müssen auch Unternehmen auf den vorderen Plätzen weitere Schritte setzen. Sie müssen ihre Klimabilanz verbessern, die Lebensdauer ihrer Produkte verlängern und eine verantwortungsvolle Beschaffung ihrer Rohstoffe sicher stellen“, fordert Claudia Sprinz, Greenpeace Elektronik-Expertin.
Weitere Kriterien
Bei dieser mittlerweile siebzehnten Fassung des Greenpeace-Ratgebers wurden die Bewertungskriterien erweitert. Bislang wurden Elektronikfirmen zu ihrem Umgang mit schädlichen Chemikalien, hinsichtlich des Recyclings ihrer Produkte sowie betreffend Energie bewertet. Die neuen Kriterien beinhalten zudem die Lebensdauer von Produkten, die Bewertung, ob Papier aus Urwaldzerstörung eingesetzt wird sowie die Verwendung von Mineralien aus Konfliktregionen. Die Förderung von Coltan-Erz (Tantal) für Handys hält beispielsweise den Kongo im permanenten Kriegszustand.
HP vor Dell und Nokia
An erster Stelle des Rankings steht der Elektronikkonzern HP, der die gegenwärtig beste Leistung zur Reduzierung von Treibhausgasen zeigt. Vom zehnten auf den zweiten Platz ist der Computerhersteller Dell seit der Veröffentlichung des letzten Greenpeace-Ratgebers (Oktober 2010) gesprungen. HP und Dell sind zudem die einzigen Unternehmen der Branche, die kein Papier aus Urwaldzerstörung verwenden. Wie Apple (4. Platz) hat sich HP verpflichtet, auf Mineralien aus Konfliktregionen zu verzichten. Nokia, bislang an erster Stelle, fiel aufgrund seiner schwächeren Bemühungen bei den Energiekriterien auf den dritten Platz zurück. „Wenn Nokia wieder in Führung gehen will, muss das Unternehmen zeigen, wie es in Zukunft durch Energieeffizienz und die Verwendung Erneuerbarer Energieträger Treibhausgasemissionen einspart.“
Blackberry-Hersteller hinten
Auf dem letzten Platz findet sich der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM), der zum ersten Mal von Greenpeace bewertet wird. 2010 war RIM mit den Blackberry Handys noch Marktführer in den USA. RIM informiert die Öffentlichkeit jedoch unzureichend über dessen Umweltperformance. Zudem enthalten alle Produkte des Unternehmens gefährliche Chemikalien. Positiv bewertet wurden die Bemühungen von RIM, Zulieferer von Mineralien aus Kriegsgebieten sowie Papier aus illegaler Waldzerstörung auszuschließen.
Fortschritte sichtbar
Der seit 2006 publizierte Ratgeber „Grüne Elektronik“ hat für einige Verbesserungen in der Elektronikbranche gesorgt. Einige Konzerne haben ihre Produkte umgestellt und verzichten auf die Verwendung gefährlicher Chemikalien. Die Herstellung von Unterhaltungselektronik ist sowohl energie- als auch ressourcenintensiv. Greenpeace hat die neuen Kriterien eingeführt, um die Nachhaltigkeitsansprüche von Elektronikfirmen auch in Bezug auf ihre Zulieferkette zu bewerten. Die neue Energie-Bewertung fokussiert zudem darauf, wie Unternehmen Energie sparen und ob sie ihren Einfluss auf den Ausbau regenerativer Energiequellen nutzen.
Der Ratgeber ist Teil einer Kampagne, bei der Greenpeace die IT-Industrie davon überzeugen möchte, Lösungen zur Reduktion der weltweiten Treibhausgasemissionen zu entwickeln. Im Zuge dieser Kampagne wird regelmäßig auch das Cool IT-Ranking veröffentlich. In den USA engagiert sich Greenpeace auch für einen kohlestromfreien Betrieb der Rechenzentren von Facebook.
Details zur den einzelnen Firmen können auf der nächsten Seite im Firmenranking nachgelesen bzw. downgeloadet werden.
Was zu tun ist
- Vor Kauf eines neuen Gerätes kritisch prüfen, ob es überhaupt benötigt wird.
- Bei der Auswahl eines neuen Produktes an diesem Ratgeber orientieren.
Weiterführende Informationen:
Quelle: Greenpeace |