
Im Futtertrog europäischer Fleischproduzenten landet immer häufiger Soja aus Lateinamerika. Greenpeace zeigt auf, dass die Sojaproduktion im Amazonas-Gebiet immer mehr Regenwald zerstört.
Greenpeace fordert den brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva anlässlich der Eröffnung des EU-Lateinamerika-Gipfels auf, die Zerstörung des Amazonas-Urwaldes zu stoppen. "Nao brinquem com Amazonia! Spielt nicht mit dem Amazonas!", lautet die Warnung von Greenpeace, die eine Aktivistin im brasilianischen Fußballdress enthüllt. "Brasilien ist nicht nur im Fußball an der Weltspitze, es ist leider auch Weltmeister in Sachen Regenwald-Zerstörung. Für billiges Fleisch und kurzfristige Profite setzt Brasilien einmalige Lebensräume aufs Spiel, ohne Rücksicht auf ökologische und soziale Konsequenzen.", kritisiert Christoph Thies, Waldexperte von Greenpeace International.
Der von Greenpeace kürzlich veröffentlichte Report "Eating up the Amazon" zeigt die dramatischen Auswirkungen des europäischen Fleischkonsums auf die Umwelt Amazoniens. Die einzigartige Vielfalt des Amazonas-Regenwaldes wird mehr und mehr von riesigen Soja-Monokulturen zur Erzeugung von billigem Tierfutter verdrängt.
Alle zwei Sekunden wird eine Fläche so groß wie ein Fußballfeld durch Brandrodung zerstört. Die Brände verursachen die Emission großer Mengen des Klimakillers CO2, Monokulturen und der damit verbundene massive Einsatz von chemischen Düngern und Pestiziden laugen die Böden aus, was wiederum neuerliche Brandrodung erforderlich macht. Die Bevölkerung wird von ihrem Land vertrieben - dabei gibt es nicht selten Gewaltanwendung bis hin zu Mord.
Die Farmen locken Arbeiter mit falschen Versprechungen in den Dschungel, wo ihnen die Papiere abgenommen werden und sie ein rechtloses Leben als Sklaven fristen. "Um die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien aufzuhalten, müssen dringend zusammenhängende Schutzgebiete geschaffen werden. Es ist die Verantwortung der brasilianischen Regierung, diese zu etablieren", fordert Thies abschließend.
Was du tun kannst:
- Die Produktion der Futtermittel für die Tiere benötigt sehr große Flächen, die nicht für andere langwirtschaftliche Produkte genutzt werden können. Jeden Tag Fleisch zu jeder Mahlzeit bedeutet aus ökologischer Sicht also einen enormen Ressourcenverbrauch. Es gibt viele lecker schmeckende Gerichte, die kein Fleisch enthalten und damit die Ressourcen schonen.
- Wer unbedingt Fleisch essen möchte, sollte Bio-Fleisch aus Österreich kaufen. Urwaldschädliches Futtersoja findet sich garantiert nicht im Trog von biologisch gehalten Rindern, Hühnern oder Schweinen. Die Tiere werden artgerecht gehalten und unnötige Transportwege vermieden.
- Entscheide dich bei Soja-Produkten wie Tofu oder Soja-Milch für jene aus regionaler Produktion.
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Quelle: Greenpeace |