veröffentlicht am 13.10.2021

Der Marktcheck im Oktober 2021

Unverpackt einkaufen im Supermarkt - geht das?

Viele ärgern sich nach dem Einkauf im Supermarkt über die Unmenge an Verpackungsmüll. Aber es ist möglich, aufwändig verpackte Produkte zu vermeiden: Sei es indem man zu unverpackten, losen Artikeln greift, Getränke in der Mehrwegflasche kauft oder in der Feinkostabteilung seinen eigenen mitgebrachten Behälter verwendet. Leider gilt das nur für eine Minderheit der Produkte in den Supermärkten und selbst über die wenigen vorhandenen Möglichkeiten, werden die KonsumentInnen vielfach nicht ausreichend informiert. Der Greenpeace-Marktcheck zeigt, ob und wo ein verpackungsfreier Einkauf im Supermarkt möglich ist.

(c) Armin Thaler

Diskonter mit kleinstem Unverpackt-Angebot

Beim Marktcheck hat Greenpeace bei den Supermärkte erhoben, ob Mehrweg-Pfandflaschen angeboten und Lebensmittel auch unverpackt erhältlich sind - etwa indem selbst mitgebrachte Essensboxen angenommen werden oder eine Abfüllstation für Trockenartikel vorhanden ist. Auch ob Obst und Gemüse in Bio-Qualität oder aus konventioneller Produktion ohne Verpackung angeboten wird, wurde bewertet. Insgesamt wurden 35 Produktgruppen, darunter Käse, Schinken, Brot, Bier und Müsli abgefragt. Das ernüchternde Ergebnis: Bei den Diskontern Hofer, Lidl und PennyMarkt sind nur ein Fünftel der untersuchten Produkte unverpackt oder in Mehrweg erhältlich. Bei den Vollsortimentern wie Spar, Billa und MPreis gibt es ein Unverpackt-Angebot, doch finden sich in den Filialen kaum Informationen dazu.

Wiederbefüllbare Flaschen und eigene Behälter

Die umweltfreundliche und mehrmals wiederbefüllbare Pfandflasche ist nach wie vor die Ausnahme im Supermarktregal, doch das Angebot steigt langsam. Die größte Auswahl an Mehrweg-Getränken gibt es bei Interspar.
Erfreulich aus Umweltsicht, dass es laut den Supermärkten in allen Filialen mit einer Feinkosttheke möglich ist, den selbst mitgebrachten Behälter für etwa Brot, Käse, Wurst und Aufstriche zu verwenden. Zudem kann auch der eigene Becher für den Coffee to go überall verwendet werden. An entsprechenden Hinweise für die KonsumentInnen mangelt es aber. In den Filialen wird zu selten darauf hingewiesen, dass man die eigenen Behälter und Becher für den Einkauf verwenden darf, kritisiert Greenpeace.
Bei den Diskontern Hofer, Lidl und PennyMarkt ist ein verpackungsfreier Einkauf am schwierigsten - weder offene Feinkostartikel wie Käse und Wurst noch Getränke in Mehrweg-Flaschen sind derzeit erhältlich.

(c) Armin Thaler

Abfüllstationen für Nüsse, Nudeln, Reis, Müsli, ...

In den verpackungsfreien Supermärkten sind sie bereits Standard - aber auch in den großen Supermarktketten gibt es in einzelnen Filialen Stationen zum Abfüllen von Trockenartikeln wie Nüsse, Nudeln, Müsli und Co in den eigenen mitgebrachten Behälter. Laut Angaben von Spar ist dies derzeit in 10 Interspar und 5 Spar Märkten in ganz Österreich für ausgewählte Bio-Produkte möglich. Die Tiroler Supermarktkette MPreis testet in einer Filiale Wasch- und Reinigungsmittel zum selber Abfüllen in wiederverwendbaren Behältern.

10 Tipps für verpackungsfreien Einkauf

  1. Eigene Tasche zum Einkauf mitbringen
  2. Für Obst und Gemüse wann immer möglich waschbare Netze verwenden
  3. Bei Getränken wiederbefüllbare Mehrweg-Pfandflaschen bevorzugen
  4. Zu Pfandgläsern zum Beispiel bei Joghurts greifen.
  5. In der Feinkost einkaufen – Käse im Block hält auch länger
  6. Brot und Gebäck aus der Back-Station in den eigenen Behälter oder ins mitgebrachtes Sackerl geben
  7. Weniger Produkte to go – besser selber (vor)kochen
  8. Leitungswasser trinken statt Wasser in der Wegwerf-Plastikflasche
  9. Im verpackungsfreien Supermarkt oder am Wochenmarkt einkaufen
  10. Am besten ohne: Wann immer möglich auf Verpackung verzichten - der Umwelt zuliebe!

Traurig, aber wahr: Die Art wie wir leben, lässt die Müllberge wachsen. Wurden im Jahr 2014 noch jährlich 1,3 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle produziert, so waren es 2018 bereit 1,4 Millionen Tonnen über alle Packstoff-Kategorien hinweg. Neben Plastikverpackungen haben auch Einwegverpackungen aus Glas, Papier, Aluminium und Bio-Kunststoff einen hohen ökologischen Fußabdruck. Sich nur auf das Müllsammeln und Recycling zu konzentrieren, hat sich in den letzten Jahren als Irrweg erwiesen. Es wird zu wenig Material wiederverwertet und viel Energie dafür verbraucht. "Die beste Verpackung ist keine Verpackung oder ein Mehrwegbehälter, der oft genug wiederverwendet werden kann”, empfiehlt Lisa Panhuber von Greenpeace.

Ergebnis des Marktchecks "Unverpackt einkaufen"

Geprüft und bewertet hat Greenpeace, ob Mehrweg-Flaschen erhältlich sind, welche Obst und Gemüse-Artikel es unverpackt gibt, ob der Einkauf von Feinkost und Brot in selbst mitgebrachten Behältern möglich ist und Abfüllstationen für Nudeln, Nüssen, Müsli und Co vorhanden sind. Alle Infos zum Abschneiden der Supermärkte und Drogeriemärkte sind bei den Ergebnissen zum unverpackten Einkauf und den Kriterien der Bewertung zusammenfasst.

Mehr Infos zu Verpackungen und deren Umweltauswirkungen finden sich im Hintergrundpapier Verpackung.

Übrigens: Mit dem Marktcheck nimmt Greenpeace regelmäßig das Angebot der größten österreichischen Supermärkte unter die Lupe und veröffentlicht das Abschneiden der Märkte bei den unterschiedlichen Sortimenten immer auf https://marktcheck.greenpeace.at/

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