veröffentlicht am 23.02.2022

Der Marktcheck im Februar 2022

Schokolade-Tafeln unter der Lupe

Ein Leben ohne Schokolade ist für viele von uns nur schwer vorstellbar. Ob als Nascherei zwischendurch, als süßer Kick nach dem Essen, zur Belohnung, zum Trost, für mehr Energie ... Die Gründe Schokolade zu essen sind vielfältig und die verzehrten Mengen entsprechend hoch. Immerhin acht Kilogramm isst eine Person in Österreich pro Jahr, zwei Kilo davon in Form von Tafel-Schokolade. Aufgrund der negativen Auswirkungen auf die Natur und die Menschen hat Greenpeace geprüft, wie umweltfreundlich und sozialverträglich die vielen Schokoladen in den Supermarktregalen sind. Am besten schneidet Hofer beim Vergleich ab und belegt Platz eins bei diesem Marktcheck.

(c) Mitja Kobal / Greenpeace

Faire Bio-Schokolade ist die Ausnahme

Das Ergebnis des Sortimentsvergleichs von Greenpeace ist wenig erfreulich: Bio und fair produzierte Schokolade muss man in den Regalen der Supermarktketten suchen. Insgesamt erfüllen nur sechs Prozent der Tafelschokolade diese Kriterien. Problematisch ist, dass für den Anbau der Zutaten Kakao und Palmöl in der Schokolade häufig große Waldflächen zerstört und Menschenrechte missachtet werden.

Beim Einkauf auf Siegel achten

Unser Schokolade-Konsum hat Folgen für Mensch und Umwelt. Für einen ungetrübten Genuss sollte bei der Schokolade sowohl auf die Bio-Qualität als auch auf soziale Standards bei der Herstellung geachtet werden. Siegel wie Fairtrade bieten den BäuerInnen einen garantierten Mindestpreis für Kakao und setzen sich gegen Kinderarbeit ein. Schokolade ist ein Genussmittel, daher gilt es faire Bio-Schokolade bewusst zu konsumieren und in Maßen zu genießen.

Am Bild eine Auswahl an fair produzierten Schokoladen in Bio-Qualität im Greenpeace-Marktcheck.

(c) Mitja Kobal / Greenpeace

Unser Kakaohunger gefährdet Lebensräume

Für den Anbau von Kakao werden in den Ländern des Globalen Südens riesige Flächen an Wäldern gerodet. Mit mehr als der Hälfte des weltweiten produzierten Kakaos ist die EU der größte Abnehmer von Kakao. Das bedroht nicht nur die Lebensräume vieler Tiere und Pflanzen, sondern heizt auch dem Klima weiter ein.

Zutat Palmöl aus Urwaldzerstörung

Wie der Marktcheck zeigt, steckt in fast jeder dritten Tafelschokolade auch Palmöl. Die in Österreich meistgekaufte Marke Milka setzt beispielsweise bei vielen ihrer Schokoladen auf Palmöl von Zulieferern, die mit Regenwaldzerstörung in Verbindung stehen. Für Palmöl-Plantagen werden vielfach große Waldflächen zerstört, Lebensgrundlagen vernichtet und klimaschädliches CO2 freigesetzt. Wie Greenpeace-Recherchen zeigen, können vermeintlich nachhaltige Siegel für Palmöl wie RSPO die Waldzerstörung nicht stoppen, sondern befeuern diese sogar teilweise.

Umwelt und Menschen besser schützen

Um beim Einkauf den Griff zu umweltfreundlichen Produkten zu erleichtern, fordert Greenpeace von der österreichischen Bundesregierung sich auf EU-Ebene für strenge Gesetze einzusetzen: “Für die Produktion von Lebensmitteln dürfen keine Wälder gerodet, sondern müssen Tiere und Pflanzen geschützt und Menschenrechte gewahrt werden. Das gilt natürlich auch für Produkte, die von außerhalb der EU in unsere Supermärkte kommen. Nur mit ein starken Gesetzen kann Europa seinen Beitrag leisten, Naturzerstörung und soziale Missstände einzudämmen“, sagt Lisa Panhuber von Greenpeace.

Ergebnisse des Marktchecks Schokolade-Tafeln

Mehr als 90 Tafeln sind im Durchschnitt bei den neuen Supermärkten in der Tabelle unten erhältlich. Nur sechs Prozent davon sind in Bio-Qualität und tragen ein Siegel wie Fairtrade. Platz eins beim Sortimentsvergleich belegt Hofer. Interspar und MPreis sind ex aequo auf dem zweiten Platz. Wer wie viele biologisch und fair hergestellte Produkte im Regal hat, steht in den Ergebnissen. Wie bewertet wurde ist bei den Kriterien nachzulesen.

Mehr zum Konsum und über die Herstellung von Schokolade gibt es bei den Hintergrundinfos.

Übrigens: Mit dem Marktcheck nimmt Greenpeace regelmäßig das Angebot der größten österreichischen herkömmlichen Supermärkte unter die Lupe und veröffentlicht das Abschneiden der Märkte bei den unterschiedlichen Sortimenten immer auf https://marktcheck.greenpeace.at/

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