veröffentlicht am 16.12.2020

Nachhaltigkeit am Prüfstand im Dezember 2020

Der Greenpeace-Marktcheck nimmt Kräuter- und Früchtetee unter die Lupe

Der Greenpeace-Marktcheck hat in der kalten Jahreszeit das Angebot an Kräuter- und Früchtetees in den größten heimischen Supermärkten unter die Lupe genommen. Beurteilt und verglichen wurde, wie viele Bio-Produkte bei den Kräuter- und Früchtetees in den einzelnen Supermärkten erhältlich waren. Anhand eines Warenkorbs mit zehn Bio-Produkten wurden zudem die Herkunft der Tees und die Informationen zur Herkunft der Zutaten beurteilt. Während der Bio-Anteil erfreulich hoch ist, kritisiert Greenpeace, dass mit Ausnahme der österreichischen Bio-Produkte bei rund 80 Prozent der Teesorten der Hinweis auf das Herkunftsland fehlt.

Immerhin 48 Prozent aller analysierten Kräuter- und Früchtetees in den Supermärkten sind in Bio-Qualität. Den ersten Platz beim Marktcheck belegt Interspar mit eine "Sehr Gut". Interspar punktet mit dem Bio-Angebot, der Herkunft der Zutaten und vielen lose verpackten Tees. Merkur und Spar belegen dank einer guten Auswahl an biologischen Produkten die Plätze zwei und drei und bekommen von Greenpeace ein "Gut".

Viele Bio-Tees in den Supermärkten

„Überrascht hat uns vor allem der hohe Bio-Anteil in den Tee-Regalen. Fast die Hälfte aller Kräuter und Früchtetees in den Supermärkten sind erfreulicherweise in Bio-Qualität“, sagt Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich. Im Schnitt waren 72 Kräuter- und Früchtetees oder deren Mischungen bei den bewerteten Supermärkten erhältlich, davon sind 48 Prozent aller Produkte nach den strengen Bio-Richtlinien produziert. Da in der biologischen Landwirtschaft der Einsatz von chemisch-synthetischen Spritzmitteln verboten ist, profitieren davon Mensch und Umwelt.

Informationen zum Angebot und Abschneiden der Supermärkte

Kriterien der Bewertung & Inhalt des abgefragten Warenkorbs

Nur rund ein Fünftel der Zutaten aus Österreich

Verbesserungsbedarf sieht Greenpeace bei der Herkunft der Zutaten die anhand eines von Greenpeace definierten Warenkorbs mit zehn Bio-Produkten abgefragt wurde: Nur bei 21 Prozent der Produkte kommen die Hauptzutaten aus Österreich. Bei rund zehn Prozent kommen die Zutaten laut Auskunft der Supermärkte aus EU. Bei 23 Prozent von außerhalb der EU. Und bei 46 Prozent hat Greenpeace gar keine Infos zur Herkunft erhalten.

Bei Kennzeichnung große Intransparenz

Für die KonsumentInnen bleibt die genaue Herkunft der meisten Tees im Dunkeln. Das gilt auch für viele Produkte, die mit rot-weiß-roten Hinweisen auf den Packungen mit Heimat werben, obwohl die Rohstoffe aus dem Ausland kommen. Seit 1. April 2020 ist zwar eine neue gesetzliche Regelung zur Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in Kraft, diese zeigt aber aufgrund vieler Ausnahmeregelungen wenig Wirkung. Auch Formulierungen wie „EU-/Non-EU-Landwirtschaft“ oder „stammt nicht aus Österreich“ sind laut Gesetz als Herkunftsangabe zulässig.

Am besten loser Bio-Tee aus Österreich

Bio-Qualität bedeutet kein Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden, eine Produktionsweise im Einklang mit der Natur und Schutz der Artenvielfalt. Loser Tee hilft unnötige Rohstoffe für die Verpackung und Müll zu vermeiden. Heimische Zutaten sind in der Regel umweltschonender aufgrund kurzer Transportwege.

Kennzeichnung muss verbessert werden

Greenpeace fordert von der österreichischen Bundesregierung, für mehr Transparenz zu sorgen und eine bessere Kennzeichnung verpflichtend umzusetzen. "Aus Sicht von KonsumentInnen braucht es mehr Klarheit bei der Kennzeichnung. Aktuell hat man beim Einkauf oft keine Chance zu erkennen, woher die Zutaten stammen“, so Lisa Panhuber.

Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt der Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Einzelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang veröffentlicht Greenpeace ein Ranking der größten Supermarktketten in Österreich. Alle Infos finden sich unter

https://nachhaltigkeit.greenpeace.at/

Jetzt Teilen!