veröffentlicht am 23.03.2022

Der Marktcheck im März 2022

Blumenerde unter der Lupe

Draußen wird es wieder wärmer, das erste zarte Grün sprießt und die Vögel zwitschern. Das lockt uns nach draußen und weckt in vielen die Lust aufs Gärtnern. Vielen Hobby-GärtnerInnen ist nicht bewusst, dass die Blumenerde für den Anbau von Pflanzen negative Auswirkungen auf die Umwelt haben kann. In der Mehrheit der Erde-Produkte im Handel ist umweltschädlicher Torf enthalten. Der Abbau von Torf zerstört den Lebensraum Moor und setzt klimaschädliche Gase frei. Daher empfiehlt Greenpeace ausschließlich torffreie Produkte zu kaufen. Der Marktcheck zeigt, dass Interspar und Spar beim Sortimentsvergleich am besten abschneiden. Bellaflora belegt bei den Gartencentern den ersten Platz, Bauhaus liegt bei den Baumärkten vorne.


(c) Mitja Kobal / Greenpeace

Blumenerde braucht keinen Torf

Der aktuelle Marktcheck von Greenpeace zeigt: 60 Prozent, also mehr als die Hälfte der in Baumärkten, Gartencentern und Supermärkten erhältlichen Blumenerde enthält naturzerstörenden Torf. Denn Torf in Blumenerde befeuert die Klimakrise und vernichtet den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. Aber damit muss Schluss sein. Denn fürs Gärtnern gibt es auch zahlreiche umweltfreundliche Alternativen: Substrate wie Kompost oder Baumrinde in der Erde können Torf gut ersetzen.

Moorschutz ist Klimaschutz

Für den Abbau von Torf werden Feuchtgebiete trockengelegt und das Ökosystem Moor unwiederbringlich zerstört. Das hat auch fatale Auswirkungen auf unser Klima: Bei der Entwässerung von Mooren entweichen jahrhundertelang gespeicherte Treibhausgase und zusätzlich gehen sie als Speicher für CO2 verloren.
Moore machen zwar nur drei Prozent der Landoberfläche aus, speichern jedoch weltweit ein Drittel des globalen Kohlenstoffs im Boden. Trotz dieser relevanten Aufgabe, sind global bereits rund 85 Prozent aller Feuchtgebiete zerstört. In Österreich sind 90 Prozent der ursprünglichen Feuchtgebiete vernichtet. Das trägt auch maßgeblich zur Artenkrise bei: In Österreich sind 39 Prozent aller Tierarten vom Aussterben bedroht.

GartnerInnen leisten durch die Verwendung torffreier Erde einen Beitrag zum Umweltschutz.

(c) Mitja Kobal / Greenpeace

"torfreduziert" ist nicht genug

Viele Produkte sind mit Angaben wie “torfreduziert” oder "torfarm" auf den Packungen beschriftet. Diese Hinweise sagen allerdings nichts über die tatsächliche Menge an Torf in den Produkten aus. Denn der Torfanteil kann hier bis zu 70 Prozent betragen.

Torf in Bio-Erde erlaubt

Die Bezeichnung "Bio" ist für Blumenerde nicht geschützt und bezieht sich nur auf die Verwendung: Für sogenannte Bio-Erde gilt, dass sie für den biologischen Anbau geeignet sein und nur organischen Dünger enthalten darf. Herkömmlich produzierte Bestandteile in der Erde sind erlaubt. Leider ist auch in Bio-Erde die Verwendung von Torf erlaubt. Daher ist auch bei diesen Produkten unbedingt auf den Hinweis "torffrei" zu achten.

Beim Einkauf auf Siegel achten

Siegel bieten Orientierung und helfen beim Einkauf. Empfehlenswert sind für Greenpeace aber nur jene Siegel, die torffreie Bio-Produkte auszeichnen. Hier eine Auswahl solcher Siegel beim Marktcheck von Blumenerde:

Ergebnisse des Marktchecks Blumenerde

Nur 40 Prozent der insgesamt geprüften 290 Produkte in Baumärkten, Gartencentern und Supermärkten sind gänzlich frei von Torf. Welcher Markt in den drei Branchen beim Sortimentsvergleich des Marktchecks die Nase vorne hat, zeigt die Tabelle unten. Die Infos über das jeweilige Angebot und empfehlenswerte Produkte stehen in den Ergebnissen. Wie Greenpeace bewertet hat, ist bei den Kriterien nachzulesen.

Mehr Informationen über Blumenerde und Moore sowie Tipps zum Einkauf gibt es bei den Hintergrundinfos.

Übrigens: Mit dem Marktcheck nimmt Greenpeace regelmäßig das Angebot der größten österreichischen herkömmlichen Supermärkte unter die Lupe und veröffentlicht das Abschneiden der Märkte bei den unterschiedlichen Sortimenten immer auf https://marktcheck.greenpeace.at/

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