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Die Ursache des Übels

Warum es nur wenige Autos mit niedrigem CO2-Ausstoß gibt


Schon vor etlichen Jahren hat sich die europäische Autoindustrie zur Reduktion der CO2-Emissionen selbst verpflichtet. Doch kaum ein Unternehmen hat sich an diese Werte gehalten - im Gegenteil! Viele Hersteller produzieren immer schwerere und PS-stärkere Pkws, die einen viel zu hohen CO2-Ausstoß haben, statt auf effizientere und sparsamere Technologien zu setzen.

 

Hauptbremser ist die deutsche Autoindustrie, die seit Jahren nicht Willens ist den eigenen Verpflichtungen nachzukommen. Anstelle dessen werden LobbyistInnen bezahlt, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als die Wahrheit zu verfälschen und massiv auf die EU-Komission einzuwirken, damit die aktuellen Vorschläge zur Reduktion des CO2-Ausstoßes bei Pkws verwässert und verschoben werden.

 

Wie die nachfolgende Grafik zeigt schaffen es die meisten Hersteller die durchschnittlichen CO2-Emissionen ihrer Flotte zu reduzieren, doch die Menge des CO2-Ausstoßes ist immer noch viel zu hoch. Ausnahme bilden Daimler, VW und Suzuki.

 

Problematisch ist, dass diese Entwicklung stark mit der Modell-Politik zusammenhängt und schwer umzudrehen ist. Denn während auf Automessen gerne einzelne weniger Klima belastende Feigenblätter in die Auslage gestellt werden, setzt die Autoindustrie auch weiterhin auf den Verkauf schwerer Autos, wie SUV (Sport Utility Vehicle) oder spritintensive Offroader, die vorrangig in der Stadt unterwegs sind.

 

Gerade bei Unternehmen mit hohen Verkaufszahlen bringt eine Reduktion der CO2-Emissionen sehr viel fürs Klima. So bedeutet 1 Gramm CO2 pro km weniger bei VW eine Reduktion der EU-weiten CO2-Emissionen von 1/2 Mio. Tonnen.




Entwicklung von 2005 auf 2006: Bei manchen Herstellern steigen die durchschnittlichen CO2-Emissionen, anstelle sie zu reduzieren!


Entwicklung von 1997 bis 2005: Viele Hersteller haben die eigene Selbstverpflichtung verschlafen und die Emissionen nur geringfügig reduziert. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!

Hier kannst du nachlesen, mit welchen Taktiken die Autoindustrie schon seit mehr als zehn (!) Jahren erfolgreich die Festlegung klimaschonender CO2-Obergrenzen und die Entwicklung fortschrittlicher und CO2-armer und damit auch spritsparender Technologien verhindert:

 

  • 1994: Deutschland bringt einen Vorschlag zur Reduktion der CO2-Obergrenzen.
  • 1995:  EU erkennt die Notwendigkeit einer langfristigen CO2-Reduktion bei Pkws und setzt 120g CO2/km als Reduktionsziel bis zum Jahr 2005.
  • 1996:  Nach den Verhandlungen im EU-Rat wurde plötzlich die Formulierung "bis zum Jahr 2005 oder spätestens 2010" aufgenommen.
  • 1998: Um einer zu strengen CO2-Richtlinie zu entgehen, beschließt der Europäische Automobilverband eine freiwillige Selbstverpflichtung, mit dem Ziel, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2008 im Schnitt auf 140g CO2/km zu reduzieren.
  • 1999:  EU vereinbart ähnliche Verpflichtungen mit den koreanischen und japanischen Automobilherstellerverbänden (140g CO2/km bis zum Jahr 2009). Das 120g CO2/km-Ziel der EU wird informell auf 2012 verschoben.
  • 2006: Im Zeitraum zwischen 1990 und 2005 stiegen die CO2-Emissionen um 32 Prozent, während sie in anderen Sektoren reduziert werden konnten.
  • Februar 2007:  Als sich abzeichnet, dass die europäische Autoindustrie ihr Reduktionsziel aus der Selbstverpflichtung nicht einhalten wird, macht die EU-Kommission einen Vorstoß, die Reduktionen der CO2-Emissionen bei 120g CO2/km bis 2012 gesetzlich verbindlich festzuschreiben.
  • Juni 2007: Der Vorschlag wird erneut verwässert. Die Kommission nimmt die Autoindustrie aus ihrer Verantwortung und hebt das Ziel auf 130g C02/km. Zusätzlich möchte die EU durch begleitende Maßnahmen, wie der Beimischungspflicht für Agrartreibstoffe, weitere 10 Gramm reduzieren.
  • Oktober 2007: Das Europäische Parlament stimmt einer weiteren Verzögerung der CO2-Emissionsobergrenzen zu. Es verlangt lediglich eine Reduktion auf 125g CO2/km bis zum Jahr 2015, bringt dafür aber erstmals ein mittelfristiges Ziel von 95g CO2/km bis 2020 ins Gespräch.
  • Dezember 2007: Die Kommission stellt den Gesetzesentwurf zur Reduktion der CO2-Emissionen bei Pkws mit dem Reduktionsziel 120g CO2/km bis 2012 vor. Er sieht Strafandrohungen für Überschreitungen vor, ansonsten kommt er der Autoindustrie in weiten Teilen entgegen. Dennoch protestiert allen voran die deutsche Autoindustrie gegen den Vorschlag. 

 

Mehr zum Thema:

  • Liste von Pkws mit einem CO2-Ausstoß von weniger als 120 g pro Kilometer
  • Spritspar-Tipps
  • Auf greenpeace.at: Mit welchen Lügen die deutsche Autoindustrie auf die EU-Komission einwirken will 

 

Quelle: Greenpeace

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