marktcheck.at hat im Mai Sonnencremen mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor bei verschiedenen Händlern in Wien unter die Lupe genommen. Fest steht, den idealen Sonnenschutz gibt es noch nicht. Vor allem sei aber vor Produkten mit Nanotechnologie gewarnt, deren Risiken und Nebenwirkungen kaum bekannt sind.
Nanotechnologie – was ist das?
Als Nanotechnologie bezeichnet man die künstliche Herstellung von Stoffen, die kleiner sind als 100 Nanometer und auf Grund ihrer geringen Größe neue Eigenschaften entwickeln. Diese neuen Eigenschaften ergeben auch die Risiken für Gesundheit und Umwelt, die noch nicht ausreichend erforscht sind.
Sonnencreme und Nanotechnologie
Sonneschutz geht unter die Haut und das buchstäblich. Vor allem bei Sonnecremen kommt Nanotechnologie bereits massiv in Form von mineralischem Nano - Titandioxid als UV-Filter zum Einsatz. Klingt zumindest teilweise natürlich und ungefährlich. Doch der Teufel steckt im kleinsten Detail.
Gefahren der Nanotechnologie Während bereits allgemein bekannt ist, dass chemische Stoffe auch Nebenwirkungen haben, sind die Folgen des Gebrauchs von Mineralien in Nanogröße noch gar nicht erforscht.
Zahlreiche Hinweise lassen auf ein Risiko für die menschliche Gesundheit schließen. Welche konkreten Auswirkungen der Einsatz von Nano - Titandioxid auf Kinderhaut oder auf die Haut von SeniorInnen hat, ist jedoch völlig unbekannt. Ebenso, ob Nanopartikel nicht über kleine Risse in der Haut in den Körper eindringen können, wo sie nicht abgebaut werden können. Durch ihre geringe Größe können Nanopartikel dort viel ungehinderter in alle Gewebebereiche und Zellen eindringen.
Und die Umwelt?
Untersuchungen haben ergeben, dass Nano - Titandioxid die Umwelt schädigt, vor allem Mikroorganismen, kleinere Lebewesen wie zum Beispiel Wasserflöhe und Pflanzen in Gewässern. Nano – Titandioxid kann nicht verdaut, verbrannt oder aufgelöst werden. Daher reichert es sich in der Nahrungskette und im Sediment an und verstärkt so die schädliche Wirkung.
Sonnenschutz – wie richtig?
Den idealen Schutz gib es offensichtlich noch nicht. Informieren Sie sich in unserer Produktliste. Am besten ist es, mit einer Sonnencreme frei von schädlicher Chemie – die laut unserer Liste auch keine Nanotechnologie enthält – in Maßen in die Sonne zu gehen. Achten Sie auf den Schutz empfindlicher Körperstellen, wie Kopfhaut, Stirn, Nase, Ohren, Schultern und Fußrücken. Kinder sollten mit entsprechender Kleidung noch zusätzlich geschützt werden. Eine Kopfbedeckung tut gute Dienste. Achten Sie auch auf Sonnenreflexion durch Wasseroberflächen. Diese verstärkt die UV-Strahlung.
Unabhängige Forschung fehlt
Risikoforschung ist der Schlüssel zur Erkenntnis und zum Schutz der Konsumenten und muss im Bereich Nanotechnologie massiv ausgebaut werden. Derzeit findet die Forschung in diesem Bereich zum allergrößten Teil von den Produzenten selbst statt. Die Daten dieser Forschungsergebnisse sind natürlich durch ökonomische Interessen beeinflusst.
Nötig ist mehr unabhängige Forschung. Diese wird von Wissenschaftlern durchgeführt, die kein monetäres Interesse an einem bestimmten Ergebnis haben. Forschungsgelder dafür können aber nur durch die öffentliche Hand bereit gestellt werden.
Das fordert Greenpeace
- Wir fordern die Einzelhändler auf, den Verkauf von Produkten mit Nanotechnologie einzustellen
- Wir fordern die Kosmetikindustrie auf, die Langzeitstudie an uns Konsumentinnen sofort zu beenden
- Wir fordern eine Produktkennzeichnung, die den Namen tatsächlich verdient. Solange es keine gesetzliche Regelung dazu gibt, fordern wir den Handel auf, für einen Kennzeichnung zu sorgen, die Konsumentinnen dazu befähigt, eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen.
- Wir fordern mehr Geld für unabhängige Risikoforschung
Was jede/r tun kann
Die Langzeitversuche an uns KonsumentInnen müssen eingestellt werden. Protestiere bei Herstellern und Händlern dafür, dass Produkte mit Nanotechnologie aus den Regalen verbannt werden müssen. Rufe bei den Händlern an oder schicke Ihnen ein Protest-E-Mail. Zum Online-Protest auf greenpeace.at
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- Bei Sonnenschutz im Bereich Körperpflege
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Link-Tipp: Was du tun kannst ... Den Greenpeace Sonnenschutz-Ratgeber und Protest-Möglichkeit gibt es auf
Quelle: Greenpeace
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