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Shrimpsfarmen

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Kahlschlag für Mangrovenwälder


In den letzten Jahrzehnten wurden für die Anlage von Shrimps-Aquakulturen rücksichtslos tropische Küstenlandschaften zerstört. Besonders betroffen sind dabei Mangrovenwälder - Gezeitenwälder im Bereich zwischen Ebbe und Flut. Sie werden mit Bulldozern niedergewalzt, um Platz für Shrimpsfarmen zu schaffen. Mangroven sind die Urwälder der Küsten und dienen unzähligen Arten als Lebensraum. Sie sind nicht nur ein wichtiger Küstenschutz gegen Stürme und Flutwellen, sondern auch Fortpflanzungsgebiet und Kinderstube für viele Fischarten, Schalentiere und andere wildlebende Tiere. Die Shrimps-Industrie vernichtet diese Artenvielfalt und verwandelt fruchtbare Küsten in vergiftete Wüstenlandschaften. Auf den Mangrovenkahlschlag folgt die Erosion der Küsten.

 

Die in der Zucht verwendeten Shrimpslarven werden meist im Meer gefangen. Dabei werden für eine gefangene Shrimpslarve 40 bis 50 Larven anderer Meerestiere gezielt mit Gift getötet. Mit dem Verschwinden der Feuchtgebiete gehen deshalb auch die Fischfänge zurück. Darüber hinaus haben auch Shrimps einen unersättlichen Appetit: Um ein Kilogramm Shrimps zu züchten, werden etwa vier Kilogramm Fischmehl benötigt.

 

Um Krankheiten zu verhindern, werden die Shrimps mit diversen Medikamenten behandelt. Auch in Österreich konnten Rückstände von Antibiotika in Zuchtshrimpsprodukten nachgewiesen werden – beispielsweise im Jahr 2001 durch Greenpeace-Untersuchungen. Doch damit nicht genug: Die Teiche werden ebenfalls mit hochgiftigen Pestiziden wie Malathion, Parathion und Paraquat gespritzt.

 

Das belastete Wasser aus den Becken wird gewöhnlich in die Landschaft und in die umliegenden Gewässer entleert, wo es Menschen und Tiere schädigt. Gemeinsam mit den nun aufgrund der Zerstörung der Mangroven ungebremst durch die Flüsse herantransportierten Sedimenten richten die Abwässer Korallenriffe und Seegraswiesen zugrunde.

 

Shrimpsfarmen werden nach nur drei bis fünf Jahren aufgegeben. Zurück bleibt eine verwüstete Landschaft, die einst ein fruchtbares Küstenökosystem war. Anfang der 70er Jahre gab es weltweit noch rund 160.000 Quadratkilometer Mangrovenwälder. Diese Fläche ist mittlerweile auf etwa die Hälfte zusammengeschrumpft. Der wesentliche Grund dafür: Die wuchernde Shrimpszucht-Industrie.

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Quelle: Greenpeace

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