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Aktion bei Samsung in Brüssel

3.03.2010
Aktion bei Samsung: Produkte weiterhin mit problematischen Chemikalien

Computerbauteil




Der Elektronikhersteller Samsung hat jahrelang den Ausstieg aus besonders gefährlichen Chemikalien in seinen Produkten versprochen, doch bislang nicht eingehalten. Daher haben am 3. März 2010 Greenpeace AktivistInnen vor der Samsung-Zentrale in Brüssel protestiert.

 

Erinnerung an Zusage

Greenpeace-Aktivisten haben heute bei der Benelux-Zentrale des koreanischen Elektronikriesen Samsung in Brüssel protestiert. Sie sind auf die Fassade des Gebäudes geklettert und haben dort ein Transparent mit der Aufschrift „Samsung = Broken Promises“ (Samsung = Gebrochene Versprechen) entrollt. Mit dieser friedlichen Aktion ermahnt die Umweltorganisation den Hersteller, bereits gemachte Zusagen zum Verzicht auf besonders gefährliche Chemikalien einzuhalten.

 

Samsung wollte Vorreiter sein ...

Im Juni 2004 hat Samsung als erste Elektronikfirma angekündigt, bei der Herstellung neuer Modelle zur Gänze auf Polyvinylchlorid (PVC) und bromierte Flammschutzmittel (BFR) zu verzichten. 2006 verpflichtete sich der Hersteller, BFR bis Anfang 2010 aus seinen Produkten zu verbannen. 2007 versprach er, bis Ende 2010 auch kein PVC mehr einzusetzen. Durch diese Zusagen konnte Samsung seine Punktezahl und Reihung im Greenpeace-Ratgeber „Grüne Elektronik“ deutlich verbessern.

 

... und ist jetzt hinter anderen

„Die Stellungnahmen von Samsung haben sich nun als hohle Versprechen erwiesen. Dadurch hat Samsung nicht nur sein Gesicht verloren, sondern ist auch weit hinter Herstellern wie Apple, HP, Nokia und Sony Ericsson zurückgefallen. Diese beweisen seit Längerem, dass ein Ausstieg aus diesen gefährlichen Substanzen möglich ist“, sagt Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin von Greenpeace.

 

Kritik an Kommunikation 

Ein Unternehmen, das selbst gesteckte Fristen nicht einhält, spielt mit dem Vertrauen der Konsumenten. Viele fühlen sich zu Recht von Samsung getäuscht. Wenn es beim Ausstieg aus gefährlichen Chemikalien zu Verzögerungen kommt, so müssen diese – unter Angabe triftiger Gründe – klar kommuniziert werden. Andere Hersteller, die im Ratgeber unter die Lupe genommen werden, sind diesem Erfordernis nachgekommen, einige davon bereits ein Jahr vor Ablauf der gesetzten Frist. Samsung dagegen ließ die Konsumenten bis wenige Wochen vor dem angekündigten Ausstieg im guten (aber leider falschen) Glauben. Mit dieser Hinhaltetaktik konnte der Hersteller den Verlust von Punkten im Greenpeace-Ranking verhindern.

 

Produkte mit gefährlichen Chemikalien 

„Bei Mobiltelefonen und Computern hinkt Samsung anderen führenden Herstellern deutlich hinterher. Nur wenige der angebotenen Geräte kommen ohne gefährliche Chemikalien aus“, so Sprinz weiter. „Sollte hinter den grünen Absichten ein echter Wille stehen, muss Samsung spätestens jetzt mit Unternehmen wie Nokia, Sony Ericsson und Apple gleichziehen. Konsumenten interessieren sich zunehmend für die Auswirkungen der von ihnen verwendeten Produkte auf die Umwelt. Unternehmen, die diesem Wunsch nachkommen, leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag für Gesundheit und Umwelt, sondern haben einen Marktvorteil gegenüber ihren Mitbewerbern.“

 

Problematische Wirkung

Der Chlor-Kunststoff PVC stellt während seines gesamten Lebenszyklus (Herstellung, Verwendung, Entsorgung) eine inakzeptable Belastung für die Umwelt dar. BFR wiederum sind extrem langlebig. Sie dünsten aus den Geräten aus und reichern sich im Organismus von Menschen und Tieren an. Bei der Verbrennung von PVC und BFR im Rahmen unsachgemäßer Recyclingpraktiken entstehen die krebserregenden Dioxine. Ein Großteil des giftigen Elektronikschrotts wird in Asien und Afrika auf diese Weise „entsorgt“ – mit großen Gefahren für Mensch und Umwelt . 

 

Elektronikschrott-Müllberge

In einem aktuellen Bericht kommt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zu dem Schluss, dass sich die Elektronikschrott-Krise in Entwicklungs- und Schwellenländern dramatisch zuspitzen wird, wenn nicht umgehend Maßnahmen zur Lösung dieses Problems ergriffen werden. 

 

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Quelle: Greenpeace

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Update vom 26. 5. 2010

Der im Mai 2010 aktualisierte Ratgeber "Grüne Elektronik" zeigt, dass Samsung mittlerweile weitere Produkte herstellt, die ohne besonders gefährliche Chemikalien auskommen.