Wasserland Österreich Laut Welt-Wasserbericht der UNESCO belegt Österreich den 18. Platz von insgesamt 122 untersuchten Ländern. Das weltweit beste Wasser hat Finnland, gefolgt von Kanada, Neuseeland und Großbritannien. Die Rangliste berücksichtigt die aktuelle Wasserqualität sowie die Fähigkeit und den Willen zur Verbesserung der Situation.
Österreich ist reich an Wasser. Das Hochquellwasser aus den Alpen hat beste Trinkwasserqualität. Glücklich, wer Wasser direkt aus den Alpen bezieht.
Doch wie steht es mit dem Wasser, das in Gebieten intensiver landwirtschaftlicher oder industrieller Nutzung aus dem Wasserhahn fließt?
Raubbau am Grundwasser Gleich einer Haut spannen sich die oberflächennahen Grundwässer, die sich im Mittel binnen 50 Jahren erneuern, über tiefere, noch viel ältere Grundwasservorräte. Im Zuge der Industrialisierung griffen die Menschen in diese Wasserwelt ein. Wegen der zunehmenden Verschmutzung der Flüsse und des oberflächennahen Grundwassers pumpen Wasserwerke und Industrie Wasser aus immer tieferen, jahrhundertealten Vorkommen. Laut Europäischer Wasseragentur ist das Grundwasser unter 60 Prozent der Städte Europas bereits übernutzt. Entlang der gesamten Mittelmeerküste drohen die leergepumpten Bodenschichten durch das unterirdische Eindringen von Meerwasser zu versalzen.
Chemikalien bedrohen Trinkwasser Flüsse und Niederschläge liefern ein Vielfaches mehr als die Menschen zum Trinken benötigen. Dennoch sind auch hier die Wasserressourcen in Gefahr: Es droht die chemische Vergiftung des Lebenselements. Greenpeace Untersuchungen haben ergeben, dass selbst Regenwasser mittlerweile durch schwer abbaubare Chemikalien belastet ist.
Hauptverursacher der Verunreinigung in Österreich: Die konventionelle Landwirtschaft Nach 1945 war Österreichs Regierung bestrebt, die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung durch eine autarke Landwirtschaft zu sichern. Durch Rodung und das Trockenlegen von Feuchtgebieten entstanden riesige neue Nutzflächen. Gleichzeitig wurde der intensive Einsatz von synthetischen Düngemitteln und Pestiziden gestartet. Während seither für die Hersteller der Pestizide die Umsätze in den Himmel wachsen - jährlich rund 80 Millionen Euro - , sickern die Gifte in den Boden. 2005 wurden rund 8.500 Tonnen Pestizide auf österreichische Felder gesprüht. Wasserlösliche Substanzen werden mit dem Regenwasser ausgewaschen und gelangen ins Grundwasser.
Nach dem "Wassergüte in Österreich"-Jahresbericht 2006 des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft sind in Österreich bereits 40,5 % zusammenhängenden Grundwasserkörper verunreinigt. Betroffen sind vor allem niederschlagsarme, durch konventionelle Landwirtschaft genutzte Regionen. Viele Hausbrunnenbesitzer können ihre Brunnen nicht mehr für Trinkwasserzwecke nutzen.
Auf die steigende Verunreinigung des Grundwassers durch Pestizide wurde in den 90er Jahren durch Verbote von einigen Giften reagiert. Zahlreiche neue Pestizide wurden allerdings zugelassen. Pestizide wie Bentazon verunreinigen unser Trinkwasser über den Grenzwert hinaus. Viele der bereits verbotenen giftigen Substanzen (wie zum Beispiel Atrazin und Propazin) sind nach wie vor im Grundwasser nachweisbar.
Konsum-Tipp:
Kaufe Produkte aus biologischer Landwirtschaft. Sie sind nicht nur gesünder, sondern dort werden garantiert keine giftigen Spritzmittel eingesetzt, die die Gesundheit und das Wasser bedrohen.
Quelle: Greenpeace Deutschland, Global 2000
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