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Greenpeace-Aktion bei Boxmark in Feldbach
Greenpeace-Aktion bei Boxmark in Feldbach


Neue Abwasseranalysen: Schaumbildner Tenside zweifach über erlaubtem Grenzwert

 

Greenpeace-Aktivisten haben vor dem Tor des Lederwerks Boxmark in Feldbach gegen die anhaltende Einleitung von illegalen Abwässern in die Raab protestiert.

 

Nachdem die Firmenleitung von Boxmark nicht auf die zehntägige Frist der Umweltschützer für die Vorlage eines Sanierungskonzeptes reagiert hatte, schäumten zwanzig Greenpeace-Aktivisten aus Österreich und Ungarn den Eingangsbereich des Werkes in Feldbach zu. Auf einem Transparent forderten die Aktivisten "Stoppt die Raab-Vergiftung".

 

Greenpeace verlangt von Boxmark, bis spätestens Herbst 2007 alle in Österreich vorgeschriebenen gesetzlichen Abwassergrenzwerte einzuhalten. Außerdem muss das Unternehmen in Hinkunft auf den Einsatz des mutmaßlichen Schaumbildners Naphthalin-1,5-Disulfonat verzichten und die enormen Salz-Einleitungen in die Raab beenden.

 

Die am 30. Mai des Jahres unter Anwesenheit zahlreicher Journalisten in Feldbach gezogenen Abwasserproben haben die ersten Untersuchungsergebnisse bestätigt: Auch der erstmals von Greenpeace untersuchte Parameter "anionische und nicht-ionische Tenside" hat den in der Abwasseremissionsverordnung erlaubten Grenzwert um das fast Zweifache überschritten. Tenside sind Waschmittelsubstanzen, die zumeist Schaum bilden. Beim Wert für den gesamten organischen Kohlenstoff gab es diesmal sogar einen Rekord:  Das Labor an der Montanuniversität Leoben fand 539 mg/l (Milligramm pro Liter), im Gesetz sind dagegen nur 70 mg/l als Grenzwert festgelegt.

 

Die Firmenleitung von Boxmark verweigert den persönlichen Kontakt mit Greenpeace weiterhin. "Boxmark-Chef Christian Schmidt hat dem Wirtschaftsblatt und der Kleinen Zeitung vor einer Woche erzählt, dass er uns zu einem Gespräch einladen will. Bei uns hat er sich aber bis heute nicht gemeldet", sagt Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. Auch der Greenpeace-Brief vom 7. Mai mit der Bitte um Informationen wurde bis heute nicht beantwortet. In der Zwischenzeit hat Greenpeace ein E-Mail von Boxmark an eine ungarische NPO erhalten, das im Jänner 2007 abgeschickt worden war. Darin teilt Boxmark mit, dass in der Lederindustrie keine Naphthalindisulfonate eingesetzt würden. Genau diese Risiko-Chemikalien hat Greenpeace aber in seinen Proben gefunden.

 

"Niemand darf sich über das Gesetz stellen, auch die Firma Boxmark nicht. Dennoch überschreitet sie regelmäßig alle gültigen Abwassergrenzwerte, auch bei den Schaum bildenden Tensiden. Boxmark ist eindeutig verantwortlich für die massive Schadstoffbelastung und den Schaum auf der Raab", stellt Schuster fest.

 

Was du tun kannst: 

Sende jetzt einen E-Mail-Protest an die Firma Boxmark

Mehr Informationen:

Download

FS_Analysenergebnisse_Raab_070611.pdf
Raabschaum - Ergebnisse und Interpretation der Abwasseranalysen und Forderungspaket, Stand: 11.6.2007
   35 K
pruefbericht_raab_0702-07.PDF
aktueller Prüfbericht des Instituts für nachhaltige Abfallwirtschaft und Entsorgungstechnik - Montanuniversität Leoben
   222 K
© Greenpeace