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Wie Bananen produziert werden

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Überblick über die Bananenproduktion

Rund fünfzig Kilogramm Pestizide Herbizide, Fungizide, Insektizide, sowie Nematizide werden jährlich pro Hektar in konventionellen Bananenplantagen ausgebracht. Das ergab eine Studie der Swedish Society for Nature Conservation (SSNC) aus dem Jahr 2005. Im Vergleich dazu werden auf einem heimischen Kartoffelacker nur etwa 4,5 Kilogramm Pestizide pro Jahr und Hektar ausgebracht, also weniger als ein Zehntel der auf Bananenplantagen eingesetzten Chemikalien. Dabei ist die Kartoffel eine der Feldfrüchte mit den höchsten Pestizideinsätzen in unseren Breiten.

 

Die Banane kann damit zurecht als die Pestizidweltmeisterin in der Lebensmittelproduktion gelten. Bis zu sechzig Mal im Jahr fliegen die Sprühflugzeuge mit giftigen Fungiziden gegen den Befall mit dem hartnäckigen "black sigatoka"-Pilz über die Plantagen.

Herbizide zur totalen Vernichtung aller Bodenpflanzen zwischen den Stauden - so genannte Totalherbizide - werden sechs bis sieben Mal im Jahr ausgebracht. Die Fruchtstände werden von Beginn der Wachstumsphase an in mit Insektiziden imprägnierte Plastiksäcke gehüllt, um Insektenbefall zu vermeiden. Mindestens einmal im Jahr werden schließlich die für alle tierischen Organismen extrem schädlichen Nematozide, also Wurmbekämpfungsmittel, gegen mikrobielle Nematoden, die die Wurzeln der Stauden schädigen können, ausgebracht.

 

In Summe ergibt das eine kontinuierliche und im buchstäblichen Sinne atemberaubende Giftmischung, die sich weltweit über bereits mehr als fünf Millionen Hektar  Bananenplantagen erstreckt. Allein das Betreten einer konventionellen Bananenplantage ohne spezielle Schutzkleidung kann für den Besucher gesundheitsgefährdend sein, da etwa die aggressiven Nematizide bereits über den Hautkontakt toxisch wirken. All diese Zahlen gelten zunächst ausschließlich für die intensivlandwirtschaftliche Produktion von Dessertbananen für den Export.

 

Insgesamt werden weltweit mehr als 500 verschiedene Bananensorten angebaut, fast alle dieser Arten dienen jedoch dem lokalen oder regionalen Konsum als Koch- oder Fruchtbananen und werden in kleinbäuerlicher Produktionsweise in 120 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas angebaut. Auf einer typischen Bananenfarm in Südost-Uganda oder in Nord-Tansania können bis zu dreißig verschiedene Bananensorten gedeihen.

 

Nur einige wenige Sorten so genannter Dessertbananen werden hingegen für den Export in die Industriestaaten kultiviert. Während etwa Indien der weltgrößte Bananenproduzent ist, wird fast die gesamte indische Bananenproduktion im Inland konsumiert. Länder wie Ecuador oder Costa Rica hingegen sind auf die Produktion von Exportbananen spezialisiert. Dieser riesige Markt ist immer noch in der Hand einiger weniger Großkonzerne wie Chiquita, Dole, Fyffes oder Del Monte.

 

Die Produktionsweise dieses Marktsegments ist im Allgemeinen auf Intensität, Ertragsreichtum und Großflächigkeit ausgerichtet – es geht darum, möglichst viele makellose Bananen pro Hektar und Zeiteinheit auf den Weltmarkt zu bringen. So werden auf einem Hektar Bananenplantage in Costa Rica bis zu 70 Tonnen vermarktbare Bananen pro Jahr produziert, der Ausschuss an zu kleinen oder beschädigten Bananen nicht eingerechnet!

 

Diese Spezialisierung auf riesige intensivlandwirtschaftliche Monokulturen für die Exportproduktion erhöht die Anfälligkeit der Pflanzen für verschiedene Krankheiten und Schädlinge. Die enormen Mengen an Pestiziden, die kontinuierlich auf den Plantagen ausgebracht werden, spült der tropische Regen täglich in die Entwässerungskanäle, welche jede Plantage durchziehen und anschließend versickern sie im Grundwasser oder fließen in Flüsse und Meere.

 

Die Auswirkungen der Pestizide konnten sogar schon an karibischen Korallen nachgewiesen werden. Die ArbeiterInnen und andere AnrainerInnen der Plantagen sind einer kontinuierlichen Chemikalieneinwirkung ausgesetzt. Auch wenn mittlerweile auf einigen Plantagen verbesserte Schutzvorkehrungen getroffen wurden und PlantagenarbeiterInnen während der Fungizidausbringung aus der Luft die Plantagen verlassen dürfen, stellt die Pestizidbelastung immer noch für hunderttausende Menschen die in intensiven Bananenanbauregionen leben, ein großes gesundheitliches Problem dar.

 

Quelle: Global 2000

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