Home

>Neues bei Ernährung >Check Osterprodukte

Check Osterprodukte

27.03.2010
Der Osterhase würde bio und fair kaufen

Verschiedene Osterprodukte

Osterprodukte - bio und konventionell

marktcheck.at hat auch heuer wieder Osterprodukte untersucht. Unter die Lupe genommen wurden wieder gefärbte Ostereier und heuer erstmals auch Osterschokolade. Für das Osternest empfehlen wir gefärbte Eier aus biologischer Landwirtschaft sowie biologische Osterschokolade mit FAIRTRADE-Gütesiegel.  

 

Ostereier-Check

Das Greenpeace marktcheck.at-Team hat auch heuer wieder gefärbte Ostereier überprüft. Von 25 untersuchten Produkten haben 10 bei Ökologie und Tierschutz „Hervorragend“ oder „Gut“ abgeschnitten. Es handelt sich dabei sowohl um biologische als auch um konventionelle Produkte.

 

Weiterhin Erythrosin

Alle anderen konventionellen Farbeier (SPAR, Schlögl-Ei, Penny, Lidl, Hofer, EZG Frischei oder Merkur) enthalten den roten Farbstoff Erythrosin bzw. E 127. Erythrosin kann Allergien auslösen. Unter bestimmten Bedingungen können nierenschädigende Umwandlungsprodukte entstehen. Erythrosin steht im Verdacht durch die Beeinflussung der Schilddrüse und des Nervensystems an der Ausbildung des hyperkinetischen Syndroms bei Kindern beteiligt zu sein. In der EU ist diese Substanz als R 22, "gesundheitsschädlich beim Verschlucken" eingestuft.



Mit E127 gefärbt


Mit natürlichen Farben gefärbt

Und Chinolingelb

Bei einigen Produkten von EZG Frischei, Schlögl und Delikatessa wurde zum Gelbfärben der Farbstoff Chinolingelb bzw. E 104 eingesetzt. Er hat ganz ähnliche Nebenwirkungen wie Erythrosin und ist in den USA für Lebensmittel bereits verboten. Ab Sommer müssen Produkte mit diesem Farbstoff in der EU mit der Aufschrift „kann die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ gekennzeichnet sein.

 

Gentech-Tierfutter für die Legehenne

AMA-Siegel und Gentechnikfrei-Siegel

Das AMA-Gütesiegel garantiert leider keine Gentechnikfreiheit


Das Siegel der ARGE Gentechnikfrei allerdings schon

Bei Eiern aus biologischer Landwirtschaft ist ausschließlich gentechnikfreies Futter erlaubt. Bei konventionellen Eiern füttern jedoch viele Hersteller ihre Hennen mit Gentech-Tierfutter. Dies ist für KonsumentInnen jedoch nicht erkennbar, da aufgrund der Lücke in der Gentechnikkennzeichnung von Produkten keine Verpflichtung für die Hersteller besteht, diese Information auf den Produkten abzudrucken. 

 

Konventionelle gentechnikfreie Eier erkennen

Das AMA-Gütesiegel für konventionelle Produkte ist leider kein Garant für gentechnikfreies Tierfutter, denn es verpflichtet die EierproduzentInnen nicht zum Einsatz von gentechnikfreiem Futter. Eier mit dem AMA-Gütesiegel wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Gentech-Tierfutter hergestellt. Eine Alternative wäre das Gütesiegel der ARGE Gentechnikfrei, das beispielsweise bei Milch sehr häufig ist und nur bei Produkten verwendet werden darf, die garantiert ohne Gentech-Tierfutter hergestellt werden.

Schweigsame Eierproduzenten

Das marktcheck.at Team hat daher die konventionellen Eierproduzenten angeschrieben und wollte von ihnen wissen, wie die Hennen gefüttert wurden. Einige haben geantwortet, einige jedoch hüllten sich in Schweigen, was eine Abwertung auf "Rot" (Ungenügend) bei der Gentechnik-Bewertung zur Folge hatte.

 

Tierschutz bei Eiern 

Tierschutz-Siegel bei Eiern

KAT-Siegel


Siegel "Tierschutz geprüft"

Bei Frischeiern ist es relativ einfach die Haltungbedingungen der Hennen zu erkennen, da diese mit einem Stempel gekennzeichnet werden müssen. Bei gefärbten Eiern ist dies jedoch nicht mehr so einfach. Bei der Freilandhaltung wurde daher überprüft, ob die Produkte die Siegel "Tierschutz geprüft" oder "KAT" tragen, die eine staatlich anerkannte, unabhängige Kontrolle entsprechend den Richtlinien der artgerechten Tierhaltung garantieren. Produkte, die zwar behaupten "Freilandeier" zu sein, jedoch solche Siegel nicht tragen, wurden bei Tierschutz auf "Orange" (Kritisch) abgewertet.

Schattenseiten der Eierproduktion

Wenig bekannt ist, dass die Küken nach dem Schlüpfen in männliche und weibliche aussortiert werden. Die männlichen Küken werden sofort vernichtet, da sie keine Eier legen und aufgrund ihrer Züchtung auch nicht zur Mast geeignet sind. Legehennen sind üblicherweise nur ein Jahr im Einsatz, danach sind sie nicht mehr so leistungsfähig und werden zu Suppenhühnern verarbeitet.

 

Osterschokolade-Check

Osterschokolade

Osterschokolade

Erstmals wurden heuer auch österliche Schokoladeprodukte überprüft. Von 39 Osterschokoladen erzielten acht Produkte sowohl bei Ökologie, Tierschutz und sozialen Aspekten ein „Gut“ oder „Hervorragend.

 

Unerfreulicher Farbstoff

Leider gab es auch bei den Osterschokoladen ein Produkt, das den problematischen Farbstoff Chinolingelb oder E 104 enthält. Aufgrund der chemischen Verwandtschaft mit Azofarbstoffen wird bei Chinolingelb ein Zusammenhang bei der Auslösung von Pseudoallergien und hyperkinetischem Syndrom vermutet. Die Substanz ist möglicherweise wie Chinolin tumorbildend und daher in den USA für Lebensmittel verboten. In der EU muss dieser Stoff ab Juli 2010 mit "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" gekennzeichnet werden. Dieser Farbstoff ist im Produkt „Hauswirth Schoko-Bananen Osterfiguren“ zu finden.

 

Problematischer Emulgator

Einige Schokohasen enthalten den Lebensmittelzusatzstoff Polyglycerin-Polyricinoleat bzw. E 476 als Emulgator. Diese Substanz kann in höheren Dosen zu Nieren- und Lebervergrößerungen führen und überdies auch die Durchlässigkeit der Darmwand beeinträchtigen. Beim Genuss von Schokolade kann die erlaubte Tagesdosis leicht erreicht und bei Kindern gar überschritten werden. Die Produkte „Derby Sitzhase“ von Penny, „Hoppelhase“ und „Osterhase“ von Hauswirth, der „Schmunzelhase zartherb“ von Milka, der „Smarties Klapperhase“ von Nestlé, das „Osterkörbchen“ von Riegelein und der „KitkKat Crisp Osterhase“ von Nestlé enthalten diesen problematischen Zusatzstoff. 

 

Schokohase und Urwald

Nestlé KitKat Crisp Schokolade-Osterhase

KitKat Crisp Osterhase

Der "KitKat Crisp Osterhase" von Nestlé kann überdies Palmöl aus Urwaldabholzung enthalten. Die Firma Nestlé ist einer der weltweit größten Hauptverbraucher von Palmöl - der Schweizer Konzern setzt es in vielen seiner Produkte ein, darunter auch im KitKat-Schokoriegel. Nestlé kauft Rohstoffe vom indonesischen Hersteller Sinar Mas - dieser rodet wertvolle Regenwälder in Orang-Utan-Gebieten in Indonesien, um Ölpalmenplantagen anzulegen. Daher fordert Greenpeace von Nestlé sämtliche Verträge mit Dritthändlern zu kündigen, die Palmöl von Sinar Mas beziehen.

 

Gentech-Futter für Milch in Schokolade
Ähnlich wie bei den Eiern muss ein konventionelles Schokoladenprodukt nicht gekennzeichnet sein, wenn es Milch von Kühnen enthält, die Gentech-Tierfutter gefressen haben. marktcheck.at hat daher die Hersteller kontaktiert und gefragt, ob die Milchbestandteile in ihren Produkten mit Gentech-Tierfutter hergestellt wurden. Viele Hersteller haben nicht reagiert, daher mussten solche Produkte in der Kategorie "Gentechnik" mit "Rot" (Ungenügend" bewertet werden.

 

Zweifelhafte Tierhaltung

Auch die Haltungsbedingungen der Kühe, welche die in der Osterschokolade enthaltene Milch produzieren machen die meisten der konventionallen Hersteller keine Gedanken. Nicht ein einziges konventionelles Produkt verfügt über eine Tierschutz-Zertifizierung, auch nicht jene von Milka, die vollmundig mit "100% Alpenmilch" werben.

 

Herstellungsbedingungen für Kakao

Von Kindern für Kinder - so lautet offenbar das Motto vieler Schokoladenhersteller, denn nur wenige Produkte sind unter fairen Arbeitsbedingungen entstanden, erkennbar am FAIRTRADE-Gütesiegel. Dass in den Hauptanbaugebieten von Kakao in Ostafrika vorwiegend Kindersklaven unter unwürdigsten Arbeitsbedingungen schuften müssen ist Firmen wie Milka, Lindt, Nestlé & Co offenbar egal. marktcheck.at überprüft bereits seit dem Jahr 2005 regelmäßig Schokoladenikolos, doch bislang hat sich keiner der Schokoladenmultis dazu entschlossen nur ein einziges Produktt mit Kakao aus fairer Produktion zu produzieren.

 

Erfreuliche Verbesserung bei Heindl und Manner

Bei der Überprüfung von Schokoladepralinen im Februar 2010 enthielten Produkte der österreichischen Hersteller Heindl und Manner noch problematische Lebensmittelzusatzstoffe. Beide Firmen kündigten an, dass sie ab sofort die kritisierten Produkte ohne kritische Zusatzstoffe herstellen würden.

Die aktuelle Untersuchung der Osterschokoladen dieser Hersteller zeigt, dass sie sich tatsächlich daran gehalten haben. Ein milchfreies Produkt von Heindl konnte sogar bei Ökologie ein "Grün" (Gut) erzielen. Es wäre wünschenswert, wenn sich diese Hersteller im Bereich Gentech-Tierfutter bei der Produktion der Milchbestandteile sowie hinsichtlich der fairen Produktion der Kakaobestandteile in ihren Schokoladeprodukten in ähnlicher Weise engagieren würden.

 

Merkwürdiges Kombiprodukt

Kombiprodukt von Toni's

Kombiprodukt von Toni's

Die Firma Toni's Freilandeier bietet ausschließlich biologische oder konventionelle Freilandeier an. Im Vorjahr war Toni's einer der ersten Hersteller, der bei seinen konventionellen Ostereiern auf problematische Farbstoffe verzichtet hat. Fast alle Ostereierprodukte schneiden daher bei Ökologie und Tierschutz Grün! (Hevorragend) oder Grün (Gut) ab. Leider nicht alle, denn in einem der überprüften Produkte ist eine Zugabe der Firma Lindt enthalten, ein Lindt Schokoladenei, und zwar im Produkt "Toni's 6 Ostereier aus Freilandhaltung + 1 Lindt Schokoladenei".

 

Schokolade deutlich schlechter als Eier

Im Gegensatz zu Toni's hat bei sämtlichen Schokoladenüberprüfungen von marktcheck.at noch nie ein Produkt der Firma Lindt bei Ökologie oder Tierschutz ein Grün! (Hevorragend) oder ein Grün (Gut) erzielen können. Dies liegt daran, dass die Produkte der Firma Lindt über keine seriösen Ökologie- oder Tierschutz-Gütesiegel verfügen. Diese Firma stellt, wie viele andere Schokoladehersteller, leider auch keine Informationen über die Produktionsbedingungen ihrer Schokolade zur Verfügung.

Daher ist davon auszugehen, dass die Milchbestandteile der Lindt Produkte aus Massentierhaltung stammen und die Kühe Gentech-Tierfutter gefressen haben. Auch bei den Kakaobestandteilen ist davon auszugehen, dass diese aus Kinderarbeit stammen, da sie kein FAIRTRADE-Siegel tragen.

 

Empfehlungen werden ignoriert

Daher musste das Osterei-Kombiprodukt von Toni's bei Ökologie und Tierschutz deutlich schlechter bewertet werden als alle anderen Osterei-Produkte von Toni's. Es erreicht bei Ökologie nur "Orange" (Kritisch) und bei Tierschutz gar ein "Rot" (Ungenügend). Aufgrund der Schokoladebeigabe musste es auch bei den sozialen Aspekten bewertet werden und auch dort erzielt es ein "Rot" (Ungenügend). Die Empfehlung des marktcheck.at-Teams, eine Zugabe eines anderen Herstellers zu verwenden oder auf das Lindt-Ei zu verzichten, ist die Firma Toni's leider nicht gefolgt.

 

 

Tipps für KonsumentInnen 

  • Beim Ostereinkauf an den Produktlisten für Ostereier und für Osterschokolade orientieren.
  • Wenn es beim Einkauf schnell gehen muss Ostereier und Osterschokolade aus biologischer Landwirtschaft wählen. Sie enthalten garantiert keine problematischen Farbstoffe oder Emulgatoren. Schokolade sollte zusätzlich das FAIRTRADE-Gütesiegel tragen, das fair produzierte Schokolade garantiert.
  • Bei konventionellen Produkten erkennt man problematische Zusatzstoffe an den KürzelnE 104“ (für Chinolingelb), „E 127“ (für Erythrosin), und/oder „E 476“ (Polyglycerin-Polyricinoleat) im Kleingedruckten.
  • Wer mit dem Abschneiden seines Lieblingsproduktes unzufrieden ist, sollte die Herstellerfirma kontaktieren, und sie dazu anregen ihr Produkt zu verbessern.
  • Jetzt beim Online Protest an Nestlé mitmachen: Nestlé muss sämtliche Verträge mit Dritthändlern kündigen, die Palmöl aus Urwaldabholzung beziehen.

 

Weiterlesen: 

 

  

Quelle: Greenpeace

© Greenpeace 2010[Impressum][Datenschutz]