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Ostereier-Check 2011

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19.04.2011
Ausschließlich unbedenkliche Farbstoffe bei den Eiern im Oster-Check

Bunte Eier im Ostergras

marktcheck.at hat auch heuer wieder Ostereier unter die Lupe genommen und kann frohlocken: Sämtliche Eier im Check sind mit unbedenklichen Farbstoffen gefärbt. Nicht empfehlenswert ist es hingegen, unverpackte Ostereier zu kaufen. Denn deren Kennzeichnung ist mangelhaft.

 

Gute Neuigkeiten
Das Greenpeace marktcheck.at-Team hat sich heuer 20 Ostereier-Produkte näher angeschaut und kann durchaus Erfreuliches vermelden: Von den 20 Produkten sind 16 aus ökologischer Sicht empfehlenswert, sechs Bioprodukte erreichen die Höchstnote „Hervorragend“.

Begrüßenswert ist nicht nur die Verbesserung beim Einsatz von unbedenklichen Farbstoffen. Auch im Bereich Gentechnik und bei der Verpackung gibt es positive Entwicklungen.

 

Frei von problematischen Farbstoffen
Die gute Bewertung der geprüften Eier resultiert vor allen Dingen auf den Verzicht des roten Farbstoffes Erythrosin (E 127) und der problematischen Azo-Farbstoffe bei der Färbung der Eier. Erstmals waren alle Produkte, die in Wiener Supermärkten und Bio-Supermärkten gekauft wurden, mit natürlichen oder naturidenten Farbstoffen gefärbt.

Die negativen Nebenwirkungen dieser problematischen Farbstoffe sind bei Ausführungen zu unverpackten Eiern näher erläutert.

 

Gentechnik im Tierfutter 

AMA-Siegel und Arge Gentechnikfrei-Siegel

Das Gütesiegel der AMA garantiert keine Gentechnikfreiheit


Das ARGE-Siegel schon.

Bei konventionellen Produkten verwenden viele Hersteller zur Fütterung  der Tiere Gentech-Soja. Dies ist für KonsumentInnen jedoch nicht erkennbar, da aufgrund der Lücke in der Gentechnik-Kennzeichnung keine Verpflichtung für die Hersteller besteht, diese Information auf den Produkten abzudrucken. 

Erstmals ist heuer die Mehrheit aller gecheckten Ostereier gentechnik-frei. Damit stellt diese Produkt-Kategorie leider nur die Ausnahme dar; bei der Mehrheit aller Produkte mit tierischem Inhalt kommt sehr wohl Gentech-Futter zum Einsatz.

Das AMA-Gütesiegel für konventionelle Produkte ist leider kein Garant für gentechnikfreies Tierfutter, denn es schließt den Einsatz von Gentech-Futter nicht aus.

 

Garantiert gentechnikfrei gefüttert

Bei Eiern aus biologischer Landwirtschaft kommt keine Gentechnik zum Einsatz; jedes Bio-Siegel garantiert natürlich auch gentechnikfreie Fütterung.

Das Gütesiegel der ARGE Gentechnikfrei ist heuer erfreulicherweise häufig auf den Eierpackungen zu finden. Es bedeutet, dass bei der Herstellung des Produktes keine Gentechnik zum Einsatz gekommen ist und die Kontrolle von unabhängigen Stellen erfolgt.

 

Ganze 16 Ostereier-Produkte im Check wurden ohne den Einsatz von Gentechnik hergestellt und sind auf marktcheck.at demzufolge "Grün!" also  "Hervorragend" bewertet.

 

Verpackung aus Recycling-Kunststoff

Hinweis auf Recycling-Kunststoff

Aus ökologischer Sicht sind Verpackungen aus Karton oder aus Recycling-Kunststoff zu empfehlen. 12 der 20 getesteten Produkte entsprechen heuer dieser Empfehlung. 

War bei den Ostereiern im Vorjahrescheck nur ein Produkt in Recycling-Kunsstoff verpackt, so ist dies heuer die Mehrheit bei den in Plastik verpackten Eiern.

Schade, dass nicht alle Produzenten die KonsumentInnen auf der Verpackung darüber informieren. Erst die Nachfrage beim Produzenten ergab, dass etliche Ostereier diesen ökologischen Vorteil haben.

Kritisch bewertet wurden Produkte mit Überverpackung oder herkömmliche Kunststoff-Verpackungen. Um das Bild zu Vergrößern einfach darauf klicken.

 

Tierschutz bei Eiern

Tierschutz-Siegel bei Eiern

KAT-Siegel


Siegel "Tierschutz geprüft"

Bei Frischeiern ist es relativ einfach die Haltungsbedingungen der Hennen zu erkennen, da diese mit einem Stempel gekennzeichnet werden müssen. Bei gefärbten Eiern kann man sich an den Hinweisen auf der Verpackung orientieren oder auf die Aussagen der VerkäuferInnen verlassen.

Die besten Haltungsbedingungen haben Tiere dann, wenn sie hinsichtlich Tierschutz geprüft sind. Die beste Wahl sind Bio-Eier aus Freilandhaltung mit einem entsprechenden Prüfsiegel.

 

Eier aus Österreich

Die Recherchen von des marktcheck.at Teams haben ergeben, dass zwar mehrheitliche österreichische Eier unter der bunten Schale stecken, aber auch Eier aus den Ländern der europäischen Union sich unter die Ostereier in Österreichs Supermärkten gemischt haben.

Österreichische Herkunft bedeutet einen geringerer Transportaufwand und eine höhere Wahrscheinlichkeit ein Produkt zu kaufen, dass ohne den Einsatz von Gentechnik hergestellt wurde. Marktcheck.at empfiehlt den KonsumentInnen unbedingt auf die entsprechenden Hinweise auf der Verpackung zu achten.

Durchgefallen ...

Kombi-Produkt von Toni's

Durchgefallen beim Check ist das Produkt "Toni's 6 Ostereier aus Freilandhaltung + 1 Lindt Schokoladenei". Seit mehreren Jahren hält die Firma an diesem Produkt fest, obwohl es von marktcheck.at als "Orange" also "Kritisch" eingestuft wird.

Bei der Schokolade von Lindt besteht der Verdacht, dass Gentechnik-Futter zum Einsatz gekommen ist. Weiters hat das Produkt kein Tierschutzsiegel, das die artgemäße Haltung der Tiere garantiert. Und last but not least gibt es keinen Hinweis, dass der Kakao aus fairer Produktion stammt.

 

Auch wenn heuer beim Ostercheck Schokolade-Produkte nicht am Prüfstand standen, so wollen wir den UserInnen von marktcheck.at die Bewertung des Misch-Produktes von Toni's nicht vorenthalten:

Ökologie: Orange; Abwertung aufgrund von Gentechnik, Transport und Verpackung

Tierschutz: Rot

Soziales: Rot

 

Aktuell: Stellungnahme von Toni's

Frau Hubmann hat Greenpeace am 18.4.2011 kontaktiert und informiert, dass das Produkt in der bestehenden Form - also mit Schokoladen-Ei von Lindt - heuer zum letzten Mal erhältlich sein wird. 2011 würden die bestehenden Packungen aufgebraucht. Für Ostern 2012 wird ein Schokoladen-Lieferant gesucht, der sowohl in den Bereichen Ökologie und Tierschutz als auch im sozialen Bereich den Anforderungen von Greenpeace entspricht.

 

Unverpackte Ostereier

Lose Eier, gekauft bei Anker und Der Mann

Problematisch sind "lose" verkaufte Eier, die es z.B. in Bäckereien oder auf Märkten erhältlich sind. Laut Gesundheitsministerium können Eier beim Bäcker oder Greißler durchaus lose verkauft werden, sofern der Händler/Verkäufer in der Lage ist, Angaben über Qualität und Herkunft des Eies zu machen. Wie sich das in der Praxis darstellt, haben MitarbeiterInnen von marktcheck.at recherchiert:

Schlecht informiertes Personal

Probekäufe haben gezeigt, dass das Verkaufspersonal in einer Anker- und einer Mann-Filiale keinerlei Informationen zu folgenden Bereichen geben konnte:

  • zur Herkunft der Eier,
  • zur Haltungsform,
  • zur Haltbarkeit sowie
  • zur Art der Fütterung der Hennen und
  • zu den verwendete Farbstoffen

Dies verdeutlicht, dass die Richtlinien für "lose" verkaufte Eier derzeit ungenügend sind.

 

Problematische Farbstoffe

Die folgenden Farbstoffe sind bis dato zur Färbung der Ostereier eingesetzt worden. Auch wenn sich die Stoffe bei den Produkten im Ostereier-Check 2011 nicht fanden, ist nicht auszuschließen, dass dennoch Eier mit diesen Farbstoffen erhältlich sind:

Azo-Farbstoff wie E 104, Chinolingelb (gelber Farbstoff) und
* der rote Farbstoff E 127, Erythrosin

Sowohl Azo-Farbstoffe als auch E 127 können allergische Reaktionen hervorrufen und stehen im Verdacht, an der Ausbildung des hyperkinetischen Syndroms bei Kindern beteiligt zu sein. Sie müssen ab Juli 2010 in der EU mit "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" gekennzeichnet werden.

 

Die Liste am Ende dieses Artikel informiert über alle Lebensmittelzusatzstoffe, die "Rot" also "Ungenügend" in der marktcheck.at-Bewertungsskala sind. Auch wenn Erythrosin und die Azo-Farbstoffe erstmals nicht mehr zum Eierfärben eingesetzt wurden, sind sie bei anderen Produkten im Handel leider immer noch zu finden.

 

Gesetzliche Regelung ist notwendig

Greenpeace fordert klare gesetzliche Regelungen: Am Verkaufsort in unmittelbarer Nähe zum Produkt müssen die erforderlichen Informationen gut sichtbar angebracht werden. Das marktcheck.at Team empfiehlt daher, wenn dann nur verpackten Produkte zu kaufen und sich an der Produktliste des Osterchecks zu orientieren.

Die Ostereier-Checks - ein Rückblick

Der Blick in die Vergangenheit zeigt, wie sich die Situation bei den Ostereiern in den letzten Jahren wesentlich zum Besseren verändert hat.

Waren 2005 nur 2 von 25 Produkten, 2010 immerhin schon 10 von 25 Produkten im Test empfehlenswert, ist das Ergebnis heuer umso erfreulicher:

16 Produkte, die bei Ökologie "Hervorragend" bzw. "Gut" bewertet sind!. 2011 wurden nur 20 Produkte gecheckt, weil Produkte eines Herstellers mit gleicher Bewertung teilweise nur in einer Verpackungseinheit (bei 6er- und 10er-Packung also nur ein Produkt) gekauft wurden.

Die folgenden Produktlisten geben detaillierten Einblick in diese positive Entwicklung über die letzten Jahre:

 

Dieser Erfolg ist nicht zuletzt der hartnäckigen Arbeit des Teams von marktcheck.at und der phantastischen Unterstützung von vielen engagierten KonsumentInnen zu verdanken!

 

Tipps für KonsumentInnen 

  • Beim Ostereinkauf an der Produktliste für Ostereier orientieren.
  • Wenn es beim Einkauf schnell gehen muss, empfehlen sich Ostereier aus biologischer Landwirtschaft.
  • Möglichst zu verpackten Produkten greifen und auf die Verpackungsinformationen und entsprechenden Gütesiegel achten.
  • Nur Produkte kaufen, bei denen die Herkunft aus Österreich  eindeutig ersichtlich ist.
  • Ostereier - gemeinsam mit Freunden und Familie - selber färben!

 

Zum Ergebnis des Ostereier-Checks 2011

  

Quelle: Greenpeace

Download:

e-nummern_rot.pdf
Liste von Rot bewerteten E-Nummern. Einfach ausschneiden und in der Mittel falten - passt in jede Brieftasche.
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