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Illegaler Elektronikmüll in Nigeria

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18.02.2009
Greenpeace deckt illegale Elektronik-Müllabladung in Nigeria auf



Greenpeace hat den Weg von Elektronikschrott verfolgt.

Greenpeace deckt auf, dass Elektronikmüll von England nach Nigeria geschmuggelt wurde. Und Nigeria ist nur eines von vielen Ländern, die mit giftigem Elektronikmüll der Industriestaaten zugemüllt wird.

 

Anstelle ihre Produkte verantwortungsvoll zu recyceln senden Elektronik-Unternehmen ihre Produkte auf die lange Reise in Entwicklungsländer, wo Bevölkerung und Umwelt giftigem Elektronikschrotts ausgesetzt sind.

 

"Unternehmen sollten diesen illegalen Gift-Schmuggel stoppen, indem sie ihre Produkte frei von gefährlichen Komponenten gestalten. Es ist unabdingbar, dass sich Unternehmen ihrer Verantwortung bewusst werden, und ein sicheres Recycling ihrer Produkte anstreben. Wir müssen mit dem Zumüllen der Entwicklungsländer aufhören!", empört sich der Greenpeace Chemie-Experte Martin Hojsik.

 

In Entwicklungsländern landet tonnenweise Elektronikschrott. Die Ärmsten der Armen, in den meisten Fällen Kinder, zerlegen Fernseher, Handys, Spielkonsolen und andere elektronische Geräte. Es gibt keine Sicherheitsvorkehrungen, das Wissen um diese gefährlichen Chemikalien ist nicht vorhanden. Ohne es zu wissen sind sie solchen Substanzen wie Quecksilber, Kadmium und Blei ausgesetzt und gefährden die eigene Fortpflanzung, ihr Gehirn und ihre Nieren.

 

Durch einen Hinweis wurde Greenpeace auf diese Missstände aufmerksam gemacht. Das Greenpeace-Team hat den Weg eines defekten Gerätes von Europa in ein Entwicklungsland verfolgt und dokumentiert:

  • Ein irreperabler und kaputten Fernsehapparat wurde mit einem Rückverfolgungs- und Routen-Kontrollgerät ausgestattet.
  • Dieser wurde zum Recyclingamt in Hampshire (England) gebracht.
  • Anstatt dieses Gerät entsprechend der gesetzlichen Richtlinien sicher in England oder Europa zu recyclen wurde es der beauftragten Müllagentur BJ Electronics übergeben.
  • In weiterer Folge landete es als "Second-Hand-Ware" in Nigeria.

 

Nie wurde das Funktionieren des Gerätes getestet, bevor es mit ähnlichen anderen Fernsehgeräten in einen Container verfrachtet wurde. Laut EU-Gesetz ist es illegal, Elektronikmüll zu exportieren.  Greenpeace verfolgte den gesamten "Müllweg" des Fernsehers mittels GPS-Punkten des Routen-Kontrollgeräts.

 

Tausende alter elektronischer Produkte und Komponenten machen sich täglich auf den Weg nach Afrika. Die EU-Richtlinien des Handels mit Elektronik-Müll werden dabei ignoriert. Einige Geräte werden repariert und wiederverwendet, doch die Mehrzahl ist unreparierbar und wird in Länder abgeschoben, wo es keine Möglichkeiten eines sicheren und verantwortungsvollen Recyclings gibt. Europa, USA, Japan und Südkorea missbrauchen Entwicklungsländer wie Nigeria, Ghana, Pakistan, Indien und China als ihre Mülldeponien.

 

Elektronikhersteller müssen mehr Verantwortung für ihre Altgeräte übernehmen. Sie müssen sich darum bemühen den von ihnen produzierten Sondermüll einzusammeln und verantwortungsvoll zu recyclen. Das setzt auch voraus, dass sie Rücknahmestellen einrichten und ihre Produkte keine gefährlichen Substanzen enthalten, damit diese sicherer und einfacher wieder verarbeitet werden können.

 

 

Der Weg des Fernsehers von England nach Nigeria

Bilder-Show mit Ton (englisch)

Mehr zum Thema:

 

Weiterführende Links auf der Website von Greenpeace International (englisch):

 

Quelle: Greenpeace

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