Im Vorfeld des morgen im Bundeskanzleramt stattfindenden Verkehrsgipfels übt Greenpeace heftige Kritik am Vorschlag, mittels einer Prämie für die Verschrottung von älteren Autos die CO2-Emissionen des Verkehrs zu reduzieren.
Verschiedene Organisationen haben die Einführung einer Verschrottungsprämie als Anreiz gefordert, um alte Autos aus dem Verkehr zu ziehen. So sollen nicht nur die Verkaufszahlen für Neuwagen erhöht, sondern auch die CO2-Emissionen verringert werden. Vorgeschlagen wird eine Prämie von eintausend Euro pro Fahrzeug, falls das Auto älter als zwölf Jahre alt ist.
"Verschrottungsprämien kosten viel und bringen wenig fürs Klima. Das Geld könnte anders wirkungsvoller eingesetzt werden", so Energieexperte Jurrien Westerhof von Greenpeace.
Berechnungen von Greenpeace zeigen, dass die Kosten pro vermiedene Tonne CO2-Emissionen in Vergleich zu anderen Klimaschutzmaßnahmen sehr hoch sind.
Vergleicht man diese CO2-Vermeidungskosten mit den Kosten anderer Klimaschutz-Maßnahmen, dann wird klar, dass eine Verschrottungsprämie klimapolitisch gesehen sehr ineffizient ist.
Vermeidungskosten pro Tonne CO2:
Verschrottungsprämie
(laut ARBÖ-Vorschlag) | | ca. 1000 Euro | Biotreibstoffe | | 150 - 300 Euro | Solarstrom | | 150 - 200 Euro | Windenergie | | 20 - 50 Euro | Solarwärme | | 20 - 40 Euro | Sparlampen | | - 90 Euro | Wärmedämmung | | - 130 Euro |
Abgesehen von den hohen Kosten gibt es noch ein Problem mit Verschrottungsprämien. Denn ist das Auto zu neu, macht eine Verschrottung noch keinen Sinn, weil der Energieaufwand bei der Produktion noch nicht "zurückverdient" ist. Ist das Auto aber zu alt, dann würde es ohnehin bald aus dem Verkehr verschwinden, unabhängig von einer Prämie. Es bleibt also ein Zeitfenster von nur wenigen Jahren, wo es tatsächlich sinnvoll wäre für das Verschrotten zu bezahlen.
"Autos, die sowieso bald von der Straße verschwinden würden, zuvor noch 1.000 Euro in den Auspuff zu schieben, kostet nur Steuergeld und bringt nichts für das Klima", so Westerhof, "Die Autoindustrie hat den Klimawandel jahrelang verschlafen und hauptsächlich Spritfresser gebaut. Wenn die gleiche Autoindustrie jetzt den Klimawandel als Grund angibt, um den Verkauf von neuen Autos mit einer Prämie zu fördern, dann ist Skepsis angebracht."
Greenpeace ruft die Bundesregierung auf, den Vorschlag nicht zu unterstützen. "Mit dem Beschluss einer derart teuren Klimaschutzmaßnahme wie der Auto-Verschrottungsprämie setzt die Regierung aufs falsche Pferd", so Westerhof, "Mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien oder mit einer Wärmedämmungsoffensive ist mehr Klimaschutz für weit weniger Geld zu haben. Zudem würden in diesen Bereichen auch Arbeitsplätze geschaffen."
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Quelle: Greenpeace |