Greenpeace freut sich über den Erfolg, dass die größte europäische Molkerei "Campina" künftigt bei der Marke Landliebe auf Gentech-Tierfutter verzichten wird.
Greenpeace begrüßt, dass Campina die Milch für ihre Premium-Marke Landliebe in Zukunft frei von Gentechnik produzieren wird. Das Unternehmen reagiert damit auf die Forderung von Greenpeace, auf den Einsatz von Gentech-Soja für Lebensmittel zu verzichten. Weiters folgt es auch dem guten Beispiel der österreichischen Molkereien, die seit einer Greenpeace-Kampagne im Jahr 2004 überwiegend gentechnikfreie Futtermittel verwenden.
"Obwohl Campina Jahre lang Ausreden vorbrachte, weshalb gentechnikfreie Fütterung nicht möglich sei, haben sie es nun doch geschafft. Was also Druck von Seiten der Öffentlichkeit sowie ein wenig guter Wille alles möglich machen kann", zeigt sich Greenpeace-Sprecher Philipp Strohm zufrieden.
Ab Oktober wird die gentechnikfreie Fütterung für die Landliebe-Trinkmilch gelten. Joghurt und Dessert werden im Frühjahr 2009 folgen, was dann auch Auswirkungen auf den österreichischen Markt haben wird, nachdem Campina hierzulande derzeit mit ausschließlich diesen Produkten vertreten ist.
Zusätzlich zur Fütterung ohne Gentechnik will Campina seine Landliebe-Produkte nur mehr mit europäischem Tierfutter erzeugen. Die Verwendung von Soja will die niederländische Firma mit deutschem Sitz in Heilbronn generell ausschließen. Der Soja-Anbau in Südamerika ist eine der Hauptursachen für die alarmierende Urwaldzerstörung. Durch die regionale Fütterung für die Marke Landliebe kann nun jährlich auf den Anbau von etwa 9.200 Tonnen Sojabohnen verzichtet werden. Dies entspricht einer Anbaufläche in der Größe von 4.600 Fußballfeldern.
Das gleiche Problem der gentechnisch veränderten Soja aus Südamerika ist aber nicht nur in der Milchwirtschaft virulent: Österreich importiert auch jedes Jahr etwa 600.000 Tonnen Gentech-Soja als Futtermittel für Schweine und Hühner. Das Fleisch von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden, muss in Österreich nicht gekennzeichnet werden. Auch die AMA schließt gentechnisch veränderte Futtermittel für ihr Gütesiegel nicht aus.
"Das AMA-Gütesiegel bedeutet nicht, dass das Fleisch von Tieren stammt, die gentechnikfrei gefüttert wurden. Wer also Schweinefleisch mit dem AMA-Siegel kauft, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass dabei auch Gentech-Soja aus Südamerika zum Einsatz kam", warnt Strohm.
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Quelle: Greenpeace |