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Piratenfisch in Österreichs Supermärkten

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28.02.2006
Supermärkte müssen Produkte aus Regal entfernen.


Erstmals hat Green­peace in Österreich ein Fischprodukt gefunden, das mit hoher Wahr­schein­lich­keit aus ille­galer Piratenfischerei stammen kann. Das Tiefkühl-Fischprodukt "Iglo Dorsch 100% Filet", das von Greenpeace in Wiener Filialen von Zielpunkt, Merkur und Spar entdeckt wurde,  kann illegal gefangenen Fisch enthalten, der auf ver­schlun­gen­en Wegen in österreichische Supermärkte und damit auf die Teller der österreichischen Konsu­men­tInnen gelangt.

 

So kauft Iglo unter anderem Fisch vom russisch-schwedischen Konzern ‚Ocean Trawlers’, der mit Piratenfischern arbeitet. ‚Ocean Trawlers’ liefert Kabeljau (Dorsch wird auch als Kabeljau bezeichnet) an eine Iglo-Fischfabrik in Bremerhaven. Das von Greenpeace bei Zielpunkt aufgespürte Produkt stammt aus dieser Fabrik. Laut Produktdeklaration wurde der enthaltene Fisch u.a. im Nordostatlantik gefangen und stammt aus der Unilever Fischfabrik Frozen Fish International in Bremerhaven. An diese liefert Ocean Trawlers Kabeljau-Produkte.

 

Piratenfischer laden Fisch auf hoher See auf Gefrier­schiffe um, um ein Überschreiten legaler Fangquoten zu vertuschen. Diese Piratenschiffe schmuggeln den Fisch dann in europäische Häfen wie Bremerhaven, Grimsby in Großbritannien oder auch Eemshaven in den Niederlanden, wo die Kontrollen erwiesener­maßen äußerst nachlässig sind.

 

"Zielpunkt, Merkur und Spar müssen von Iglo umgehend den Nachweis fordern, woher der Kabeljau stammt und dass dieser legal gefangen wurde." fordert Nina Thüllen von Greenpeace. "Die jetzt bekannt gewordenen Fälle im Nordostatlantik sind nur die Spitze des Eisberges. Kann der Beweis, dass es sich um legalen Fisch handelt, nicht innerhalb von einer Woche erbracht werden, so müssen die Produkte aus dem Regal genommen werden."

 

2005 lag die Russland zugeteilte Quote für Kabeljau aus der Barentssee, dem betroffenen Seegebiet des Nordostatlantiks nördlich von Murmansk, bei 200.000 Tonnen. Das norwegische Fischerei-Direktorat schätzt hingegen, dass mindestens weitere 100.000 Tonnen von russischen Trawlern gefangen werden. Dieser Kabeljau aus der Barentssee wird in europäischen Häfen angelandet und dort nicht korrekt von der offiziellen Quote abgezogen. Es wird geschätzt, dass Volumen der gleichen Größenordnung auch in den Jahren 2002 bis 2004 illegal in Europa angelandet wurden.

 

Piratenfischer umgehen internationale Fischerei­abkommen, indem sie ihre Schiffe in Billigflaggen-Länder registrieren lassen. Billigflaggenländer treten zuständigen Fischereiabkommen nicht bei und haben somit keine Fangquote zu beachten. Die Welt­er­nährungs­organisation FAO schätzt, dass in einigen Fischereien die illegalen Fischer über 30 Prozent der gesamten Fangmenge abschöpfen.

 

Derzeit untersucht Greenpeace, ob noch weitere Fisch-Produkte in Österreichs Supermarktregalen potenzielle Piratenfischereiprodukte sind. Entsprechende Anfragen an Supermärkte laufen derzeit. "In Zukunft müssen die Supermärkte dafür sorgen, dass ihre Regale frei von illegalen Fischprodukten sind", schließt Thüllen.

 

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Quelle: Greenpeace

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