Greenpeace protestiert heute in Wien gegen die fehlende Transparenz des niederländischen Mode-Labels bei der Herstellung seiner Textilien. Aufgrund der internationalen "Detox"-Kampagne von Greenpeace haben Adidas, C&A, H&M, Puma und Nike zugesichert, gefährliche Chemikalien bei ihrer Textil-Produktion künftig nicht mehr zu verwenden. Von G-Star gibt es bis dato keine konkreten Zusagen.
Schaufenster mit Totenköpfen verklebt
Heute haben Greenpeace AktivistInnen die Schaufenster der G-Star-Filiale in der Wiener Neubaugasse mit Totenkopf-Symbolen zugeklebt. Totenköpfe werden bei Chemikalien als Gefahrensymbol für giftige Substanzen verwendet. Damit weisen die Greenpeace-AktivistInnen auf die Gefahr des Einsatzes gefährlicher Substanzen bei der Herstellung von G-Star-Produkten in den Herstellerländern hin.
Gefährliche Chemikalien in der Textil-Produktion
Greenpeace kritisiert die mangelnde Transparenz des Unternehmens. „G-Star verkauft sich in der Öffentlichkeit als umweltfreundlich. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus“, sagt Greenpeace Konsumentensprecherin Claudia Sprinz. „Die Menschen haben ein Recht zu erfahren, welche gefährlichen Chemikalien verwendet werden. Greenpeace fordert von G-Star mehr Transparenz sowie einen konkreten Zeitplan zum Ausstieg aus der Verwendung umwelt- und gesundheitsschädlicher Substanzen bei der Herstellung ihrer Produkte“, so Sprinz.
Greenpeace bringt Mode-Labels zum "Entgiften"
Aufgrund der Greenpeace „Detox“-Kampagne im Jahr 2011 haben Adidas, C&A, H&M, Puma und Nike konkrete Pläne zum Ausstieg aus der Verwendung von gefährlichen Chemikalien in der Produktion ihrer Textilien vorgelegt. Sie wollen bis 2020 mittels einer Roadmap ihre gesamte Produktionskette giftfrei gestalten. Auch G-Star hat eine Stellungnahme veröffentlicht, doch im Gegensatz zu den konkreten Schritten der anderen Unternehmen gab es von G-Star bislang nur schwammige Bekundungen, wie beispielsweise, dass die Freisetzung gefährlicher Chemikalien „so weit als möglich“ reduziert werden solle. Gleichzeitig stellt sich jedoch das Unternehmen auf der eigenen Website als ökologisch vorbildlich dar.
Greenpeace-Kampf gegen "Schmutzige Wäsche"
Greenpeace hat im Sommer 2011 mehrere Berichte zum Thema Chemikalien in der Textilproduktion veröffentlicht. Im März 2012 hat Greenpeace in einer erneuten Untersuchung nachgewiesen, dass bis zu 94 Prozent Nonylphenolethoxylate (NPE NPE in Import-Textilien nach der ersten Haushaltswäsche freigesetzt werden. Gelangt dieses Substanz in das Abwasser, entsteht das Umweltgift Nonylphenol (NP). Dieser Stoff kann von Kläranlangen nicht vollständig herausgefiltert werden und landet so auch in heimischen Gewässern. NP ist eine giftige, schwer abbaubare und hormonell wirksame Chemikalie. Sie schadet Fischen und anderen Wassertieren bereits in niedrigen Mengen und kann die Entwicklung der Geschlechtsorgane stören.
„Greenpeace fordert von G-Star das Greenwashing zu beenden und einen konkreten Maßnahmenplan zur Entgiftung seiner gesamten Produktionskette zu veröffentlichen,“ so Sprinz abschließend.
Was G-Star tun muss
Das fordert Greenpeace von G-Star:
• Ein Treffen mit dem G-Star Eigentümer und Geschäftsführer Jos von Tilburg, denn nur er ist in der Lage, weichenstellende Entscheidungen zu treffen.
• G-Star muss Auskunft geben, welche gefährlichen Chemikalien bei der Herstellung seiner Produkte eingesetzt werden.
• G-Star muss eine konkreten Zeitplan mit Ziel eines Komplettausstiegs aus der Verwendung gefährlicher Stoffe wie NPE vorlegen.
Was jede/r tun kann:
• Schreibe einen Brief an G-Star. Frag das Unternehmen, welche chemischen Substanzen bei der Herstellung der G-Star-Produkte eingesetzt werden und wann das Unternehmen aus der Verwendung gefährlicher Chemikalien aussteigen wird. Senden Sie den Brief an G-Star, z. H. Carolien van Wersch, Postbus 121777, 1100 AD Amsterdam Zuidoost, Niederlande.
• Sollte das Unternehmen antworten, senden Sie bitte diese entweder per E-Mail an marktcheck@greenpeace.at oder per Post an Greenpeace CEE, z.H. marktcheck.at-Team, Fernkorngasse 10, 1100 Wien
Unterlagen und Infos zu den bisherigen Veröffenlichtlichungen im Rahmen der "Detox"-Kampagne von Greenpeace:
Weitere Infos auf marktcheck.at:
Quelle: Greenpeace |