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Fragen zu Ökostrom

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Fragen und Antworten zu Ökostrom

Was ist Ökostrom?
Was ist das Ökostromgesetz?
Wie kommt Ökostrom zu mir?
Wie profitiert die Umwelt davon?
Was brauche ich dazu?
Was ist mit anderen Ökostrom-Modellen?
Warum möchte Greenpeace ein neues Ökostromgesetz?
Wie würde ein zukunftsfähiges Ökostromgesetz aussehen?
Was ist Ökostrom?

Wirklicher Ökostrom stammt aus folgenden erneuer­baren Energiequellen:

  • Photovoltaik (Sonnenenergie),
  • Windkraft,
  • Geothermie (Erdwärme),
  • Biomasse und
  • Biogas sowie
  • Kleinwasserkraft.

Strom aus der Müllverbrennung und aus der Ver­brennung der Biomassehältigen Ablauge der Papier­industrie sowie aus Großwasserkraftanlagen ist kein Ökostrom.

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Was ist das Ökostromgesetz?

Das Ökostromgesetz regelt die Unterstützung von Ökostrom wie Wind, Photovoltaik, Strom aus Biomasse- und Gas und Kleinwasserkraft sowie Erdwärme als auch leider die Unterstützung von Nichtökostromanlagen wie fossiler Kraftwärmekoppelung und mittlerer Wasserkraft von 10MW-30 MW. Es werden an diese Anlagen mit Einspeisetarifen gefördert, die teils deutlich über dem Großhandelsstrompreis für konventionellen Strom liegen. Der Einspeisetarif ist das Geld, das der Ökostrombetreiber bei der Einspeisung ins Stromnetz erhält. Der Mehraufwand der Förderung wird dann nach einem sehr komplizierten und undurchsichtigen Schlüssel an die StromkonsumentInnen, an Haushalte und Industrie in Form eines Ökostromaufschlages auf die KWh Strom weitergegeben.

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Wie kommt Ökostrom zu mir?

Elektrische Energie ist eine immaterielle Ware. Sie ist an Stromleitungen gebunden, über die Leistung (kW, Energie pro Sekunde) und Arbeit (kWh, Energie) vieler Kraftwerke zeitgleich im Moment des Verbrauchs aller StromkundInnen vermittelt werden. Rein physikalisch wird eingespeister Strom immer beim nächsten Stromabnehmer im selben Netz entnommen. Vergleichbar ist die Einspeisung und Entnahme mit einem See, in dem aus verschiedenen Quellen Wasser in den See zufließt und an anderer Stelle wieder entnommen wird.

Entscheidend ist aber der Fluss des Geldes von der StromkundIn zu den KraftwerksbetreiberInnen. Wenn du der Wienstrom, der EVN und anderen Energieversorgungsunternehmen ihre Stromrechnung bezahlen, wird ein wachsender Teil für Atomstrom-Importe verwendet und somit Atomkraft finanziert. Wenn du andererseits den Arbeitspreis (Preis für die Erzeugung von sauberem Strom) an einen Ökostromlieferanten bezahlst und nur mehr die Netzgebühr an den bisherigen Versorger bezahlst, wird dein Geld ausschließlich zur Finanzierung von Windkraftanlagen, Biogaskleinkraftwerken, Photovoltaik-Paneelen und Geothermie (Erdwärme) verwendet. Strom hat somit bei der Erzeugung und der Finanzierung eindeutig ein Mascherl!

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Wie profitiert die Umwelt davon?

Durch die zusätzliche Finanzierungsquelle für ÖkostromproduzentInnen (neben den bisher ungenügenden Einspeisetarifen), wird ein starker Anreiz geschaffen, in Zukunft weit mehr Ökostrom-Anlagen zu bauen. Durch den Verlust an KundInnen wird den Kohle- und Atomkraftwerken langfristig der Geldhahn abgedreht.

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Was brauche ich dazu?

Fast nichts. Es ist weder eine neue Verkabelung noch ein neuer Zähler notwendig. Der Strom kommt über dieselben Leitungen wie bisher in deine Wohnung. Der einzige Unterschied ist, dass du deine Stromrechnung direkt an die ÖkostromproduzentIn bezahlst. Die ÖkostromanbieterIn hebt meistens als Service auch die Gebühr für die Netzdurchleitung ein und leitet diese an die NetzbetreiberIn (gleichzeitig die bisherige StromanbieterIn) weiter. Der Zählerstand wird auch weiterhin von der NetzbetreiberIn abgelesen. Dieser muss die Daten dann an die ÖkostromanbieterIn weiterleiten.

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Was ist mit anderen Ökostrom-Modellen?

Manche Energieversorgungsunternehmen, so z.B. Steweag, Kelag, Steg und Energie AG, bieten "Grünen Strom" an. Dieses Modell ist im Prinzip eine Spendensammlung, bei der du einen freiwilligen Aufschlag zum normalen Strompreis zahlst. Dieser wird, laut Angaben der EVU, zur Finanzierung von erneuerbaren Energien verwendet.
Greenpeace lehnt dieses Modell unter anderem aus den folgenden Gründen dezidiert ab:

  • Es werden über die Bezahlung der normalen Stromrechnung weiterhin Atom- und Kohlekraftwerke finanziert.
  • Es ist zumindest schwer kontrollier- bzw. nachvollziehbar, wie die bisherigen StromversorgerInnen die widmungsgemäße Verwendung der gespendeten Mittel garantieren.

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Warum möchte Greenpeace ein neues Ökostromgesetz?

Greenpeace möchte aus einem Wirtschaftsförderungs- und Kostenbegrenzungsgesetz wieder eine Umweltschutzgesetz nach dem Vorbild des deutschen EEG machen. Nach dem sehr erfolgreichen Ökostromgesetz 2002 mit hohen Ausbauraten für Ökostromanlagen von 2003 bis sogar noch in das Jahr 2007 hinein, bewirkt das neue Ökostromgesetz aus 2005 einen Stillstand beim Ausbau von Ökostromanlagen ab der 2. Hälfte von 2007 und v.a. ab 2008. Trotz des in den vergangen Jahren teils starken Ausbaus von Ökostromanlagen ist der Anteil von Strom aus Erneuerbaren Energien, inklusive der unveränderten Großwasserkraft stark gesunken von einstmals über 70% auf unter 60 und könnte laut Wifo-Prognose bis 2020 auf 47% sinken. Das bedeutet steigende CO2-Emissionen in Österreich aber auch im Ausland aus den Kohlekraftwerken z.B. in Tschechien, die der österreichische Stromkonsument mitverursacht und es bedeutet das Österreich seit einigen Jahren Nettostromimporteur ist und der Atomstromanteil in Österreichs Netzen massiv ansteigt.

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Wie würde ein zukunftsfähiges Ökostromgesetz aussehen?

Der Ausbau von Ökostromanlagen und die Anhebung des Anteils von Ökostrom am Gesamtstromverbrauch muß das oberste Ziel sein. Dazu sollen: 

  • Genehmigungshürden abgebaut werden und die Einspeisetarife so angehoben werden, daß diese Umweltschutzziele auch tatsächlich erreicht werden.
  • Die 2005 eingebauten Deckel für die Förderung von Ökostromanlagen sind wieder aufzuheben.
  • Der Förderaufwand ist gerecht auf die Industrie- und Haushaltskunden gemäß ihrem Stromverbrauch aufzuteilen, so daß nicht die Industrie gegenüber den Haushalten begünstigt wird.
  • Fossile Gaskraftwerke und ohnedies rentable mittlere Wasserkraftwerke sind nicht länger aus den Mitteln des Ökostromgesetzes zu fördern.

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Quelle: Greenpeace

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