Greenpeace hat heute die Studie "Ausverkauf der Meere - Bedrohter Fisch in Österreichs Supermärkten" veröffentlicht. Darin werden Österreichs Super- und Großmärkte nach der ökologischen Verträglichkeit ihrer Fischeinkaufspolitik gereiht. Die wichtigsten Fakten und Infos des Reports findest du im Bereich "Fisch und Meeresfrüchte". Am Ende der Seite gibt es ihn inkl. einer Kurzfassung als pdf-Dokument zum Download.
Schlußlichter ADEG, Wedl und Pfeiffer
In dieser Liste nimmt ADEG den letzten Platz ein, dicht gefolgt vom Handelshaus Wedl und der Pfeiffer Handels GmbH. Listenerster ist Lidl. "Wir hatten befürchtet, dass Österreichs Handel sich bislang wenig mit ökologischem Fischeinkauf auseinander gesetzt hat. Dass bei den meisten aber offenbar überhaupt kein Bewusstsein vorhanden ist, ist schockierend. ADEG und andere Supermärkte müssen umgehend beginnen, stark gefährdete Fischarten aus ihren Regalen zu entfernen und ähnlich wie Lidl, Fischarten einzulisten, die nachhaltiger sind", appelliert Nina Thüllen, Greenpeace-Meeresexpertin.
Meeres-Ökosysteme knapp vor Zusammenbruch
Drei Viertel der weltweiten Fischbestände sind nach Angaben der UN-Welternährungsorganisation FAO "komplett ausgebeutet", "überfischt" oder "erschöpft". Die beliebten Speisefischarten Lachs und Scholle sind in einem "katastrophalen" Zustand, trotzdem werden sie weiterhin vom Handel angeboten. Große Raubfischarten wie Dorsch, Tunfisch und Schwertfisch sind bereits um bis zu 90% zurückgegangen. Ungeachtet dessen steigt der österreichische Fischverbrauch an. Der Umsatz mit Tiefkühlfisch ist in den letzten beiden Jahren um 3,4 bzw. 2,7% angestiegen. "Regierungen und Fischereiindustrie setzen kaum Maßnahmen zur Bewältigung der Krise. Deshalb ist nun der Handel gefordert, aktiv zu werden", erklärt Thüllen.
Wie der Bericht zustande kam
Dank des engagierten Einsatzes von Marktaktivisten, marktcheck.at UserInnen und freiwilligen HelferInnen konnte sehr zügig recherchiert werden welche der 15 von Greenpeace als "katastrophal" eingestuften Fischarten wo verkauft werden. Für die Erstellung des Rankings schickte Greenpeace einen Fragebogen an die Handelsunternehmen aus. Es konnte kein Unternehmen ausfindig gemacht werden, das keine bedrohten Fischarten verkauft.
Firmenreaktionen
Das ADEG-Großhandelsunternehmen AGM verkaufte alle 15 untersuchten "katastrophalen" Fischarten. Lidl hatte von allen untersuchten Unternehmen am wenigsten davon in den Regalen, nämlich drei. Das Unternehmen hatte sich aufgrund einer Vorabversion des Greenpeace-Berichtes zu Sofortmaßnahmen entschlossen. Rotbarsch und tropische Shrimps werden ausgelistet und nachhaltigere Produkte ins Sortiment aufgenommen.
Mehr Verantwortung erforderlich
"Den HändlerInnen muss klar werden, dass ihre Einkaufspolitik sich direkt auf den Zustand der weltweiten Fischbestände auswirkt. Klare Entscheidungen gegen den Verkauf bedrohter Fischarten und für einen ökologisch nachhaltigen Fischeinkauf sind jetzt erforderlich, um den Druck von den letzten Fischbeständen zu nehmen", schließt Thüllen.
- Fisch im Supermarkt (Online Version der Zusammenfassung des Fischreports)
- Was du tun kannst
- Fisch-Einkaufsratgeber: Welchen Fisch konsumieren?
- Fisch im marktcheck.at-Bereich Ernährung
- Thema Meere auf greenpeace.at (Kampagne SOS Weltmeer)
Quelle: Greenpeace |