Ob Tunfisch, Scholle oder Atlantischer Lachs - gerade die in Österreich beliebtesten Speisefische sind akut gefährdet. Dies macht der heute veröffentlichte aktualisierte Fisch-Ratgeber von Greenpeace deutlich.
Unter dem Titel "Rote Fische" listet er insgesamt elf Fischarten und Meeresfrüchte auf, die Konsumenten in Österreich beim Fischkauf und im Restaurant besser meiden sollten. Auch Alaska-Seelachs, der in vielen Fischstäbchen steckt, wird darin erstmals rot bewertet. "Obwohl die dramatische Situation der weltweiten Fischbestände hinlänglich bekannt ist, werden nach wie vor bedrohte Fischarten angeboten", kritisiert Antje Helms, Meeres-Expertin bei Greenpeace. "Jede/r hat die Möglichkeit, durch sein/ihre Einkaufsverhalten zum Schutz der Meere selbst beizutragen. Solange gefährdete Fischarten in den Regalen liegen, sind KonsumentInnen gefordert, genauer hinzuschauen und auf bestimmte Fische zu verzichten."
Mit Hilfe eines neuen Kriterienkataloges, den Greenpeace zusammen mit Experten erarbeitet hat, um nicht-nachhaltige Fischereien und Fischzuchten identifizieren zu können, wurden mehr als 40 Fischarten eingehend bewertet. Kriterien dafür sind die kritische Situation des jeweiligen Fischbestandes und der Einsatz von zerstörerischen Fangmethoden.
Dass KonsumentInnenendruck durchaus etwas bewirkt, wird anhand der Veränderungen gegenüber der letzten Version der "Roten Fischliste" aus dem Jahr 2006 deutlich. Rotbarsch und Scholle, beide mit zerstörerischen Grundschleppnetzen gefangen, ebenso wie bedrohter Schwertfisch und Hai, sind fast gänzlich aus dem Angebot österreichischer Supermärkte verschwunden.
Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sind 77 Prozent der Fischbestände bereits erschöpft, überfischt oder komplett ausgebeutet. Auch in Europa werden 80 Prozent der Fischbestände so stark befischt, das ihr Nachwachsen nicht gesichert ist. "Angesichts der weltweiten Überfischungskrise sollte es keinen verwundern, dass das Angebot an nachhaltig gefangenem Fisch äußerst gering ist", kommentiert Helms. "Leider kommen wir als bewusste KonsumentInnen nicht darum herum, seltener Fisch zu essen und von unseren Supermärkten bewusst nachhaltige Fischprodukte einzufordern."
Für eine nachhaltige Fischerei fordert Greenpeace, dass
- illegale Fischerei gestoppt,
- Überkapazitäten abgebaut und
- Beifang vermieden wird.
Allerdings können inzwischen nur noch ausgedehnte Rückzugsräume das ausreichende Nachwachsen unserer Fischbestände garantieren. Diese großflächigen Meeresschutzgebiete in 40% der Meere kommen nicht nur dem Meeresschutz, sondern auch den Fischern zugute.
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