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Erfolgreiche Beispiele

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Wie es auch anders gehen kann



Die von Label STEP auf dieser und den folgenden Seiten gezeigten Beispiele machen Hoffnung, dass es auch anders geht:

  • Vom Kinderarbeiter zum Unternehmer, Lahore - Pakistan
  • Aufbau Kindertagesstätten und Ausbildung der Knüpferinnen, Kathmandu - Nepal
  • Weiterbildung - die Chance zum Weiterkommen, Gamhapur, Teppichgürtel - Indien
  • Arztpraxis auf vier Rädern, Uttar Pradesh - Indien
  • Qualität hat seinen Preis, Attock - Nordwest Pakistan
  • Endlich eine Dorfschule für Sonebarsa! (Indien)
  • Motivieren und begleiten - nicht drohen, STEP-Inspektoren berichten

Vom Kinderarbeiter zum Unternehmer, Lahore - Pakistan


Der 42-jährigen Farooq Khan besitzt heute sein eigenes Unternehmen: acht Teppichknüpfbe­triebe mit je rund 15 Beschäftigten, alles erwachsene Frauen und Männer. Er selber hat fünf Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren. "Ich kann meine Kinder in eine ordentliche Schule schicken, dasselbe sollen meine ArbeiterInnen tun können."

 

Ihm selbst ist es nicht eben leicht ergangen. Farooq war gerade sieben Jahre alt, als sein Vater 1965 starb. Ohne Einkommen blieb seine Mutter mit sieben Kindern zurück. Einer von Farooqs Brüdern war bereits verheiratet und lebte ausserhalb der Familie. Gemeinsam mit seinem zweiten Bruder, seinen vier Schwestern und seiner Mutter lebte Farooq in einer alten Wohnung am Rande Lahores. Von jetzt an musste Farooq am Knüpfstuhl sitzen, um zum Unterhalt der Familie beizutragen.

 

"Die Ausbilder waren sehr streng mit uns. Wenn es nicht rasch genug vorwärts ging oder einer von uns Knaben und Mädchen nicht hart genug arbeitete, schlugen sie uns mit Eisenstangen, oft sogar mitten ins Gesicht." In den ersten sechs Monaten bekam er nicht einen Cent Lohn. Im Anschluss an diese sogenannte "Ausbildungsphase" erhielt er einen Monatslohn von 20 Rupien, wenn seine Arbeit zufriedenstellend war. Er arbeitete sehr hart, sodass er schließlich eine Lohnerhöhung auf 100 Rupien im Monat bekam. Das entsprach zwar keinem gerechten Lohn, war aber ein bescheidener Beitrag zum Familienbudget und reichte allen gerade für eine warme Mahlzeit am Tag.

 

Für einen Schulbesuch blieben ihm weder Zeit noch Geld. Nach und nach gelang es ihm, sich aus dieser Situation zu befreien. Von 1974 an arbeitete er für einen Exporteur. Nach weiteren Jahren harter Arbeit konnte er sich schliesslich 1980 einen eigenen Knüpfstuhl anschaffen. "Ich arbeitete jeden Donnerstag die ganze Nacht durch, damit ich den Verlust für den Ausfall am Freitag (islamischer Sonntag), wieder ausgleichen konnte," sagt Farooq. Im Laufe der Jahre konnte er sein Geschäft weiter ausbauen, mehr und mehr Leute einstellen. So schaffte er Arbeitsplätze für Männer und Frauen in seiner Gegend.

 

Farooq ist ein verantwortungsbewusster Arbeitgeber. Seine Beschäftigten erhalten einen fairen Lohn und er ermutigt sie, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Wo nötig unterstützt er die Eltern finanziell für Schulmittel, medizinische Versorgung oder Bekleidung. Er weiss was es bedeutet, an einer Schulausbildung gehindert und seiner Kindheit beraubt zu werden. Heute schätzt er sich glücklich, seinen Arbeiterinnen und Arbeitern ein Umfeld zu bieten, dass zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen in der Teppichproduktion beiträgt.

 

Ein Teil von Farooqs Produktion geht an einen Exporteur, der an einen STEP-Lizenznehmer in der Schweiz liefert.

 

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 Quelle: Label STEP

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