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Firmenranking "Grüne Elektronik"

26.05.2010
Welche Firma wie abschneidet

Der Ratgeber "Grüne Elektronik" reiht die führenden Hersteller von Mobiltelefonen, PCs, TV-Geräten und Spielkonsolen nach ihrer globalen Politik betreffend des Umgangs mit schädlichen Chemikalien, ihrem Verantwortungsbewusstsein für ihre Produkte, nachdem diese von VerbraucherInnen entsorgt wurden sowie hinsichtlich des verantwortungsvollem Umgangs mit Energie.

 

Die erste Fassung des Ratgebers wurde im August 2006 veröffentlicht und die sechste Fassung wurde erweitert: Es wurden erstmals TV-Geräte und Spielkonsolen integriert. 

 

Die Reihung erfolgt anhand von öffentlich zugänglichen Informationen und aufgrund von Mitteilungen/Klarstellungen der Firmen selbst.

Bisher gab es bereits vierzehn Rankings:

 

Dieses Ranking wurde am 25. Mai 2010 von Greenpeace International veröffentlicht. Das Gesamtranking mit allen Details zu den Firmen (englisch) kann am Ende der Seite downgeloadet werden.


7.5 Nokia - bleibt an erster Stelle mit einem leicht gestiegenen Gesamtergebnis von 7.3 auf 7.5 Punkte. Nokia muss sich stärker für die RoHS 2.0 Richtlinie* engagieren. 

 

6.9 Sony Ericsson - bleibt an zweiter Stelle mit gleichem Ergebnis. Erzielt bei den Kriterien zu gefährlichen Chemikalien die besten Ergebnisse und erreicht als erstes Unternehmen die volle Punktezahl. Verbesserungsbedarf bei der Menge von recycelten Materialien.

 

5.1 Philips – schneidet bei der Vermeidung gefährlicher Chemikalien gut ab, unterstützt jedoch nicht die geplante RoHS 2.0 Richtlinie*. Schneidet bei Energie gut ab, muss sich aber bei Elektronikschrott und Recycling noch verbessern.

 

5.1 Motorola – schneidet bei Kriterien zu gefährlichen Chemikalien und Energie ganz gut ab, schwach bei Elektronikschrott.

 

4.9 Apple – verliert einen Punkt aufgrund fehlender Transparenz bei der Menge verwendeter Erneuerbarer Energieträger. Erzielt die meisten Punkte bei der Vermeidung gefährlicher Chemikalien.

 

4.9 Panasonic – bleibt auf gleicher Punktezahl.  schneidet gleich ab wie beim letzten Ranking, muss sich stärker bei Elektronikschrott und bei der Verwendung Erneuerbarer Energieträger engagieren.

 

4.9 Sony – verliert einige Prozentpunkte, u. a. weil das Rücknahmeprogramm nur auf OECD-Länder begrenzt ist. Schneidet bei der Vermeidung gefährlicher Chemikalien gut ab, muss sich aber stärker für die weltweite Reduktion von Treibhausgasemissionen engagieren. 

 

4.9 HP – erneut etwas aufgestiegen, vor allem aufgrund des Engagements für die RoHS 2.0 Richtlinie*. HP ist bei Elektronikschrott am schwächsten.

 

4.5 Sharp – hat die gleichen Punkte wie beim letzten Mal, schneidet bei Chemikalien ganz gut ab, ist jedoch bei Elektronikschrott schwach. Bei Energie punktet Sharp durch besonders energieeffiziente Geräte, muss sich aber in Sachen Erneuerbare Energien viel mehr verbessern.

 

4.3 Dell – hat zwar seine Punkte verbessert, hat jedoch Abzugspunkte erhalten, weil das Unternehmen seine Ziele zur Entfernung von Polyvinylchlorid (PVC) und bromierten Flammschutzmitteln (BFRs) aus seinen Produkten Ende 2009 zurück gezogen hat.

 

4.1 Acer – hat ebenfalls weniger Punkte, aufgrund des neue Ziels zur Entfernung von PVC und BFRs bis 2011, weil es nur für PCs und mobile Computerprodukte gilt und nicht für alle Produkte.

 

3.7 LG – ebenfalls weniger Punkte und verliert die meisten Punkte bei Energieeffizienz seiner Produkte, weil das Unternehmen falsche Behauptungen zum EnergieIeistungsverhalten seiner Produkte in den USA und Australien getroffen hat. 

 

3.7 Samsung - ist weit zurückgefallen und hat zwei Abzugspunkte kassiert. Der erste Abzugspunkt erfolgte beim letzten Ranking, weil das Unternehmen seine Ziele zur Entfernung von Polyvinylchlorid (PVC) und bromierten Flammschutzmitteln (BFRs) aus seinen Produkten Ende 2009 zurück gezogen hat. Der zweite Abzugspunkt entstand, weil Samsung sowohl seine Kunden als auch Greenpeace diesbezüglich in die Irre geführt hat und sich erst dazu bekannt hat, als der Zeitplan bereits verstrichen war.

 

3.5 Toshiba – erhielt ebenso einen Abzugspunkt, weil das Unternehmen seinen eigenen Zeitplan nicht einhielt. Bis April 2010 wollte Toshiba neue Modelle auf den Markt bringen, die ohne PVC und BRFs auskommen. 

 

3.5 Fujitsu - erzielt die gleichen Punkte wie zuletzt. Das Unternehmen muss sich mehr hinsichtlich der Eliminierung gefährlicher Chemikalien anstrengen, seinen Anteil an Recycling-Kunststoff erhöhen und sich bei Energie und Elektronikschrott mehr bemühen.

 

3.3 Microsoft – hat mehr Punkte als zuvor. Punktet vor allem bei Energie, hat jedoch bei Chemikalien und Elektronikschrott noch großen Aufholbedarf.

 

1.9 Lenovo – musste ebenfalls einen Punkteabzug aufgrund hinnehmen, weil das Versprechen zur Entfernung von Polyvinylchlorid (PVC) und bromierten Flammschutzmitteln (BFRs) aus seinen Produkten nicht eingehalten wurde. Schneidet von allen Firmen im Ranking bei Energei am schlechtesten ab.

 

1.8 Nintendo – bleibt mit geringfügig gestiegener Punkteanzahl an letzter Stelle und erzielt als einziges Unternehmen im Ranking bei Elektronikschrott nur Null Punkte.

 

* Die RoHS ist eine EU-Richtlinie, die gefährliche Substanzen (z. B. Blei, Quecksilber, Cadmium) in Elektronik beschränkt. Zurzeit wird die Überarbeitung der Version 2.0 vorbereitet, für die sich einige Firmen stark engagieren. Die Richtlinie könnte zukünftig auch die Verwendung von Polyvinylchlorid (PVC), chlorierten Flammschutzmitteln (CFRs) und bromierten Flammschutzmitteln (BFRs) beschränken.

Download (englisch)

1005_elektronikranking_en.pdf
Vollständiger Bericht (Englisch) vom Mai 2010 (37 Seiten). Zum Betrachten wird der Adobe Reader benötigt.
   1.0 M
1001_rankingkriterien_en.pdf
Ranking-Kriterien, aktualisiert im Jänner 2010 (Englisch). Zum Betrachten wird der Adobe Reader benötigt.
   85 K

Erläuterungen der Bewertungskriterien
Die Bewertungskriterien richten sich nach den Forderungen der Toxic Tech-Kampagne an die Elektronikhersteller. Die Forderungen an die Firmen lauten:

  • Ökologisierung  der Produkte durch Eliminierung besonders gefährlicher Substanzen,
  • Rücknahme gebrauchter  Produkte sowie verantwortungsvolles Recycling und
  • Energieeffizienz.

Diese beiden ersten Themen hängen zusammen. Die Verwendung schädlicher Chemikalien verhindert, dass elektronische Produkte sicher recycelt werden.  Ursprünglich wurden die Firmen auf einer Skala mit 30 möglichen Punkten gereiht; hier ist es, der Einfachheit halber, nur eine Skala mit bis zu 10 Punkten.

Sämtliche Kriterien für die Punktevergabe sind im vollständigen Ranking (englisch) ersichtlich und können oben in einer pdf-Datei heruntergeladen werden. Die Letztfassung stammt vom Jänner 2010.

 

Die Punktevergabe erfolgt ausschließlich auf der Basis öffentlich zugänglicher Informationen auf der Firmen-Webseite. Wenn sich herausstellt, dass die tatsächliche Vorgehensweisen der Firmen von diesen Informationen abweichen, werden zukünftige Versionen dieses Rankings entsprechend angepasst.

Das Ranking wird alle 3 Monate überarbeitet. Die aktuelle Version stammt vom 7. Jänner 2010.

 

Haftungsausschluss
Unser Ratgeber "Grüne Elektronik" soll den Elektroniksektor sauberer machen und die Hersteller veranlassen, die Verantwortung für die volle Lebensdauer ihrer Produkte, einschließlich des durch ihre Produkte verursachten Elektronikschrotts, zu übernehmen. Der Ratgeber bewertet Firmen nicht aufgrund von Arbeitsbedingungen oder anderen Kriterien, auch wenn diese bei der Produktion und der Verwendung von Elektronikprodukten wichtig sind.

 

Quelle: Greenpeace

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