KäuferInnen haben Recht auf Information
„Es erweckt den Anschein, als ob sich die Mehrheit der Textilhersteller am Motto ‚Are you all in?‘ von Adidas orientiert, allerdings nicht im positiven Sinn“, kritisiert Sprinz. „Nicht nur, dass man den Käufern und Käuferinnen von Textilprodukten die bei der Herstellung eingesetzten Chemialien verschweigt sondern die KonsumentInnen auch noch unwissentlich dazu vergattert, die dreckige Wäsche dieser globalen Marken zu reinigen. Damit muss endlich Schluss sein. KonsumentInnen haben das Recht zu wissen, welche Substanzen zur Herstellung ihrer Mode verwendet wurden und welche in den Endprodukten enthalten sind."
Bislang größte Untersuchung
Die heute vorgelegte Greenpeace-Untersuchung gilt als die bisher umfangreichster Test von Textilien auf Nonylphenol. Sie basiert auf Sport- und Freizeitbekleidungsartikel der Marken Abercrombie & Fitch, adidas, Calvin Klein, Converse, GAP, G-Star RAW, H&M, Kappa, Lacoste, Li Ning, Nike, Puma, Ralph Lauren, Uniqlo und Youngor.
Die Produkte wurden in Argentinien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Italien, Japan, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, den Philippinen, Russland, Spanien, Schweden, der Schweiz, Thailand und Tschechien eingekauft.
Erster Bericht im Juli
Der erste Greenpeace Bericht „Schmutzige Wäsche“ wurde Mitte Juli veröffentlicht. Greenpeace-Analysen von Abwasser-Proben an zwei bedeutenden Textilfabriken im Jangtse- und Pearlfluss-Delta belegen eine große Anzahl hormonell wirksamer oder giftiger Chemikalien. Beide Fabriken beliefern die Schwergewichte der Sportartikelbranche wie Adidas, Nike oder Puma.
Puma und Nike wollen aussteigen
Keine zwei Wochen nach der Veröffentlichung des ersten Berichts und dem Aufruf der Greenpeace Detox-Kampagne zur „Entgiftung” von Textilprodukten, hat sich Puma öffentlich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2020 aus der Verwendung gefährlicher Chemikalien entlang des gesamten Produktlebenszyklus sowie der kompletten Lieferkette aller Produkte auszusteigen.
Auch Nike entschied sich in der Vorwoche zu diesem Schritt. Zudem will Nike volle Transparenz hinsichtlich aller Chemikalien bieten, die von den Fabriken seiner Zulieferbetriebe freigesetzt werden. Weiters verspricht Nike, seinen Einfluss, sein Wissen und seine Erfahrungen einzubringen, um gefährliche Chemikalien in der Textilindustrie zu entfernen.
Was jeder tun kann Jetzt Adidas dazu auffordern, seine Lieferketten sowie ihre Produkte zu „entgiften“ (engl.: „to detox“):
Weiterlesen
Quelle: Greenpeace |