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Chemikalientest Textilien

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23.08.2011
Viele Textilien enthalten gefährliche Chemikalien

Getestete Textilprodukte aus österreichischen Geschäften

Getestete Textilprodukte aus österreichischen Geschäften

Greenpeace hat weltweit Bekleidung internationaler Markenhersteller gekauft und im Labor getestet. Zwei Drittel der Produkte enthält gefährliche Chemikalien, darunter auch Produkte aus österreichischen Geschäften.

 

Zwei Drittel enthält Chemikalien

Greenpeace hat heute den zweiten Bericht „Schmutzige Wäsche“ veröffentlicht. In 18 Ländern wurden insgesamt 78 Textilprodukte von 15 internationalen Herstellern gekauft. Diese wurden im Labor auf Nonylphenolethoxylate (NPE)untersucht. 

In 52 Kleidungsstücken war die problematische Substanz in höheren Mengen enthalten. Zwei von vier Textilprodukten, die in Österreich gekauft wurden, enthalten NPE.

 

Hersteller müssen Verantwortung übernehmen

„Unsere Untersuchung zeigt, dass es sich um ein globales Problem handelt. Es wird endlich Zeit, dass Textilhersteller Verantwortung für ihre Produkte übernehmen. Die Markenproduzenten, allen voran der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas, müssen sich am positiven Beispiel von Puma und Nike orientieren und Pläne zur Entfernung schädlicher Substanzen aus ihren Produkten und aus ihrer Lieferkette vorlegen“, fordert Greenpeace Konsumentensprecherin Claudia Sprinz.

 

Gefährliche Substanz

NPE werden in der Textilindustrie vielfältig genutzt, etwa zum Waschen der Textilien während des Färbens. Die Substaz ist wasserlöslich und zerfällt in Nonylphenol (NP), eine giftige, schwer abbaubare und hormonell wirksame Chemikalie. Sie schadet Fischen und anderen Wassertieren bereits in niedrigen Mengen und kann die Entwicklung der Geschlechtsorgane stören.

Für Verbraucher und Verbraucherinnen haben die untersuchten Artikel keine unmittelbar gesundheitsschädigende Auswirkung.

 

In Ö gekaufte Produke

In österreichischen Geschäften wurden Textilien von Adidas, H&M, Kappa und Nike gekauft. Das T-Shirt von Nike enthielt 12 mg/kg NPEs, das T-Shirt von Kappa gar 970 mg/kg NPEs. Nachfolgend Bilder der in österreichischen Geschäften gekauften Textilien:

Getestete Produkte aus österreischen Geschäften

Kappa T-Shirt


Nike T-Shirt


H&M T-Shirt


Adidas Hose

Weltweite Umweltbelastung steigt

Obwohl die Verwendung von NPE in der EU stark eingeschränkt ist, werden die Käufer und Käuferinnen von Textilprodukten, die NPE enthalten, unwissentlich zu UmweltverschmutzerInnen gemacht. Denn beim Waschvorgang gelangen die stark wasserlösliche Chemikalien aus den Produkten ins Abwasser. Die hormonell wirksame Substanz wird im Allgemeinen in Kläranlagen nicht vollständig abgebaut, kann sich in der Nahrungskette anreichern und so auch den menschlichen Organismus erreichen. Aufgrund der hohen Mengen dieser Substanzen, die weltweit eingesetzt werden, kommt es zu einer stetigen Erhöhung von Giftstoffen in der Umwelt.


Giftstoffkreislauf

Zum Vergrößern der Grafik bitte klicken!

KäuferInnen haben Recht auf Information

„Es erweckt den Anschein, als ob sich die Mehrheit der Textilhersteller am Motto  ‚Are you all in?‘ von Adidas orientiert, allerdings nicht im positiven Sinn“, kritisiert Sprinz. „Nicht nur, dass man den Käufern und Käuferinnen von Textilprodukten die bei der Herstellung eingesetzten Chemialien verschweigt sondern die KonsumentInnen auch noch unwissentlich dazu vergattert, die dreckige Wäsche dieser globalen Marken zu reinigen. Damit muss endlich Schluss sein. KonsumentInnen haben das Recht zu wissen, welche Substanzen zur Herstellung ihrer Mode verwendet wurden und welche in den Endprodukten enthalten sind."

 

Bislang größte Untersuchung

Die heute vorgelegte Greenpeace-Untersuchung gilt als die bisher umfangreichster Test von Textilien auf Nonylphenol. Sie basiert auf Sport- und Freizeitbekleidungsartikel der Marken Abercrombie & Fitch, adidas, Calvin Klein, Converse, GAP, G-Star RAW, H&M, Kappa, Lacoste, Li Ning, Nike, Puma, Ralph Lauren, Uniqlo und Youngor.

Die Produkte wurden in Argentinien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Italien, Japan, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, den Philippinen, Russland, Spanien, Schweden, der Schweiz, Thailand und Tschechien eingekauft.

 

Erster Bericht im Juli

Der erste Greenpeace Bericht „Schmutzige Wäsche“ wurde Mitte Juli veröffentlicht. Greenpeace-Analysen von Abwasser-Proben an zwei bedeutenden Textilfabriken im Jangtse- und Pearlfluss-Delta belegen eine große Anzahl hormonell wirksamer oder giftiger Chemikalien. Beide Fabriken beliefern die Schwergewichte der Sportartikelbranche wie Adidas, Nike oder Puma.

 

Puma und Nike wollen aussteigen

Keine zwei Wochen nach der Veröffentlichung des ersten Berichts und dem Aufruf der Greenpeace Detox-Kampagne zur „Entgiftung” von Textilprodukten, hat sich Puma öffentlich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2020 aus der Verwendung gefährlicher Chemikalien entlang des gesamten Produktlebenszyklus sowie der kompletten Lieferkette aller Produkte auszusteigen.

Auch Nike entschied sich in der Vorwoche zu diesem Schritt. Zudem will Nike volle Transparenz hinsichtlich aller Chemikalien bieten, die von den Fabriken seiner Zulieferbetriebe freigesetzt werden. Weiters verspricht Nike, seinen Einfluss, sein Wissen und seine Erfahrungen einzubringen, um gefährliche Chemikalien in der Textilindustrie zu entfernen.

 

Was jeder tun kann
Jetzt Adidas dazu auffordern, seine Lieferketten sowie ihre Produkte zu „entgiften“ (engl.: „to detox“):

 

Weiterlesen

 

Quelle: Greenpeace

Download Bericht

umweltgifte_SchmutzigeWaesche2_Report_20110823.pdf
Bericht "Schmutzige Wäsche" (deutsch), Gesamtbericht, 32 Seiten, zum Betrachten wird der Adobe Reader benötigt
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