Ergebnisse des 5. "Cool IT"-Rankings:
Google 53/100 (53 von maximal 100 erreichbaren Punkten) – Google erreicht zum ersten Mal den ersten Platz im Cool IT-Ranking. Es erzielt insgesamt um 6 Punkte mehr als in der Version 4. Google ist erneut eines des der bestplatzierten Unternehmen bei politischem Engagement, da es überzeugende Richtlinien für Erneuerbare Energien in den USA unterstützt. Gemeinsam mit Vodafone war es das einzige Unternehmen des gesamten Cool IT-Rankings, das die ambitionierten EU-Pläne zum Ausbau der CO2-Reduktionsziele von 20% auf 30% unterstützt. Google hat endlich auch seinen Energie-Fußabdruck veröffentlicht, das zu einem beträchtlichen Punkte-Anstieg im Bereich Energie geführt hat. Dieser Schritt war für ein Unternehmen wie Google längst überfällig, da es sich zum Ziel gesetzt hat, die weltweit vorhandenen Information online verfügbar zu machen und über dessen Cloud-basiertes Produkt durchsuchbar machen möchte.
Obwohl Google einen großen und rasch wachsenden Energiebedarf hat, will das Unternehmen den Anteil Erneuerbarer Energieträger von 25% im Jahr 2011 im heurigen Jahr auf 35% steigern. Google ist auch eines der Unternehmen mit den höchsten Punkten im Bereich Investitionen, weil das Unternehmen 915 Millionen Dollar in Projekte im Bereich Erneuerbare Energieträger investiert hat. Es setzt damit ein Zeichen für andere IT-Unternehmen, das damit nicht nur seinen steigenden Energiebedarf deckt, sondern Kapital in anderen Projekte als geschäftliche Investition anlegt. Die Zusage von Google, sich für eine saubere Energiezukunft einzusetzen, wurde kürzlich in Frage gestellt, das das Unternehmen im November 2011 entschieden hat, sein RE<C-Programm (Abkürzung für Renewable Energy Cheaper than Coal, also Energie aus Erneuerbaren Energieträgern günstiger als Kohlekraft) einzustellen. Google hat zwar unabhängig vom RE<C-Programms stetig seine Investitionen in saubere Energie erhöht, allerdings war ein wichtiger Eckpfeiler dieses Programms das „Clean Energie 2030“-Szenario für die USA. Es hatte einen ambitionierten Investitions- und Politik-Fahrplan mit dem Ziel, dass im Jahr 2030 zwei Drittel der Energie in den USA aus Erneuerbaren Energieträgern stammen und der Treibstoffverbrauch der Autos um 44% reduziert sein sollte.
Obwohl Google kürzlich mit einer wichtigen neuen Untersuchung zur wirtschaftlichen und ökologischen Bedeutung der Einführung von Neuerungen im Bereich Erneuerbarer Energieträger in den USA aufhorchen ließ, hat sich der Geschäftsführer Larry Page oder der frühere Geschäftsführer Eric Schmidt im Jahr 2011 deutlich seltener zu Klimaschutz geäußert, was zu geringeren Punkte in der Kategorie politisches Engagement führte.
Cisco 49/100 – Cisco hat die höchste Punktezahl im aktuellen Cool IT Ranking verloren und ist vom ersten Platz mit 70 Punkten auf den zweiten Platz mit 49 Punkten gefallen.
Ein Teil davon ist auf eine Umverteilung bei den Kriterien zu den Klimaschutz-Lösungen zurück zu führen, jedoch verliert Cisco 12 Punkte im Bereich politisches Engagement, weil es im Jahr 2011 deutlich weniger konsequent in der Öffentlichkeit Klima- und Energie-Richtlinien befürwortet hat. Im Gegensatz dazu haben sich etwa Google und Vodafone in der EU zum Vorschlags zur Reduktion von 30% Treibhausgasemissionen zu Wort gemeldet, Cisco hat dies verabsäumt. Cisco ist eines der Unternehmen mit den meisten Punkten bei Energie, mit guten Fortschritten bei seinen Reduktionszielen für 2012 und für sein anschauliches und und transparentes Programm, den eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Um die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung seiner Produkte zu senken, bemüht sich Cisco auch weiterhin um Reduktionen bei der Lieferkette.
Ericsson 48/100 – Obwohl Ericsson im Bereich Lösungen für Metrik und Berechnung von IT-Lösungen Höchstpunkte erzielt, hat das Unternehmen 9 Punkte im Vergleich zum letzten Cool IT-Ranking aufgrund dessen Absturz bei politischem Engagement verloren und fiel vom 2. auf den 3. Platz zurück.
Aufgrund einer fundierten Untersuchung über das Potenzial zur Energieeinsparung durch mobile Kommunikationstechnologie in verschiedenen Branchen bleibt Ericsson in diesem Bereich weiterhin gut positioniert und kann damit die Umgestaltung mehrerer Branchen zu Geschäftsmodellen mit niedrigem CO2-Ausstoß vorantreiben. Dem Unternehmen bieten sich auch bedeutende Geschäftsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der nächsten Generation seiner Telekommunikationsinfrastruktur, die nicht nur sehr effizient ist, sondern auch mit Strom aus Erneuerbaren Energieträgern betrieben wird. Es ist zu hoffen, dass Ericsson im Jahr 2012 im Bereich Engagement wieder seine frühere Führungsrolle übernimmt und sich bei politischen Entscheidungsträgern für überzeugende Klimaschutz-Maßnahmen sowie für bessere Richtlinien für Erneuerbare Energieträger einsetzt.
Fujitsu 48/100 – Fujitsu verliert in dieser Fassung des Cool IT-Rankings sieben Punkte aufgrund besserer Ergebnisse von Mitbewerbern und weil fünf neue Unternehmen aus der Telekommunikations-Branche hinzu gekommen sind. Dennoch erzielt Fujitsu weiterhin hohe Punkte. Fujitsu stellt die Daten seiner gutentwickelten Fallstudien samt transparenter Methodik zur Verfügung. Fujitsu hebt sich von anderen Unternehmen des Cool IT-Rankings aufgrund hoher Punkte bei zukünftigen Einsparungszielen ab. Das Unternehmen beabsichtigt IT-Lösungen anzubieten, die dazu führen sollen, dass das Unternehmen zwischen 2009 und 2012 15 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen einsparen wird. Das soll allein in Japan zur Reduktion von 30 Millionen Tonnen bis 2020 führen. Um in der nächsten Fassung des Cool IT-Rankings die Führung zu übernehmen, muss Fujitsu seine Transparenz im Bereich der IT-Lösungen verbessern, sich für politische Richtlinien zur Reduktion von Emissionen auf nationaler und globaler Ebene aussprechen und eine Infrastruktur-Politik einsetzen, die sicher stellt, dass die Energie für bestehende und neue Gebäude aus Erneuerbaren Energieträgern stammt.
Vodafone 45/100 – Vodafone wurde neu in dieser Fassung des Cool IT-Rankings aufgenommen und erzielt die höchsten Gesamtpunkte aller im neuen Ratgeber hinzu gekommenen Telekommunikationsanbieter. Vodafone schneidet am besten bei seinen Lösungen ab, vorwiegend aufgrund seiner umfassenden Fallstudien. Diese zeigen die deutlichen Vorteile von IT-Lösungen zur Einsparung von Energie und Treibhausgasemissionen. Vodafone hat das Ziel, seine Emissionen in seinen gesättigten Märkten um 50% bis 2020 zu reduzieren und punktet gut aufgrund der Darstellung seiner Maßnahmen zur Reduktion seiner Emissonen innerhalb seines Telekommunikationsnetzwerks. Um seine Punkte zu verbessern, muss Vodafone ein Ziel zur Erhöhung der Verwendung Erneuerbarer Energieträger festlegen. In einem Ranking, in dem bei vielen Unternehmen das Engagement für Klimaschutz in Politik und Öffentlichkeit im Vergleich zur letzter Fassung gesunken ist, erzielt Vodafone den dritten Platz mit 13 Punkten. Das Unternehmen ist jedoch weit vom in diesem Bereich bestplatzierten Unternehmen Softbank mit 33 Punkten entfernt und liegt auch deutlich hinter dem zweitplatzierten Google mit 23 Punkten. Vodafone verdient Beachtung dafür, dass es neben Google das einzige Unternehmen des Cool IT-Rankings ist, das die ambitionierten EU-Pläne zum Ausbau der CO2-Reduktionsziele von 20% auf 30% unterstützt. In Österreich kooperiert Vodafone seit 2003 mit dem Telekommunikationsanbieter A1.
Alcatel-Lucent 40/100 - Das weltweit tätige Telekommunikationsunternehmen Alcatel-Lucent mit Sitz in Paris liefert Netzwerk-Ausrüstung und Breitband-Verbindungen für die Telekommunikationsbranche und ist in der 5. Version neu hinzu gekommen und liegt gesamt gesehen an 6. Stelle. Das Unternehmen zeichnet sich vor allem bei den Energie-Kriterien aus und liegt in diesem Bereich mit insgesamt 18 von 25 Punkten an zweiter Stelle.
Sharp 38/100 – Der Unterhaltungselektronik-Konzern Sharp erzielt 9 Punkte mehr als in der letzten Fassung des Cool IT-Rankings, aufgrund von Punktezuwachs im Bereich der Lösungen als auch bei politischem Engagement. Sharp stellt der Öffentlichkeit detaillierte Informationen über dessen Investitionen in IT-Lösungen zur Verfügung.
Das Unternehmen erhielt für die Überwachung seines Energieverbrauchs zusätzliche Punkte bei der Berechnung aktueller Einsparungen. Beim Engagement für Klimaschutz erzielte Sharp in dieser Ausgabe einen 9 Punktezuwachs und kassierte 5 Abzugspunkte für Negativ-Lobbying. Der Geschäftsführer von Sharp hat sich öffentlich für den Abbau von Barrieren bei weiteren Investionen in Erneuerbare Energieträger ausgesprochen. Trotzdem wurden dem Unternehmen 5 Punkte abgezogen, da es verabsäumt hat, sich von der japanischen Wirtschaftsverband JEITA abzugrenzen, dessen Mitglied Sharp ist. JEITA widersetzt sich den japanischen CO2-Reduktionszielen von 25%.
Softbank 38/100 – Das japanische Telekommunikationsunternehmen Softbank zeigt einen beeindruckenden Einstieg beim Cool IT-Ranking. Dies ist vor allem auf die bislang höchsten Punkte im Bereich politisches Engagement für Erneuerbare Energieträger in Japan zurückzuführen, in dem es 33 von 35 möglichen Punkten erzielt. Insgesamt erreicht das Unternehmen den 7. Platz. Softbank hat eine neue Latte für Führung im Bereich politischem Engagement gelegt. Der Softbank Vorstandsvorsitzende Son hat sich wiederholt und konsequent für die Stärkung und Einführung eines Gesetzes für Erneuerbare Energieträger in Japan bemüht und tritt auch für entscheidende Veränderungen bei den Richtlinien zur Verwaltung der Energieversorger ein. Diese Veränderungen haben eine Trennung der Besitzverhältnisse bei Elektrizitätsnetzen und Kraftwerken zum Ziel, um größere Investitionen und sowie den Zugang zu Erneuerbaren Energieträgern zu ermöglichen.
Zusätzlich zu seinem politischen Engagement will Softbank saubere Energieerzeugung als Teil seines Geschäftsmodells vorantreiben, weil der Vorstandsvorsitzende Son seine Aktionäre um Bewilligung ersucht hat, neue Geschäftsfelder im Bereich Erneuerbare Energieträger zu erschließen und von diesen dafür grünes Licht erhalten hat. Aufgrund dieses Wechsels und weiteren Entwicklungen einer Geschäftsstrategie im Bereich Erneuerbare Energieträger, ist eine Ausweitung vom politischen Engagement von Softbank in Richtung Lösungen und eigenem Betrieb zu erwarten.
IBM 35/100 – IBM hat in dieser 5. Ausgabe des Cool IT-Rankings um 11 Punkte weniger als zuletzt, ist in jeder Kategorie gefallen und hat 4 Abzugspunkte im Bereich politischem Engagement kassiert. Am meisten Punkte hat IBM im Bereich Lösungen verloren, hier ist das Unternehmen von 25 auf 19 Punkte gesunken. Dennoch ist IBM ein Marktführer mit großem Potenzial, der Branche bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen und Engagment für Erneuerbare Energieträger zu helfen. IBM bietet eine Vielzahl an Fallstudien für Lösungen, verabsäumt es jedoch, künftige Einsparungsziele für seine Lösungen festzulegen. IBM ist in einigen Bereichen des Rankings führend, etwa bei den Emissionenreduktionszielen für die eigene Geschäftstätigkeit. Das Unternehmen ist im letzten Jahr der Reduktion von 12% gegenüber dem Jahr 2005. Dies ist bereits die zweite Phase eines Reduktionsplans, der 1990 seinen Anfang nahm. IBM bezieht 11% des Energiebedarfs aus Erneuerbaren Energieträgern.
HP 34/100 - Das Ergebnis von HP in dieser Ausgabe des Cool IT-Rankings im Bereich Klimaschutz ist stellvertretend für viele andere Unternehmen in dieser Branche: In einigen Bereichen hat das Unternehmen Führungsqualitäten gezeigt, gefolgt von mittelmäßgen Ergebnissen, später dann Apathie und fehlende Fokussierung mit dem Ergebnis eines sinkenden Punktestandes, was teilweise auf den fortgesetzten Rückzug beim politischen Engagement zurückzuführen ist.
Das Punkte-Ergebnis von HP bei Lösungen ist im Vergleich zur letzten Version gesunken, was teilweise auf eine Umverteilung der Punkte in diesem Bereich zurückzuführen ist, um Investitionen in Lösungen und in Energiespar-Ziele gleich zu bewerten. Bei letzteren schneidet HP jedoch schlecht ab. Wenn man die rasche Expansion seiner Rechenzentren bedenkt, muss HP innerhalb eines Jahres langfristige, künftige Einsparungsziele gemeinsam mit Strategien zur Verringerung der Emissionen festlegen. Derzeit laufen die Emissionsreduktionsziele von HP nur bis 2013. Während der Geschäftsführer Leo Apotheker die Hoffnung aufkommen ließ, den Klimaschutz-Lösungen von HP mehr Gewicht zu geben – und er als Vorstandsvorsitzender von SAP durchaus offen die Notwendigkeit und die Chance in Sachen Führung bei Klimaschutz angesprochen hat – hat die Ankunft der neuen Geschäftsführerin Meg Whitman in Palo Alto in Sachen Klimaschutz zuletzt eher wenig begeistert. Als Kandidatin für das Amt des Gouverneurs in Kalifornien hat Meg versprochen, für den Fall ihrer Wahl die Umsetzung des Klimaschutzgesetzes aufzuheben. Dieses Gesetz würde dabei helfen, die Nachfrage nach IT-Energie-Lösungen zu erhöhen. Es ist zu hoffen, dass die Bemühungen der Geschäftsführerin zu einer neuerlichen Selbstverpflichtung führt, die neue Geschäftsmöglichkeiten vorsieht, die dabei helfen, Energie zu sparen.
Wipro 33/100 – Das weltweit tätige IT Service-Unternehmen Wipro ist im Vergleich zum starken Einstieg in der letzten Fassung des Cool IT-Rankings leicht gefallen und landet diesmal im Mittelfeld. Das Unternehmen erzielt im Vergleich zu den beiden anderen, in diesem Ratgeber neu hinzu gekommenen Marken aus Indien TCS und HCL, die meisten Punkte.
Wipro ist eines der wenigen Unternehmen, das sich im Bereich des politischen Engagements verbessert hat. Trotzdem hat Wipro bei Lösungen signifikant Punkte verloren. Aufgrund seines beachtlichen Mix Erneuerbarer Energieträger für die eigene Geschäftstätigkeit wäre Wipro in der Position sowohl die Branche als auch die politischen Entscheidungsträger hinsichtlich der schnellen, größeren Verbreitung der Versorgung weiterer Wirtschaftsbereiche mit Erneuerbarer Energieträger in Indien voranzutreiben.
Dell 29/100 – Dell fällt um 10 Punkte im Vergleich zum letzten Cool IT-Ranking. Das Unternehmen schneidet vor allem bei politischem Engagement schlecht ab. Der Dell-Geschäftsführer Michael Dell, der seinerzeit ein Vorreiter bei Klimaschutz-Lösungen und der Rolle von IT-Unternehmen bei der Verringerung der Klimakrise war, hat im letzten Jahr geschwiegen. Der Geschäftsführer von Dell muss sich weiterhin öffentlich für Klimaschutz in der IT-Branche aussprechen, wie er es auch bereits 2009 via Forbes.com gemacht hat. Obwohl Dell eines der bestplatzierten Unternehmen im Bereich Energie ist, wird das schwache Abschneiden von Dell bei seinen Richtlinien zur Standort-Infrastruktur teilweise zu Problemen angesichts der rasch ansteigenden Investitionen bei Cloud Computing Infrastruktur führen. Dell liegt im Mittelfeld des Rankings und unter seinen Mitbewerbern HP und Sharp. Dieses Ergebnis steht im Gegensatz zu den Äußerungen des Unternehmens der vergangenen Jahre und dessen Schwerpunkt zum Schutz der Umwelt. Es gibt großes Potenzial für Dell, die Führung zu übernehmen. Um sich bis zur nächsten Version des Rankings zu verbessern, muss Dell ausführlichere Informationen zu seinen Fallstudien zur Verfügung stellen, die zeigen, wie seine IT-Lösungen die Reduktion weltweiter Emissionen vorantreiben.
Microsoft 25/10 - Microsoft setzt seinen Abstiegskurs im Rahmen des Cool IT-Rankings bereits zum zweiten Mal fort. Die Punkte von Microsoft sinken in nahezu jeder Kategorie, vor allem im Bereich Lösungen, da das Unternehmen im Mai 2011 entschieden hat, sein Holm Online Energie-Management-Tool aufzulassen.
In der letzten Ausgabe des Rankings hat Microsoft 5 Abzugspunkt kassiert, weil das Unternehmen verabsäumt hat, sich hinsichtlich Klimawandel öffentlich zu äußern, weil BusinessEurope, ein Wirtschaftsverband, dem Microsoft angehört, technologischen Fortschritt zur umweltfreundlichen Energieproduktion in Frage stellt. In dieser Ausgabe wurden die Abzugspunkte gestrichen, weil sich Microsoft öffentlich von der Position von BusinessEurope distanziert hat. Rob Bernard, der oberste Umwelt-Stratege von Microsoft, hat in einem Blog im Dezember 2011 die Haltung des Unternehmens zum Klimawandel wiederholt und sich von jeglichem Wirtschaftsverband distanziert, dessen Mitglied Microsoft ist und der diesbezüglich Negativ-Lobbying betreibt. Obwohl diese weit reichende Firmenpolitik nützlich ist, Microsoft von jenen Unternehmen abzugrenzen, die sich darauf konzentrieren, die Welt von einem Wechsel zu umweltfreundlicher Energiegewinnung abzuhalten, muss sich Microsoft stärker darauf konzentrieren, die Führungsrolle innerhalb der IT-Branche weg von umweltschädlicher Energieproduktion auf höherer Ebene zu übernehmen. Microsoft sollte maßgebliche Richtlinien für Investitionen in Erneuerbare Energieträger festlegen.
SAP 23/100 - Das Unternehmen, das betriebswirtschaftliche Software entwickelt, steigt um nur 3 Punkte, nachdem es in der letzten Ausgabe des Cool IT-Rankings 16 Punkte verloren hat. Die Führungskompetenz im Bereich politischer Verantwortung ist leicht gestiegen, weil das Unternehmen das „2°C Challenge Communiqué“ unterzeichnet wurde, das auch von Vodafone unterschrieben wurde. Das „ 2°C Challenge Communiqué“ wurde von der Prince of Wales Corporate Leaders Group ins Leben gerufen, um den Stillstand bei den internationalen Klimaschutzverhandlungen zu beenden. SAP schneidet relativ gut bei Energie ab, weil es trotz wachsender Erlöse Jahr für Jahr Fortschritte bei der Reduktion der CO2-Emissionen macht. Die Daten zu den Emissionen von SAP sind überdies beeindruckend transparent und gut dargestellt. Es werden Strategien zur Bewältigung der größten Emissionsverursacher dargestellt und Hintergrundmaterial mit genauen Informationen zur Verfügung gestellt. SAP muss verstärkt Details offen legen, wie deren IT-Lösungen zu Emissionsreduktionen in anderen Wirtschaftszweigen beitragen. Das Unternehmen muss überdies eine bessere Niveau zur Veröffentlichung der Methodik finden, mit denen diese Reduktionen ermittel werden.
AT&T 22/100 - AT&T mit Sitz in Dallas im US-Bundesstaat Texas, ist aufgrund seines Börsenwertes eines der weltgrößten Unternehmen und eines der wichtigsten Telekommunikationsunternehmen in den USA. AT&T wird in dieser Fassung des Cool IT-Rankings erstmals bewertet und erreicht insgesamt den 14. Platz und landet auf Platz 3 der Telekommunikationsunternehmen. Das Unternehmen bietet eine Vielzahl an Lösungen mit detaillierten Fallstudien und transparenter Darstellung der Methodik. Das Unternehmen hat, ebenso wie viele andere Unternehmen im aktuellen Ranking reichlich Möglichkeiten, seine Führungsrolle im Bereich politischem Engagement auszubauen.
HCL 21/100 - Das in Indien tätige Unternehmen HCL (Hindustan Computers Limited) ist ein weltweit tätiges Technologie- und IT-Unternehmen und ist in der neuen Ausgabe des Ratgebers gemeinsam mit acht anderen Telekommunikationsunternehmen hinzu gekommen. HCL steigt auf Platz 15, also relativ weit unten, ein. Das Unternehmen könnte die Nachfrage nach Erneuerbaren Energieträgern stärker voran treiben und innovative Software-Lösungen anbieten, die in der Lage sind, die Treibhausgas-Emissionen in Indien zu reduzieren.
HCL hat erst kürzlich seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht und ein Paket mit 10 Zielen festgelegt, die bis 2020 erfüllt sein sollen. Eines dieser Ziele ist die Reduktion des eigenen Energie-Fußabdrucks um 20%. Dennoch haben sich vergleichbare Unternehmen höhere Reduktionsziele gesetzt und HCL hat es verabsäumt, sich kurzfristige Ziele zu setzen und einen Plan zur Verringerung zu entwickeln, um sein Reduktionsziel zu erreichen. Daher erzielt HCL im Bereich Energie-Fußabdruck nur wenig Punkte.
NTT 19/100 - Die NTT Gruppe ist eines der weltweit größten Telekommunikationsunternehmen mit bedeutenden Tochtergesellschaften im Bereich Festnetz, Breitband, Mobilfunk und Daten. Die japanische Regierung ist zu rund 1/3 an der Muttergesellschaft beteiligt. NTT ist zum ersten Mal im Cool IT-Ranking bewertet worden und erreicht insgesamt nur Platz 17 und auf Platz 8 in Hinblick auf seine Lösungen. NTT war eines der drei Unternehmen, das Abzugspunkte für Negativ-Lobbying im Bereich politisches Engagement kassiert hat.
NEC 15/100 - NEC (Nippon Electric Company) wäre gut aufgestellt, um im Bereich Klimaschutz eine Führungsposition einzunehmen, da das Unternehmen wesentliche Investitionen in Telekommunikationsnetze, Server, Cloud Computing, Unterhaltungselektronik sowie in Services für IT-Lösungen getätigt hat. NEC ist in der aktuellen Fassung des Ratgebers neu aufgenommen worden und erreicht insgesamt nur Platz 19. Das Unternehmen erzielt bei seinen Lösungen Platz 7, hat aber die meisten Abzugspunkte für Negativ-Lobbying im Bereich polischem Engagement kassiert.
Telefonica 11/100 - Telefónica ist eines der weltweit größten Telekommunikationsunternehmen, das vor allem in spanisch- sowie in portugiesisch-sprechenden Märkten tätig ist. Das Unternehmen steigt an schwacher 19. Stelle beim Cool IT-Ranking ein, weil das Unternehmen in allen drei Bereichen relativ wenig Punkte erzielt. Um seinen Rang als Anbieter von klimafreundlichen Technologie-Lösungen zu beweisen, muss Telefonica mehr Transparenz im Bereich von Energie-Einsparungen durch deren IT-Lösungen anbieten. Das Unternehmen hat sich ein ehrgeiziges Ziel zur Reduktion der eigenen Treibhausgas-Emissionen gesetzt. Um jedoch in Führung zu gehen, muss sich Telefónica zu uneingeschränkten Zielen verpflichten.
Telefónica setzt bislang nicht dessen Einfluss bei globalen oder nationalen Debatten rund um den Klimaschutz ein. Nachdem Telefónica in andere Märkte expandiert, wird dessen eigener Energie-Fußabdruck wachsen. In Zeiten des Klimawandels wäre es sinnvoll, wenn Telefónica in diesen Märkte die Fähigkeit verbreiten würde, größere Mengen Ereuerbarer Energieträger anzubieten und sicher zu stellen.
TCS 11/100 - TCS (Tata Consultancy Services) ist ein weltweit tätiges IT-Service-Unternehmen mit Sitz in Mumbai, Indien und ist eines der drei globalen ICT-Unternehmen aus Indien, die erstmals im Cool IT-Ranking aufgenommen wurden. Das Unternehmen erzielt in allen drei Bereichen nur wenig Punkte. TCS hat das Potenzial für deutlich höhere Ergebnisse, weil es in vielen Bereichen Lösungen anbietet, die im Rahmen der Smart2020-Studie (eine Untersuchung der IT-Branche in Hinblick auf Klimaschutz) als wichtig erachtet wurden. Trotzdem muss TCS den Beweis erbringen, welche Energie- und Treibhausgassemissions-Einsparungen das Unternehmen gemeinsam mit seinen Kunden erzielt hat. Aufgrund des vielfältigen Angebots und der Fähigkeit, diese in Produkte und Dienstleistungen seiner Muttergesellschaft, der Tata Gruppe zu integrieren, hat TCE einzigartige Möglichkeiten, das große Veränderungspotenzial von Informations- und Kommunikationstechnik in Richtung Energieverbrauch und Erneuerbarer Energieträger zu zeigen.
Oracle 10/100 - Oracle hat zwei Punkte weniger als beim letzten Mal und behält seinen Platz am Ende des Rankings. Dieser Rückgang ist teilweise darauf zurückzuführen, weil führende Telekommunikationsunternehmen neu hinzu gekommen sind.
Oracle hätte großes Potenzial, einer der Vorreiter der IT-Branche zu sein und das Unternehmen scheint zu erkennen, dass sich seine Kunden in Richtung umweltfreundlicherer Geschäftsmethoden bewegen. Dennoch verabsäumt es Oracle zurzeit, sein Potenzial zu erkennen und seinen Kunden dabei zu helfen, ihren Energieverbrauch zu messen und zu steuern. Oracle muss an die anderen Unternehmen des Rankings aufschließen und die Auswirkungen des Energieverbrauchs untersuchen sowie sich auch auf politischer Ebene engagieren. Zuerst muss Oracle seinen Verbrauch von Erneuerbaren als auch von umweltbelastenden Energieträgern offen legen und gemeinsam mit starkem politischen Engagement die Führung übernehmen. |