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Chemie in Elektronik

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Heimelektronik als Chemie-Bombe?


Greenpeace gibt immer wieder Studien zu verschiedenen Produktgruppen in Auftrag. Ergebnis für Fernsehgeräte, Computer, Handys & Co: Es wurden Chemikalien nachgewiesen, die als Dauergifte zu den gefährlichsten Schadstoffen zählen.

 

Berge von Fernsehgeräten, Computern, Handys... 

Wir holen eine Lawine von Elektronikprodukten in unsere Wohnzimmer: so gibt es Österreichweit ca. 5,5 Mio. Fernsehgeräte, rund 3 Mio. Computer und geschätzte 11 Mio. Handys.

Allein in Österreich fallen jährlich ca. 100.000 Tonnen Elektronik-Schrott an (davon 400 Tonnen hochgiftiger Akkus), EU-weit sind es vermutlich 10 Mio. Tonnen / Jahr. Das Elektronikschrott-Aufkommen wächst jährlich ca. um fünf Prozent, das ist die höchste Steigerungsrate im Vergleich zu allen anderen Müllsparten.

 

...mit wenig erfreulichen Nebenwirkungen

Diese Chemikalien können während des Gebrauchs aus den Produkten entweichen. Aber auch durch Produktion und Entsorgung der Waren gelangen Schadstoffe in die Umwelt. Sie können Luft, Boden, Wasser und Nahrung vergiften, reichern sich in der Umwelt an und werden im Gewebe von Tieren und Menschen nachgewiesen.

Diese Stoffe können schwere Krankheiten verursachen. Babys und Kleinkinder sind durch diese Risikostoffe am stärksten betroffen. In Relation zu ihrem Körpergewicht sind sie den höchsten Konzentrationen von schädlichen Chemikalien ausgesetzt.

 

Diese besonders gefährlichen Chemikalien können in Elektronikprodukten enthalten sein:

  • Bromierte Flammschutzmittel: Diese werden zur Verhinderung von Bränden und/oder Verzögerung der Ausbreitung von Flammen eingesetzt. Sie können in Platinen, in Gerätegehäusen, für Verbindungsteile, Kabel oder in Tastaturen. Die Schadstoffe können während des Gebrauchs ausdünsten und zu Lern- und Gedächtnisstörungen führen.
  • PVC (Polyvinylchlorid): Ein Dauergift, das als Kunststoff beispielsweise zur Isolierung von Drähten und Kabeln verwendet wird. Beim Verbrennen entstehen extrem giftige Gase.
  • Phthalate: Diese werden als Weichmacher für PVC eingesetzt. Phthalate wirken fruchtbarkeitsschädigend.
  • Beryllium: Beryllium ist leichter als Aluminium, fester als Stahl und ist gleichzeitig ein sehr guter Wärme- und Elektrizitätsleiter. Es wird für Federn, Schaltrelais, Anschlussstücker, Motherboards (Hauptplatine im Computer) verwendet.  Beim Recycling entsteht ein hochgiftiger Staub, der zur sogenannten Berylliose (Staublunge) führen kann.
  • Cadmium: Cadmium und Cadmiumverbindungen sind in Kontakten, Switches und in Nickel-Cadmium-Akkus (Ni-Cd) zu finden. Cadmium-Verbundstoffe werden als Dämmstoff für Kabeln eingesetzt. Cadmiumsulfid wurde für ältere Bildschirmröhren verwendet. Cadmium ist nicht abbaubar, verbleibt in der Umwelt und ist für alle Lebewesen, also Pflanzen, Tiere und Menschen, giftig. Cadmium kann zu Nierenschäden und Knochenschäden (Brüche) führen. Es schädigt das Zentralnervensystem, das Immunsystem und die Fruchtbarkeit.
  • Blei: Metallisches Blei wird als Legierung mit Zinn als Lötmetall bei Leiterplatten verwendet. Bleioxid wird für Bildschirmröhren verwendet. Bleiverbindungen findet man auch in PVC, beispielsweise als Stabilisator. Blei schädigt die Blutbildung und die Fortpflanzung.
  • Quecksilber: Quecksilber wird für Beleuchtungsbauteile verwendet, die Flachbildschirme zum Leuchten bringen. Es wurde auch für Switches und Relais in älteren "Mainframe"-Computern sowie für ältere Computer, die Bleibatterien eingesetzt haben, verwendet. Quecksilber schädigt das Nervensystem.
  • Sechswertiges Chrom: Sechswertiges Chrom hat zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten: als Hemmstoff gegen Korrosion und zur Härtung und als Korrosionsschutz von Metallgehäusen. Sechswertiges Chrom ist bereits in geringen Mengen sehr giftig und wirkt krebserregend.

 

Bisher haben leider erst wenige Unternehmen auf besonders gefährliche Stoffe verzichtet. Weitere Infos im Ratgeber "Grüne Elektronik", der vierteljährlich aktualisiert wird.

 

Korrespondenz mit Herstellern

Vor sechs Jahren wurde eine Reform der EU-Chemikalienpolitik gestartet. Seither ist Greenpeace mit einer Reihe von Herstellerfirmen von Alltagsprodukten in Kontakt getreten. Ziel war herauszufinden, welche Produkte die Besorgnis erregendsten gefährlichen Substanzen enthalten.

Diese Informationen werden an KonsumentInnen weitergegeben. VerbraucherInnen haben das Recht, genau zu erfahren, welche Chemikalien in den Produkten enthalten sind, die sie kaufen.

Greenpeace beschäftigt sich dabei besonders mit schwer abbaubaren, toxischen oder bio-akkumulativen Chemikalien.

 

Mehr Informationen:

 

Quelle: Greenpeace

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