Greenpeace ist nicht grundsätzlich gegen die Nutzung von Biotreibstoffen. Sie können einen positiven Beitrag zur klimaneutralen Energieversorgung liefern.
Derzeit wird aber oft ignoriert, dass bestimmte Biotreibstoffe unter dem Strich eine sehr negative Umweltauswirkung haben. Hier geht es in erster Linie um Palmöl sowie auch um Ethanol aus Zuckerrohr Rohstoffe, die aus tropischen Staaten importiert werden müssen, und die auf ehemaligen Urwaldflächen erzeugt werden.
Sofern ökologisch verträglich produziert, können Biotreibstoffe durchaus eine positive Rolle in der Energieversorgung spielen. Auch die positive Wirkung der gestiegenen Nachfrage nach Agrarprodukten auf die Preise, und somit auf die Bauerneinkommen, soll nicht ignoriert werden. Hiervon profitieren nicht nur Bauern in Europa oder Nordamerika, sondern auch in Dritte-Welt-Staaten, und es bremst zum Beispiel die Landflucht.
Biotreibstoffe werden aber nie im Stande sein, den derzeitigen Treibstoffbedarf zu decken. Wirklich sinnvolle Maßnahmen setzen aus diesem Grund auch nicht bei den Treibstoffen an, sondern sorgen dafür, dass Mobilität insgesamt effizienter stattfindet und Fahrzeuge sparsamer werden. In diesen Bereichen ist sehr viel zu erreichen. Vom dann noch verbleibenden Treibstoffbedarf kann ein Teil mit Biotreibstoffen gedeckt werden.
Auch müssen wir uns bewusst sein, dass die Unterschiede in der Effizienz zwischen den verschiedenen Biotreibstoffen sehr groß sind. So ist die CO2-Einsparung mit Biodiesel aus Raps viel geringer als die Erzeugung von Biogas auf der gleichen Fläche. Auch ist der stationäre Einsatz von Biotreibstoffen (in z.B. Gebäudeheizung) oft effizienter als die Verwendung im Verkehrssektor.
Quelle: Greenpeace [nach oben] |