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Belastung mit Acetaldehyd

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Belastung mit Acetaldehyd



Manche Kunststoffflaschen können Acetaldehyd ins Wasser abgeben. 2009 ergab ein Test vom VKI, das San Pellegrino 33 Mikrogramm davon enthielt.

Manche Kunststoff-Getränkeflaschen geben Acetaldehyd an das in ihnen abgefüllte Wasser ab. Was ist das für eine Substanz, welche Wirkung hat sie und wie kann man sie vermeiden?

 

Acetaldehyd ist in pflanzlichen Extrakten, in etherischen Ölen, in Tabakrauch oder auch in Kaffee enthalten. Im Körper entsteht es als Zwischenprodukt beim Abbau von Alkohol und ist, auch für den Kater am nächsten Morgen mit verantwortlich.

 

In der chemischen Industrie entsteht Acetaldehyd als Zwischenprodukt und ist in Farben, Parfümen, Färbemitteln und als Konservierungsstoff von Früchten und Fisch, als Geschmacksstoff und zur Gelatinehärtung verwendet.

 

Acetaldehyd entsteht aber auch bei der Produktion von Kunststoffflaschen für Getränke. Bei Flaschen aus Polyethylenterephthalat (PET) kann nach dem Befüllen der Flaschen Acetaldehyd aus dem Kunststoff  in das Wasser übergehen. Diese Wasser riechen und schmecken fruchtig-aromatisch.

 

Im Juli 2008 hat die Stiftung Warentest 30 Medium Mineralwasser in PET-Flaschen getestet und in zehn Wassern zu hohe Mengen Acetaldehyd gefunden. Im Juli 2009 hat der Verein für Konsumenteninformation Mineralwasser auf Acetaldehyd untersucht. Bei prickelndem Mineralwasser waren 21 von insgesamt 25 in PET-Flaschen abgefülltes Mineralwassern mit Acetaldehyd belastet.

 

Die Untersuchung der Stiftung Warentest hat auch ergeben, dass im Gegensatz zu den meisten PET-Einwegflaschen die untersuchten PET-Mehrwegflaschen mit einem sogenannten Blocker versehen waren, der Acetaldehyd bindet und in eine unkritischere Substanz umwandelt. 

 

Aus Kunststoffen dürfen entsprechend den in der EU geltenden Vorschriften maximal 6 Milligramm (6.000 Mikrogramm) Acetaldehyd auf ein Kilo Lebensmittel übergehen. Bis zu diesem Wert werden gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen, heißt es vonseiten des BfR. Andererseits wurde Acetaldehyd von der EU auf die Liste der Substanzen mit Verdacht auf krebserregende
Wirkung gesetzt. Im Tierversuch wurde beim Einatmen von Acetaldehyd die Bildung von Tumoren im Nasen-Rachenraum beobachtet.

 

Auch wenn Acetaldehyd in natürlichen Substanzen vorkommt, hat es nichts in Getränken, die in PET-Flaschen abgefüllt sind, verloren. Ärgerlich ist, dass die Mehrzahl der Hersteller dieses Thema todschweigen und KonsumentInnen im Unklaren lassen, ob die Kunststoffflaschen ihrer Produkte mit Acetaldehyd-Blockern versehen sind oder nicht.

 

Wer Acetaldehyd vermeiden und zusätzlich etwas für die Umwelt tun will, sollte zu Wasser in Mehrweg-Glasflaschen aus der Region greifen. Die größten Umweltauswirkungen von Getränkeverpackungen entstehen bei der Herstellung der Flaschen. Dabei wird die größte Menge an Energie und Rohstoffen benötigt. Daher schneidet die Mehrweg-Glasflasche im Vergleich zu Einweg-Glasflaschen ökologisch viel besser ab und wird rund 40 Mal wieder befüllt.

 

Quelle: Stiftung Warentest, VKI, Greenpeace

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