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Klimakonferenz in Bali gestartet

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3.12.2007
Weltklimakonferenz in Bali gestartet



In Bali ist heute die Weltklimakonferenz gestartet. Bernhard Obermar, Greenpeace-Delegierter vor Ort, bloggt auf derstandard.at. Kontrastprogramm in Österreich: Es sind nur mehr höchstens fünf (!) Prozent CO2-Reduktion bis 2020 geplant.

 

Zur Eröffnung der Weltklimakonferenz in Bali weist Greenpeace mit einem sieben Meter hohen Thermometer auf den rasanten Klimawandel hin. "Inzwischen gibt es keinen Zweifel mehr: Es findet ein dramatischer Klimawandel statt, und nur sofortiges und entschlossenes Handeln kann die schlimmsten Auswirkungen noch stoppen", kommentiert Bernhard Obermayr, Österreichs Greenpeace-Delegierter, die Aktion in Bali.

 

Es geht vor allem darum, den globalen Temperaturanstieg so weit wie möglich unter zwei Grad Celsius zu halten, die vom Weltklimarat IPCC als äußerste Grenze der Kontrollierbarkeit eingestuft werden. Um weltweit unter dieser Grenze zu bleiben, müssen die Industrieländer 25 bis vierzig Prozent ihrer CO2-Emissionen bis 2020 einsparen, und bis 2050 muss bereits der weltweite Gesamtausstoß halbiert worden sein.

 

Greenpeacer bloggt von der Konferenz

Einblicke von der Klimakonferenz in Bali bietet der österreichische Greenpeace-Delegierte Bernhard Obermayr. Seinen Blogg kannst du auf derstandard.at nachlesen.

 

Österreich konterkariert Bemühungen

Fast gleichzeitig konterkariert Österreichs Bundesregierung alle Bemühungen der Weltklimakonferenz und hat in Absprache mit der Industriellenvereinigung sowie dem ÖGB im Rahmen einer "High Level Group" eine Studie beim Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und den Technischen Universitäten in Wien und Graz erstellen lassen. In dieser Expertise wird eine Reduktion von höchstens fünf Prozent aller Treibhausgase von 1990 bis 2020 vorgeschlagen, und sie soll als österreichische Verhandlungsgrundlage für die Aufteilung der CO2-Reduktionsziele innerhalb der EU dienen.

 

"Von wirklich hohem Niveau sind in Österreich nur mehr die CO2-Emissionen, bei den Klimaschutz-Zielen dagegen fällt unsere Regierung der EU in den Rücken", kritisiert Greenpeace-Sprecher Obermayr die Vorgehensweise der heimischen Regierung. Besonders stört Greenpeace, dass sich Österreich für seine bisherigen Versäumnisse im Klimaschutz nun anscheinend mit einem besonders niedrigen Klimaschutz-Ziel "belohnen" will. Die Alpenrepublik liegt bereits an die 35 Prozent über dem Kyoto-Basisjahr von 1990, statt sich dem Kyoto-Ziel von dreizehn Prozent bis 2010 zu nähern. Bei den internationalen Klimaschutzkonferenzen - wie derzeit auf Bali - wird zwar gern die Übereinstimmung mit allen Klimaschutz-Zielen der EU beschworen, tatsächlich findet aber nur mehr eine verzweifelte Anpassung unserer Kyoto-Ziele an die steigenden Treibhausgas-Emissionen im Land statt.

 

Dieses Signal an die Weltgemeinschaft, im Besonderen an China, Indien und die USA, die zu deutlich mehr Klimaschutz gebracht werden müssen, ist während der Konferenz in Bali ganz besonders fatal. Gerade im internationalen Kontext fällt die Weigerung Österreichs, effektive Klimapolitik zu betreiben, schwer ins Gewicht. Länder wie Indien begründen ihre ablehnende Haltung gegenüber Kyoto mit dem Verhalten der Industrieländer, die viel versprechen und nichts davon umsetzen. Um diese Länder an Bord zu holen, muss aber gezeigt werden, dass Klimaschutz nicht nur möglich, sondern auch mit relativem Wohlstand vereinbar ist.

 

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Quelle: Greenpeace

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