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Heringsschmaus: Genuss ohne Reue

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4.02.2008
Bitterer Beigeschmack


Greenpeace empfiehlt zum Faschingsausklang nur Produkte mit Hering und ohne Konservierung. Lachs, Shrimps oder Tunfisch im Herings- schmaus stammen oft aus umweltzerstörenden Aquakulturen.

 

Bedenkliche Inhaltsstoffe

Ein bitterer Beigeschmack zum Ende der Faschingszeit - wenn Matjes, Gabelroller, Russen & Co. auf vielen österreichischen Einkaufslisten stehen: Fast alle Heringsprodukte heimischer Marken enthalten oft (auch mehrere) Konservierungsmittel (z.B. E 211). Von 22 aktuell untersuchten Heringsschmaus-Produkten war nur eines frei von jeglichen Konservierungsmittel (Elfin Bismarck- Heringe). Ein Produkt ("Ozean Pikantröllchen mild") enthielt sogar den als gesundheitsschädlich kritisierten Geschmacksverstärker Natriumglutamat (E 621).

"Wir haben bereits vor drei Jahren Konservierungsstoffe in Heringsprodukten unter die Lupe genommen, seitdem hat sich die Situation in Österreich kaum verbessert. Es ist jedoch durchaus möglich, auf Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker zu verzichten: Im benachbarten Deutschland etwa kommen Heringshappen ohne Konservierungsmittel in die Kühlregale", sagt Antje Helms, Meeresbiologin von Greenpeace.

 

Umweltzerstörende Aquakulturen

Die aktuelle Greenpeace-Studie zum Thema Aquakultur und Nachhaltigkeit zeigt die Probleme der gegenwärtigen Fischzucht schonungslos auf:

  • Zerstörung der Küstenökosysteme
  • Menschrechtsverletzungen
  • Einführen fremder Arten
  • Die Entnahme von Larven aus Wildbeständen.

Zudem stellen die auf Fischfarmen eingesetzten Antibiotika sowie die Tonnen an Futterresten und Fäkalien eine massive Belastung für die Meere dar.

 

Der Versuch, Meeresfisch oder Garnelen in Gefangenschaft zu mästen ist zumeist keine ökologische Alternative. Mit dem massiven Ausbau der Aquakultur von Garnelen, Lachs, Tunfisch oder Buntbarschen (Tilapia) sind oft nicht nur gravierende Umweltschäden, sondern auch Menschenrechts-

verletzungen verbunden.

Während die wildlebenden Fischbestände rapide abnehmen, gehört die Produktion von Fisch, Krebstieren und Muscheln in Aquakulturen weltweit zu den am schnellsten wachsenden Lebensmittelsektoren. So geht die Welternährungsorganisation FAO davon aus, dass bereits jetzt 43 Prozent aller konsumierten Fische und Meeresprodukte aus Zucht oder Mast stammen.

 

Zu den in der Greenpeace-Studie kritisierten Umweltfolgen gehört insbesondere das massive Abfischen von Futterfischen, die als Fischmehl und Fischöl an die in Aquakultur gehaltenen Tiere verfüttert werden:

Für jedes in Aquakultur produzierte Kilogramm Lachs oder Garnele werden 2,5 bis 5 Kilogramm wild lebender Fisch als Nahrung benötigt, bei Tunfisch sogar 20 Kilogramm.

 

Die Käfige werden oftmals mit Jungtieren aus Wildbeständen bestückt. Damit wächst der Druck auf die ohnehin schon geschädigten, frei lebenden Fischbestände. Einige natürliche Garnelen-Bestände sind als Folge der Entnahme von Larven für die Shrimpszucht bereits zusammengebrochen. Besonders verheerend trifft es den im Mittelmeer vor dem Aussterben stehenden Roten Tunfisch: Da seine Zucht in Gefangenschaft noch nicht gelingt, werden junge Tunfische oft illegal gefangen und dann gemästet.

 

Mehr Infos:

 

Quelle: Greenpeace

Download:

Aquaculture-Report_2008.pdf
"Challenging the Aquaculture Industry on Sustainability": Kurzfassung der Greenpeace-Studie zur Nachhaltigkeit von Aquakulturen (Engl.)
   1.6 M
Aquaculture-Report_2008-Summary.pdf
Komplettversion der Studie (57 Seiten, Englisch)
   3.4 M
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