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Konferenz zu Umwelt und Entwicklung "Rio+20"

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18.06.2012
Gerechtigkeit in einer endlichen Welt



Greenpeace-Transparent auf der Christus-Statue am Zuckerhut in Rio de Janeiro.

20 Jahre nach dem ersten „Earth Summit“ in Rio de Janeiro im Jahr 1992 findet vom 20. bis 22. Juni die Folgekonferenz in Rio statt: die UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung ("Rio+20"). Die damals angesprochenen Probleme haben sich in vielen Bereichen massiv verschärft. Die Initiative "Rio+20" hat einen Forderungskatalog erstellt; Greenpeace warnt vor den Tücken der "Grünen Wirtschaft".


Forderungskatalog an Bundesregierung

 

Mehr als 30 Umwelt-und Entwicklungsorganisationen, die sich zur Initiative "Rio+20 - Gerechtigkeit in einer endlichen Welt" zusammengeschlossen haben, übergaben im Vorfeld der Konferenz einen Forderungskatalog der Initiative "Rio+20" an Bundesminister Niki Berlakovich und Staatssekretär Wolfgang Waldner. Die beiden ÖVP-Mitglieder werden die Österreich in Rio de Janeiro vertreten.

 

Heilsversprechen "Grüne Wirtschaft"

 

In der geplanten "Rio+20"-Abschlussdeklaration steht die "Green Economy" ganz oben. Der ökologische Wandel soll sowohl Arbeitsplätze schaffen und einen Weg zur nachhaltigen Entwicklung und Bekämpfung der Armut weisen, wie es im entsprechenden Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP heißt.

"Grüne Wirtschaft" ist ein Begriff der weiten Interpretationsspielraum zulässt. Peter Molnar vom Klimabündnis dazu: "Es muss in jedem Fall zwischen "Green Economy" und "greening the economy" unterschieden werden. Deshalb wird eine klare und ganzheitliche Definition von Green Economy gefordert, die sich auf den gesamten Produktionsprozess beziehen."


Laut Information der Arbeiterkammer sind in den 200.000 von Umweltminister Berkakovich genannten Jobs in der grünen Wirtschaft, auch MitarbeiterInnen der Müllabfuhr und Supermarktverkäuferin eingerechnet, weil letztere ja auch Bio-Produkte verkaufen.

 

Die "Tücken" der Green Economy

 

Vieles was als grün verkauft wird, ist nicht grün, warnen Umweltorganisationen dieser Tage eindringlich in Rio, etwa das riesige Wasserkraftwerk Belo Monte im Amazonasgebiet in Brasilien. Auch die österreichische Andritz AG ist am Bau dieses Megaprojektes, das die Vertreibung von mehr als 30.000 Menschen und zur Überschwemmung von 500 Quadratkilometern Fläche zur Folge hat, mitbeteiligt.

Alexander Egit von Greenpeace wird wie bereits vor 20 Jahren ebenfalls an der Konferenz in Rio teilnehmen. Er erklärt, Grüne Wirtschaft dürfe nicht Atomenergie sein, die als CO2-Schutzmaßnahme ausgegeben wird.

 

Schlimmer noch seien die humanen Folgen im Bereich Biotreibstoffe: Etwa ein Fünftel der weltweiten Nahrungsmittel-Produktion werde eingesetzt, um Agrotreibstoffe zu erzeugen. Den Ausdruck "Biotreibstoff" lehnt Egit ab: Das sei eine nicht gerechtfertigte positive Färbung. In vielen Ländern gebe es nicht zuletzt durch den Klimawandel bereits eine Nahrungsmittel-Knappheit. "Genau in diesen Ländern mit Hungerproblematik gibt es zum Teil riesige Anbauflächen für Agrotreibstoffe. Man kennt ja bereits den Begriff des Landraubs: Ausländische Konzerne gehen beispielsweise nach Afrika und bauen Produkte an, aus denen unter anderen dann auch Agrotreibstoffe hergestellt werden."

 

Hoffnung auf Abkommen zum Meeresschutz

 

Als größte Chance bezeichnete Egit übrigens den geplanten Beschluss eines Abkommens zum Schutz der internationalen Meere. Damit könnte die Fläche der Meeresschutzgebiete von bisher einem Prozent auf bis zu 40 Prozent gesteigert werden.


Link-Tipps:

 

Quellen: Greenpeace

Download:

rio_plus_20_forderungskatalog.pdf
Forderungskatalog der Initiative "Rio+20"
© Greenpeace 2013[Impressum][Datenschutz]

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