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Carsharing ersetzt bis zu acht Privat-Pkw

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11.06.2012
Auto teilen: nutzen statt besitzen


Ein durchschnittlich genutzter Pkw steht im Schnitt 23 Stunden am Tag und verbraucht viel Platz. Ein Auto gemeinsam zu nutzen bringt viele Vorteile und ist kostengünstig. Derzeit nutzen rund 12.000 Österreicherinnen und Österreicher Carsharing.

 

"Stehzeug" Auto


Nur eine Stunde am Tag ist ein Auto im Schnitt in Betrieb. Die restlichen 23 Stunden steht es meist im öffentlichen Straßenraum und verbraucht Platz. "Autos sind zu 95 Prozent des Tages nicht Fahr-, sondern Stehzeuge. Gerade in den Städten ist der Platz sehr knapp. Eine Zunahme der Flächen für Autos geht auf Kosten des Platzes für Menschen", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

 

Zahl der Pkw nimmt in Österreichs Städten stark zu


In Österreichs Landeshauptstädten gab es im Jahr 2011 insgesamt 1,18 Millionen Pkw, das sind um rund 42.000 Pkw mehr als noch im Jahr 2007. Mit Ausnahme von Wien und Graz, wächst in den Landeshauptstädten die Zahl der Autos stärker als die Bevölkerung. Jedes zusätzliche Auto erhöht die Platz- und Stauprobleme in den Ballungszentren.

"Carsharing, also das gemeinsame Nutzen von Autos, bringt einen großen Nutzen. Denn ein Carsharing Auto ersetzt bis zu acht private Pkw", verweist Gansterer auf die Platzersparnis.

 

Carsharing unter 12.000 Jahreskilometer billiger als eigener Pkw


Carsharing ist günstiger als der Besitz eines eigenen Pkw wenn, die jährliche Fahrleistung unter 12.000 Kilometer liegt. Für den Besitz eines Kompaktwagens (z.B. Hyundai i30) sind neben den hohen Treibstoffkosten pro Jahr rund 6.000 Euro für Wartung und Wertverlust zu veranschlagen. Im Vergleich dazu liegen die Gesamtkosten für Carsharing eines Kompaktwagens bei jährlichen 6.000 Kilometer bei lediglich rund 3.600 Euro.
"Viele vergessen, dass die Treibstoffkosten nur etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten für einen Neuwagen ausmachen. Beim Carsharing werden die Vollkosten pro Kilometer verrechnet und sind damit klar nachvollziehbar", so Gansterer.  

 

Positivbeispiel Schweiz


Carsharing hat in Österreich ein großes Wachstumspotenzial, betont der VCÖ. Derzeit nutzen österreichweit rund 12.000 Personen Carsharing, davon rund 8.000 in Wien. Der internationale Vergleich zeigt, dass Österreich beim Carsharing noch einiges aufholen kann. So gibt es in der Schweiz rund 100.000 Carsharing Nutzer. Legt man diese Nutzungszahl auf Österreich um, ergibt dies ein Potential von rund 120.000 Carsharing-Nutzer in Österreich.
Der Kfz-Bestand in der Schweiz wurde durch Carsharing um 20.000 Pkw verringert.


Bewusster Umgang mit motorisierten Fahrzeugen


Carsharing bringt einen bewussten Umgang mit dem Auto. Das Auto wird nur dann genutzt, wenn es wirklich gebraucht wird. Und die Größe des Autos kann auf den Zweck der Fahrt abgestimmt werden.

In Österreich nutzen Personen, die vom eigenen Pkw auf Carsharing umsteigen, das Auto um die Hälfte weniger. 43 Prozent  der Umsteigenden fahren häufiger mit Öffentlichen Verkehrsmitteln, betont der VCÖ.

 

Gemeinsam nutzen statt besitzen


"Der Trend in den Städten geht klar in Richtung Auto nutzen statt besitzen. Jedes zusätzliche Angebot, das diesen Trend unterstützt und den Privatbesitz eines Autos unnötig macht, ist aus unserer Sicht zu begrüßen", so Gansterer.

 

Link-Tipps/Anbieter in Österreich:

 

Zahlen: Pkw in den Landeshauptstädten

 

Pkw-Bestand 2011 (in Klammer 2007):
Eisenstadt: 9.694 Pkw (8.989)
Klagenfurt: 56.056 Pkw (52.828)
St Pölten: 29.143 Pkw (27.675 )
Linz: 96.835 Pkw (93.145)
Salzburg: 73.484 Pkw (70.256)
Graz: 123.348 Pkw (117.206)
Innsbruck: 53.400 Pkw (51.341)
Bregenz: 64.080 Pkw (60.051)
Wien: 674.526 Pkw (657.426)

Motorisierungsgrad: Anzahl Pkw pro 1.000 Einwohner in Österreichs Landeshauptstädten im Jahr 2011
Wien: 394
Innsbruck: 445
Graz: 472
Salzburg: 496
Bregenz: 505
Linz: 511
St. Pölten: 561
Klagenfurt: 594
Eisenstadt: 651

 

Quelle: Statistik Austria, VCÖ

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