Autos verbrauchen in Wien viel Platz. Platz, der beim Gehen, Radfahren und für spielende Kinder fehlt. Denn der Platzbedarf von Autos in Wien ist trotz sinkender Bedeutung enorm: Laut VCÖ hat ein Pkw zum Parken 14 Mal mehr Platz als ein Kind zum Spielen am Spielplatz.
Mobilität in Wien
Während noch immer 80 Prozent des öffentlichen Raums den Autos zugesprochen wird, sind immer weniger Wienerinnen und Wiener mit dem Auto unterwegs.
- Nur 29 Prozent der täglichen Wege werden in Wien mit dem Auto bewältigt, während
- 34 Prozent mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden.
- 40 Prozent der Wiener Haushalte besitzen kein Auto.
"Die Wienerinnen und Wiener haben sich bereits durch ihre tägliche Wahl des Verkehrsmittels gegen das Auto und für das Gehen und Radfahren entschieden. Jetzt gilt es, dafür auch entsprechend mehr Platz zur Verfügung zu stellen", so VCÖ-Experte Markus Gansterer für aus.
Zahlen & Fakten
In Wien beansprucht der Autoverkehr 8-mal mehr Platz als Radfahren und sogar 60-mal mehr Platz als das Gehen. Der Parkplatzbedarf der Autos mit Wiener Kennzeichen entspricht dem Platz von 1.400 Fußballfeldern. 24.056 Pkw wurden alleine seit Beginn des Jahres in Wien neuzugelassen. Ein großes Problem für die Verkehrssituation in Wien sind auch die 350.000 Autos, die täglich nach Wien pendeln.
- Anzahl Pkw mit Wiener Kennzeichen: 674.500
- Flächenbedarf dieser Pkw: 8,4 Quadratkilometer (= 1.400 Fußballfeldern)
- Pkw-Motorisierungsgrad: 394 Pkw / 1.000 Einwohner
- Länge Straßennetz Wien: 2.800 Kilometer
- Öffentliche Parkfläche pro Pkw: 7,8 Quadratmeter
- Spielplatz-Fläche pro Kind: 0,55 Quadratmeter
Forderung: Parkgebühr von 3-4 Euro pro Stunde
Angesichts der stark wachsenden Bevölkerung wird Platz in der Stadt ein immer knapperes Gut. Gleichzeitig wird der wertvolle öffentliche Raum laut VCÖ viel zu günstig für Autos zur Verfügung gestellt. Deshalb fordert der Verkehrsclub, dass das Parken auf öffentlichen Straßen mindestens drei bis vier Euro pro Stunde kosten, um dem Marktwert der verstellten Fläche zu entsprechen.
Mehr Platz für Gehen und Radfahren
Sinnvoll wäre es, für jede Maßnahme der Stadt- und Verkehrsplanung auch die Interessen der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer einzubeziehen. Die die flächendeckende Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung sowie die Zustimmung vom Radbeauftragten wären sinnvolle Maßnahmen. Auch ein rasch einzusetzenden Fußgänger-Beauftragten und Vorrang für Gehen und Radfahren erhöhen langfristig die Lebensqualität in Wien, betont der VCÖ. Platzverderber Auto
Gehen und Radfahren sind die flächeneffizientesten Verkehrsmittel der Stadt, stellt der VCÖ fest. Auf der Fläche eines Autoparkplatzes finden zehn Fahrräder Platz. Ein Radweg kann fünfmal so viele Menschen transportieren wie eine Autospur derselben Breite. "Gehen und Radfahren sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Neue Fahrradinfrastruktur ist daher nicht auf Kosten von Gehwegen anzulegen. Und Gehsteige sollen nicht mehr als Parkplätze missbraucht werden. Schließlich ist jede und jeder von uns auch Fußgänger, spätestens wenn wir aus dem Auto aussteigen", so Gansterer.
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Quelle: VCÖ |