In Deutschland gibt es bereits in 56 Städten eine Umweltzone. In Berlin hat die Einführung einer solchen Zone die Dieselruß-Emissionen massiv verringert. Mediziner weisen darauf hin, dass die ultrakleinen Partikel extrem gesundheitsschädlich sind. Der VCÖ fordert Umweltzonen für zumindest jene österreichischen Landeshauptstädte, wo im Vorjahr die Feinstaubbelastung zu hoch war.
Umweltzonen in Deutschland weit verbreitet
Was im Umweltmusterland Österreich als Einschränkung der Mobilität verteufelt wird, ist in DER Auto-Nation Deutschland bereits längst Realität: Umweltzonen. Seit 1. Jänner ist Deutschlands größte Umweltzone neu als Nr. 56 dazugekommen: Im Ruhrgebiet ist eine 850 Quadratkilometer große Region (doppelt so groß wie Wien) zur Umweltzone erklärt worden.
Ampelsystem für Einfahrt in Städte
Die Fahrzeuge in Deutschland sind je nach Schadstoffklasse mit Aufklebern nach dem Ampelsystem gekennzeichnet.
- Grüne Aufkleber haben alle Diesel-Pkw mit Partikelfilter, die mindestens die Standards der Abgasnorm Euro 3 erfüllen: Mindestens Euro 3 erfüllen alle Fahrzeuge, die Baujahr 2001 oder jünger sind.
- Lkw müssen mindestens Euro 4 erfüllen (Baujahr 2006 oder jünger), um die grüne Plakette zu bekommen.
- Und Benzin-Pkw müssen einen Katalysator haben und mindestens Euro 1 (Baujahr 1993 oder jünger) erfüllen.
Ältere Fahrzeuge erhalten einen gelben oder roten Aufkleber. Diesel-Pkw ohne Partikelfilter erhalten keinen Aufkleber.
Mittlerweile dürfen in sieben Umweltzonen in Deutschland nur mehr Fahrzeuge mit grünem Aufkleber einfahren, in weiteren 30 Städten brauchen die Fahrzeuge zumindest eine gelbe Plakette.
Zahlen belegen die Wirksamkeit von Umweltzonen
"Ein Argument der Gegner ist, dass die Umweltzonen keine Wirkung hätten. Auch das stimmt nicht, wie etwa die Evaluierungen von München und Berlin belegen. Wichtig für die Wirkung einer Umweltzone ist, dass sie ein großes Gebiet umfasst und es keine Ausnahmen für alte Fahrzeuge gibt", so VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.
In Berlin sind die Dieselruß-Emissionen von 380 Tonnen im Jahr 2007 (vor Einführung der Umweltzone) um zwei Drittel auf 126 Tonnen im Jahr 2010 gesunken. Auch ohne Umweltzone hätte es einen Rückgang gegeben, aber nur auf 299 Tonnen.
Feinstaub macht krank und tötet
1,3 Millionen Krankheitstage sind auf die Verkehrsabgase zurückzuführen. Herz-Kreislauferkrankungen und Lungenschäden sind häufige Folge der Belastung die ultrakleinen Teilchen, vor denen der Körper sich nicht schützen kann - besonders betroffen sind Kinder und ältere Menschen. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO kosten die Verkehrsabgase in Österreich mehr als 2.000 Menschen pro Jahr ihr Leben. "Damit sterben durch die Verkehrsabgase vier Mal so viele Menschen, wie durch Verkehrsunfälle ums Leben kommen", so der VCÖ.
Politiker müssen Gesundheit schützen!
Der VCÖ fordert die rasche Einführung von Umweltzonen, zumindest in jenen Landeshauptstädten, wo im Vorjahr die Feinstaubbelastung zu hoch war.
"Im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung ist es höchste Zeit, dass die Politik gemeinsam das tut, was ihre Aufgabe ist: Wirksame Maßnahmen setzen, damit die Bevölkerung wieder saubere Luft atmen kann. Das Rad muss nicht neu erfunden werden. Es reicht, wenn endlich auch in Österreich Maßnahmen umgesetzt werden, die in anderen Staaten schon längst gang und gäbe sind", appelliert der VCÖ an die Politik endlich aktiv zu werden.
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Quelle: VCÖ |