+ Wieviel Neumaterial braucht eine Glasflasche?
Zur Erzeugung von neuen Flaschen ist immer auch neues Material erforderlich, im Durchschnitt ist 40% Neumaterial erforderlich. Auch wenn die Einwegflaschen recycelt werden, fällt 40% Abfall an. In jedem Fall ist dies mit einem zusätzlichen Transport- und Energieaufwand verbunden, der bei Mehrwegsystemen wegfällt.
Siehe auch Grafik Stoffflüsse des Glas-Einwegsystems links.
Die Einweg- und Mehrweg-Grafiken können auch als pdf downgeloadt werden (2 Seiten, zum Betrachten wird der Adobe Reader benötigt).
+ Welche Getränkeverpackungen haben welche Wirkung aufs Klima?
- Eine Einwegflasche aus Kunststoff (z. B. für Mineralwasser, Limonade und Fruchtsaft) verursacht um über die Hälfte mehr CO2-Emissionen als eine Mehrwegflasche aus Kunststoff.
- Eine Einwegdose aus Alu (z. B. bei Bier) verursacht
drei Mal so hohe CO2-Emissionen wie eine Mehrwegglasflasche.
- Eine Einwegflasche aus Glas verursacht
fünf Mal mehr CO2-Emissionen wie eine Mehrwegglasflasche.
80% der Emissionen von Getränkeverpackungen stammen von Einwegverpackungen. Würden sämtliche Getränke in Österreich auf Mehrweg umgestellt, könnten die CO2-Emissionen um 44% auf 232.376 Tonnen gesenkt werden. Das entspricht etwas mehr als der Hälfte der Emissionen der Stadt St. Pölten. Und damit können Mehrwegflaschen auch zum Klimaschutz beitragen.
+ Haben Mehrweggebinde einen höheren Wasserverbrauch als Einweggebinde? Nein. Wasser wird üblicherweise nicht wie andere Ressourcen „verbraucht“, solange es nicht mit problematischen Chemikalien verunreinigt und damit unbrauchbar gemacht wird. Zur Reinigung der Mehrwegflaschen ist Wasser erforderlich. Die Menge des Wassers kann durch den Einsatz sparsamer Technologien reduziert werden, beispielsweise auf 0,25 Liter pro Liter Füllgut. Mittels moderner Filtersysteme kann das Reinigungswasser aufbereitet und danach wieder dem Wasserkreislauf zugeführt werden.
+ Wer verhindert Mehrweg? Der Rückgang von Mehrweg ist vor allem aufgrund der massiven Initiative einiger internationaler Getränke-Großbetriebe, von Verpackungsherstellern, von einigen Handelsbetrieben nicht zuletzt von Firmen, die mit Verpackungsmüll sehr gute Geschäfte machen, zurückzuführen. Diese haben aus verschiedenen Gründen kein Interesse an Mehrweg:
- Das Geschäftsinteresse der Verpackungshersteller ist nicht Vermeidung und Reduktion von Getränkeverpackungen, sondern der Verkauf von immer mehr Verpackungsmaterial.
- Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel ist der zahlenmäßig größte Arbeitgeber des Landes. Mehrweg verursacht höheren Manipulationsaufwand und benötigt damit mehr Personal.
- Obwohl die Getränkehersteller durch Mehrweg Kosten einsparen würden haben sich vor allem die großen Getränkehersteller in den letzten Jahren den Wünschen des Handels gebeugt und bieten nur noch Getränke in Einwegflaschen an.
Die detaillierten Argumente verschiedener Handelsbetriebe gegen Mehrweg und was Greenpeace dazu sagt kann auf den Subseiten der Aktion „Ich will Mehrweg!“ nachgelesen werden.
+ Warum zahlen die KonsumentInnen bei Einweg drauf? KonsumentInnen werden für Einwegflaschen im schlimmsten Fall dreifach zur Kasse gebeten: 1. Beim Kauf von Einwegflaschen durch höhere Kosten für die Getränke, weil Einwegflaschen in der Herstellung teurer kommen als Mehrwegflaschen 2. Durch die zusätzliche ARA-Lizenzgebühr, die im Rahmen des Getränkeverkaufspreis von den KonsumentInnen mitbezahlt werden muss 3. Aufgrund der steigenden Zahl an Einwegflaschen, die nicht in der getrennten Sammlung, sondern im Restmüll oder gar in der Umwelt entsorgt werden muss immer häufig die Allgemeinheit, also wir alle durch höhere Müllgebühren dafür aufkommen.
+ Welche Rolle hat Greenpeace beim Thema Mehrweg? Mehrwegflaschen sind die umweltfreundlichsten Getränkeflaschen und daher setzt sich Greenpeace für die Förderung von Mehrwegflaschen ein. Greenpeace hat auf seinem Online Einkaufsratgeber www.marktcheck.at Informationen zum Thema zur Verfügung gestellt, Untersuchungen zu Mehrweggetränke in Supermärkten sowie zu prickelndem Mineralwasser durchgeführt und die Mitmach-Möglichkeit „Ich will Mehrweg!“ gestartet.
+ Welches politisches Ziel wäre erforderlich? Es müssen verbindliche gesetzliche Rahmenbedingungen für Mehrweggetränkeflaschen geschaffen werden. Das von der Arbeitsgruppe im Lebensministerium entwickelte „Öko-Bonus Modell“ wäre eine gute Möglichkeit, der Handel kostenneutral dazu motivieren, einen höheren Anteil an Mehrwegflaschen anzubieten.
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Quelle: Greenpeace |