Greenpeace Deutschland hat den Einkaufsratgeber „Essen ohne Gentechnik“ aktualisiert. Die Ausgabe 2010 zeigt, welche deutschen Lebensmittelhersteller und Handelsketten derzeit Gentechnik vermeiden. Viele der im Ratgeber angeführten Marken sind auch in Österreich erhältlich.
Gentech-Soja in den Futtertrögen
Milchkühe fressen neben Gras und Heu auch Kraftfutter, das oft Sojaschrot enthält. Doch weltweit sind etwa 70 Prozent der Soja gentechnisch manipuliert. Der größte Teil der weltweit hergestellten Gen-Pflanzen landet im Futtertrog und damit indirekt und vom Verbraucher unbemerkt in Lebensmitteln.
„Wer den weltweiten Anbau von Gen-Pflanzen bremsen will, sollte Produkte kaufen, die gentechnikfrei produziert wurden“, sagt Barbara Kamradt, Gentechnik-Expertin von Greenpeace Deutschland.
Kennzeichnungs-Lücke: Gentechnik-Futter Eier, Milch und Fleisch von Tieren, die gentechnisch veränderte Pflanzen gefressen haben, müssen im Gegensatz zu direkten Inhaltsstoffe nicht gekennzeichnet werden. Hier hilft der Greenpeace-Einkaufsratgeber. Er zeigt, welche Unternehmen bereits Gen-Pflanzen vermeiden und welche dies planen. Aber er nennt auch jene, die keine Gentechnikfreiheit garantieren wollen wie beispielsweise „Du darfst“ von Unilever.
Es gibt genug gentechnikfreie Futtermittel
Immer mehr tierische Produkte werden durch die Aufklärungsarbeit von Greenpeace ohne Gen-Pflanzen in der Fütterung hergestellt. Der größte Teil der Geflügelindustrie in Deuschland setzt auf gentechnikfreie Futterpflanzen.
Aber viele Unternehmen weigern sich weiterhin, den Kunden gentechnikfreie Lebensmittel anzubieten: Weihenstephan von Müllermilch, Bärenmarke und Danone wollen keine gentechnikfreie Fütterung zusichern.
Viele Lebensmittelhersteller behaupten, die Umstellung auf gentechnikfreies Futter sei nicht möglich. Doch es gibt ausreichend Ware. Zudem können Hersteller mit Ihrer Nachfrage auf dem Futtermittelmarkt dafür sorgen, dass das Angebot noch größer wird.
Folgen der Risiko-Technologie Die Freisetzung genmanipulierter Pflanzen auf Feldern gefährdet vor allem die Umwelt und die langfristige Sicherung der Ernährung. Die Genmanipulation von Pflanzen ist eine Risikotechnologie. Durch den Eingriff in die Pflanze können unerwünschte Stoffe mit riskanten Nebenwirkungen entstehen. Zudem wird Gen-Soja stärker gespritzt als herkömmliche Soja. Die giftigen Pestizide können das Trinkwasser verunreinigen und bedrohen die Pflanzenvielfalt.
Neue Edeka-Eigenmarkte ohne Gentechnik Nun macht auch die größte deutsche Handelskette erste Schritte: Edeka-Nord stellt seine neue Eigenmarke „Unserer Heimat“ mit Milchprodukten vor, die das Siegel „ohne Gentechnik“ tragen. Für diese verarbeitet Edeka-Nord nur Milch von Kühen, die kein Futter aus Gen-Pflanzen erhalten Damit ist „Unsere Heimat“ nach der Eigenmarke von Tegut die zweite regionale Handelsmarke Deuschlands, die eine gentechnikfreie Fütterung garantiert.
Greenpeace-Forderungen
Greenpeace kämpft weltweit für den Verzicht auf die Risiko-Technologie Gentechnik. Mit aufsehenerregenden Aktionen setzt sich die Umweltschutzorganisation für die Umsetzung folgender Forderungen ein:
- Kein Anbau von Gen-Pflanzen
- Kein Gen-Futter für Tiere
- Verbot von Patenten auf Pflanzen, Saatgut und Lebewesen
Weiterlesen auf marktcheck.at:
beim Thema Ernährung in der Rubrik Gentechnik
Link-Tipp:
Viele Infos zur Gentechnologie finden sich auf den Seiten von Greenpeace.
Quelle: Greenpeace |