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Schoko-Fakten

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28.11.2009
Hintergrundinfos zu Schokolade

Fairer Kakao

Fairer Kakao

Über 90 Prozent der weltweit konsumierten Schokolade wird in den Industrieländern verzehrt, denn Schokolade liegt im Trend. In Österreich ist die süße Köstlichkeit besonders beliebt. In den letzten Jahren wurden mehrere auf Schokolade spezialisierten Läden eröffnet und in Wien findet seit geraumer Zeit sogar eine Schokoladenmesse statt. Pro Person und Woche wird mehr als 200 Gramm Schokolade gegessen. Das macht in Summe pro Jahr für jeden Österreicher und jede Österreicherin rund elf Kilogramm. Damit sind wir an der Weltspitze der Naschkatzen. Nur in der Schweiz wird mehr Schokolade gegessen.

 

Die Hauptbestandteile von Schokolade sind Kakaobutter, Zucker und Milch. Kakao wächst am besten im feucht-heißen Klima bei Temperaturen von 25-28° Celsius. Die Ansprüche an Sonnenschein sind gering, deshalb wird der Kakaobaum häufig unter Schattenbäumen gezogen oder in Mischkultur angebaut.

 

Kindersklaven-Kakao
Allein in Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) werden 38% der Welternte produziert. Auf Kakaoplantagen arbeiten dort ca. 100.000 Kinder unter allerschlimmsten Arbeitsbedingungen: Bis zu 12 Stunden pro Tag hantieren sie mit hochgiftigen Pestiziden und Macheten, ohne Schutzkleidung und ohne ausreichend Wasser und Nahrung. Tausende dieser Kinder arbeiten anstatt zur Schule zu gehen. Immer wieder kommen viele Kinder durch Menschenhandel aus Nachbarländern wie Burkina Faso und Mali nach Côte d’Ivoire, um unter sklavenähnliche Arbeitsbeziehungen auf den Kakaoplantagen zu arbeiten. Die großen Schokoladehersteller wie Lindt, Milka, Nestle, Hauswirth, Hofbauer, Manner oder Heindl kennen bereits das Problem seit Jahren und haben keine Skrupel mit ihrer Nikolo-Schokolade Profite auf Kosten der Kinder in diesen Ländern zu machen. Sie haben bis heute kein einziges Nikoloschokoadenprodukt aus fairem Handel im Sortiment.

 

Milch aus Gentech-Fütterung
90 Prozent aller Österreicher und Österreicherinnen lehnen Gentechnik in Lebensmittel ab. Die Molkereien sind dem Wunsch der Verbraucher und Verbraucherinnen gefolgt. Der überwiegende Anteil der österreichischen Trinkmilch wird gentechnikfrei hergestellt. Bei der Herstellung von Schokolade wird jedoch hauptsächlich Trockenmilchpulver eingesetzt und diese stammt sehr häufig von Kühen, die Gentech-Pflanzen gefressen haben. Damit ignorieren diese Firmen die Wünsche von Millionen Konsumenten und Konsumentinnen.

 

Problematische Tierhaltung
Auch bei der Haltung der Milchkühe zur Produktion der Trockenmilch sieht es sehr häufig traurig aus. Sie wird zumeist in Massentierhaltung hergestellt. Grüne Almen, wie in der Werbung oft suggeriert wird, haben diese Kühe nie gesehen. Noch immer ist die Anbindehaltung weit verbreitet. Dabei werden die Kühe mit einer Kette fixiert. Die einzige noch mögliche Bewegung ist das Aufstehen und Niederlegen und das oft ein ganzes Kuhleben lang. Auch riesige überzüchtete Euter sind ein gravierendes Problem in der Milchwirtschaft. Die Größe der Euter behindert die Tiere bei der Bewegung. Oft entstehen Entzündungen vom ständigen Reiben des Euters an den Schenkelinnenseiten und es bilden sich schmerzhafte Geschwüre.

 

Kälber als Abfall
Das größte Problem ist aber sicherlich die Überproduktion an Kälbern. Damit eine Kuh ein hohes Milchleistungsniveau hält, muss sie alle 1-2 Jahre ein Junges zur Welt bringen. Da so viele Milchkühe aber nicht benötigt werden, entsteht ein Überangebot. Milchkühe nutzt man in der Regel nicht mehr für die Fleischproduktion, da sie nicht genug Fleisch ansetzen würden. Dafür gibt es eigene Fleisch-Rassen. Die "überschüssigen" Kälber werden dann oft quer durch Europa, ja teilweise bis in den Nahen Osten transportiert, nur um geschlachtet zu werden. So weite Strecken transportiert man deshalb, weil durch die Preisgefälle zwischen den Ländern noch immer ein "gutes" Geschäft gemacht werden kann.

 

Genuss durch faire Rohstoffe
Kaum ein Kakaobauer oder eine Kakaobäuerin in Afrika weiß, dass ihr Produkt zu Schokolade weiterverarbeitet wird. Die Bauernfamilien sind den Launen des Weltmarktes ausgeliefert und erhalten immer weniger Ertrag. Auch das Los der Zuckerproduzenten in südlichen Ländern ist nicht anders. Schokolade mit einem Siegel aus fairem Handel (z. B. FAIRTRADE Gütesiegel) bedeutet, dass Menschen in den Entwicklungsländern fair bezahlt und keine Kinder ausgebeutet werden.

 

Bio-Schokolade macht Freude
Werden für die Schokolade Rohstoffe aus biologischer Landwirtschaft verwendet ist auf dem Produkt ein Bio-Siegel oder die Bio-Prüfstelle abgedruckt. Damit hat man die Sicherheit, dass die Trockenmilch von Kühen stammt, die artgerecht gehalten wurden und garantiert kein Gentech-Futter gefressen haben.

 

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Quelle: GreenpeaceSüdwindVier Pfoten

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