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Korrespondenz mit Handel zu Mehrweg
Korrespondenz mit Handel zu Mehrweg

Greenpeace hat nach der Untersuchung zu Mehrweg im Juni 2009 die Handelsbetriebe kontaktiert und gefragt, ob Sie Mehrweg fördern.

 

Antworten kamen von:

  • SPAR (EUROSPAR, INTERSPAR, SPAR) am 15. Juni 2009
  • ZEV (Nah&Frisch) am 18. Juni 2009
  • REWE (ADEG, Billa, Merkur, Penny) am 29. Juni 2009
  • Zielpunkt am 29. Juni 2009
  • Hofer am 7. Juli 2009

 

Bis 1. Oktober 2009 nicht geantwortet haben:

  • Lidl
  • MPreis
  • Norma
  • Sutterlüty
  • Unimarkt

Dieses E-Mail hat Greenpeace am 15. Juni 2009 an die Handelsbetriebe geschickt:

 

Greenpeace hat in den letzten Monaten häufig Anfragen von KonsumentInnen erhalten, die bemängelt haben, dass das Angebot an Mehrwegflaschen im Handel immer geringer wird. Diese Entwicklung wurde auch durch eine aktuelle Untersuchung des Greenpeace Einkaufsratgebers marktcheck.at bestätigt (http://marktcheck.greenpeace.at/mehrweg.html).

 

Gemäß einer Studie von Nielsen (Nielsen Basisdaten Handel Österreich 2008 / Konsumententrends 2008 S. 63) haben 59 Prozent aller österreichischen Konsumenten und Konsumentinnen Interesse, soziale und umweltbezogene Anliegen zu unterstützen, indem sie entsprechende Produkte kaufen.


Im Bereich Getränke ist die Mehrwegflasche die umweltfreundlichste Verpackungsform. Sie ist ressourcenschonend, vermeidet unnötige Müllberge und hilft CO2-Emissionen zu sparen. Mehrwegkunststoffflaschen verursachen um über die Hälfte weniger CO2-Emissionen als Einwegkunststoffflaschen. Einwegdosen verursachen drei Mal mehr und Einwegglasflaschen gar fünf Mal mehr so viele CO2-Emissionen wie Mehrwegglasflaschen. Die meisten negativen Umweltauswirkungen entstehen in der Produktion von Getränkeverpackungen. Und gerade hier liegt der große Vorteil von Mehrwegsystemen.

 

Würden sämtliche Getränke in Österreich auf Mehrweg umgestellt, könnten die CO2-Emissionen um 44% auf 232.376 Tonnen gesenkt werden. Damit ist die Mehrwegflasche ein wichtiger Faktor im Klimaschutz, was besonders im heurigen Jahr von Bedeutung ist: Im Dezember dieses Jahres wird in Kopenhagen die bedeutende UN-Klimakonferenz stattfinden. Das Kyoto-Protokoll wird im Jahr 2012 auslaufen und in der Konferenz in Kopenhagen werden die Weichen für ein Nachfolgeabkommen gestellt.

 

Im Jahr 2007 war die Mehrwegquote im österreichischen Handel nur noch 24% und auch die Ergebnisse der eingangs erwähnten Untersuchung von marktcheck.at zeigen, dass dringender Handlungsbedarf zur Förderung von Mehrweggetränken im Handel erforderlich ist. Greenpeace fordert, dass die Mehrwegquote in allen Getränkesegmenten auf die in den 1990er Jahren noch üblichen 80 Prozent steigt.

 

Ich ersuche Sie um Stellungnahme bis 30. Juni 2009, welche Maßnahmen Ihr Unternehmen diesbezüglich setzt und welche geplant sind. Die Möglichkeit eines persönlichen Gesprächs bietet sich morgen im Rahmen der Tagung „Mehrweg hat Zukunft“ im Wiener Rathaus, bei der ich an der Podiumsdiskussion teilnehmen werde, oder auch bei einem Treffen zu einem späteren Zeitpunkt.

Antwort von SPAR am 15. Juni 2009

Ja, es kann sein, dass einige Konsumenten sich über den Mangel an Mehrweggebinden beschweren. Leider ist das die verschwindend geringe Anzahl der Konsumenten in Österreich.


Wir wissen das mit Sicherheit, denn SPAR hat jahrelang versucht, die Konsumenten Österreichs zu Mehrweg zu bewegen. Wir waren immer diejenigen, die noch das meiste Mehrweg-Angebot hatten. Wir haben Werbung für Mehrweg gemacht und hatten immer ein großes Angebot an Mehrweggebinden im Sortiment. Letztendlich haben jedoch die Konsumenten abgestimmt, in dem sie einfach keine Mehrweggebinde mehr gekauft haben und den Einweggebinden deutlich den Vorzug gegeben haben. Daher sind Mehrweggebinde im gesamten Handel in Österreich immer mehr vom Markt verschwunden. 
 
Es gab in Österreich lange die so genannte freiwillige Selbstverpflichtung des Handels, diese wurde jetzt von der Nachhaltigkeitsagenda abgelöst. Hier geht es darum, dass die Hersteller und Händler Maßnahmen zur CO2 – Reduktion durchführen. Dies tun wir, wir haben eben den Bericht darüber dem Ministerium abgeliefert.
 
Es tut mir leid, Ihnen keine erfreulicheren Nachrichten geben zu können. Ich hoffe, Sie können was damit anfangen. Für weitere Auskünfte stehe ich gerne zur Verfügung.

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Antwort von ZEV Nah&Frisch am 18. Juni 2009

Zum Thema Mehrweg gibt es für uns als Nah&Frisch mehrere Aspekte zu beachten:


Zum Einen, dass aus den von Ihnen geschilderten Gründen unserer Meinung nach in vielen Fällen Mehrweg der Vorzug zu geben ist. Zum Anderen die nicht Umfragen-konforme Realität, dass Konsumenten zu Einweg greifen. Drittens kommt hinzu, dass wir als relativ kleiner Marktteilnehmer das Wettbewerbsumfeld besonders zu beachten haben. Letztlich ist festzuhalten, dass die generelle Aussage, Mehrweg wäre gut, Einweg schlecht, nicht jeder Einzelüberprüfung standhält.
 
Bei Aktivitäten, die vom gesamten Handel lanciert werden, nehmen wir teil. Darüberhinaus leben wir dort, wo es Sinn macht, Mehrweg aus.

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Antwort von REWE am 29. Juni 2009

Die REWE International AG bietet in ihren Vollsortiment-Vertriebsschienen MERKUR, BILLA und ADEG ein umfassendes Angebot an Getränken in Einweg- und Mehrweggebinden an.
Insbesondere bei Bier gibt es österreichweit ein umfangreiches Mehrwegsortiment an nationalen Angeboten sowie regionalen Spezialitäten, welches auch intensiv beworben wird.
In den Bereichen Wässer und Alkoholfreie Getränke bevorzugt der Kunde jedoch zunehmend Getränke in Einweg, weshalb viele Lieferanten - nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen -
die Abfüllung in Mehrweggebinden eingestellt haben.
 
Diese dem Konsumententrend entsprechende Marktentwicklung zu kleineren und leichteren Einweggebinden bedeutet jedoch keinesfalls eine stärkere Umweltbelastung.
Expertenuntersuchungen zeigen, dass unter Berücksichtigung der österreichischen Sammel- und Verwertungsquoten von (Getränke-)Verpackungen - es werden 3 von 4 PET-Flaschen
sowie 4 von 5 Glasflaschen gesammelt und überwiegend stofflich verwertet - sowohl die Abfall- als auch die Emissionsbelastung von Ein- und Mehrweggebinden in etwa gleich ist.
 
Aufgrund des hohen Standards der getrennten Sammlung und Verwertung sehen wir in Österreich weder ein Littering-Problem noch die Notwendigkeit von - nicht marktwirtschaftskonformen - Reglementierungen für Getränkeverpackungen.

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Antwort von Zielpunkt am 29. Juni 2009

Zielpunkt ist stets bemüht, seinen Kunden das optimale Sortiment anzubieten. Wichtiger Bestandteil dieses Sortiments ist auch eine große Bandbreite an Mehrwegprodukten im Getränkebereich.

 

In den letzten Jahren ist allerdings die Kundennachfrage nach Mehrwegprodukten bei Getränken leider stetig zurückgegangen. Auf diesen Verbrauchertrend hat die Industrie reagiert und die Herstellung sehr vieler Mehrwegprodukte – nicht zuletzt aus Kostengründen – eingestellt. Als Handelspartner sind uns in dieser Situation natürlich die Hände gebunden, da uns schlicht die entsprechenden Produkte von der Industrie nicht mehr im ursprünglichen Umfang angeboten werden.

 

Konkret wurden etwa im Bereich Limonaden fast alle Mehrwegprodukte eingestellt  (z.B. alle Coca Cola und Pepsi Produkte). Zielpunkt kann in diesem Bereich daher nur noch regionale Spezialitäten führen; und das tun wir auch (z.B. Freistädter Limo, Murelli Limo).


Bei Fruchtsäften ist die Problematik ganz ähnlich. Hier gibt es eigentlich Pfandartikel ausschließlich für den Gastronomiebedarf - ein Segment, das Zielpunkt nicht bedient.

 

Im Bereich Mineralwasser ist die Situation noch ein wenig besser. Hier führen wir in allen Filialen neben drei Sorten Vöslauer-Mineralwasser weitere regionale Wassermarken wie Waldquelle, Long-Life, Juvina, Frankenmarkter und Peterquelle (die regionalen Marken in den entsprechenden Filialen).

Um den Pfandbereich zu forcieren gibt es regelmäßig Bewerbungen und Aktionen in unserem Flugblatt (etwa mit Vöslauer in der Mehrwegflasche). Was wir in dieser Richtung also tun können, das tun wir selbstverständlich auch. Wir möchten und werden unseren Kunden jedenfalls die Wahlmöglichkeit bieten, auch in Zukunft zur Mehrwegverpackung greifen zu können.


Allerdings ist auch hier ein ganz klarer Trend Richtung Einwegverpackung bei unseren Kunden erkennbar. Die meisten Produzenten haben sich daher leider aus dem Pfandbereich gänzlich oder zumindest teilweise zurückgezogen.

Die wichtigste Rolle im Pfandbereich spielt die Warengruppe Bier. In Hinblick auf die Verbrauchernachfrage stellt man hier starke ‚Stadt-Land Unterschiede‘ fest. Während im städtischen Bereich die Nachfrage nach Einwegprodukten - speziell nach Dosenbier - stetig steigt, spielt im ländlichen Bereich das klassische "Pfandkistenbier" noch immer eine bedeutende Rolle.


Zielpunkt hat bei Bier traditionell einen überproportionalen Marktanteil. Das Zielpunkt-Sortiment umfasst rund 20 national gelistete Biersorten in Pfandflaschen sowie rund weitere 20 Sorten auf regionaler Ebene.
Jede Woche gibt es bei Zielpunkt Bewerbungen und Aktionen für Bier, wobei 50% der Bewerbungen für Pfandbier durchgeführt werden. Zielpunkt forciert also speziell in diesem Segment Mehrwegverpackungen und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Mehrwegquote im Allgemeinen.

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Antwort von Hofer am 7. Juli 2009

Dem Unternehmen Hofer ist das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz sehr wichtig. Hofer setzt sich bei unterschiedlichsten Projekten für die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz, aber auch für soziale Projekte ein.
 
Erst vor wenigen Wochen präsentierte Hofer gemeinsam mit Bio-Pionier Werner Lampert einen CO2-Fußabdruck für die Marke Zurück zum Ursprung. War es bisher Konsumenten unmöglich die Klimabelastung von Lebensmitteln zu beurteilen, so wird ab sofort auf allen Zurück zum Ursprung Produkten eine neue Klimaschutz-Kennzeichnung auf Basis einer umfassenden CO2-Bilanzierung eingeführt. Mit dem neuen CO2-Fußabdruck auf allen Zurück zum Ursprung Produkten können Hofer-Kunden auf einen Blick erfassen, wie groß die Ersparnisse von Treibhausgasemissionen bei Zurück zum Ursprung Lebensmitteln im Vergleich zu herkömmlichen Lebensmitteln sind.
 
Die neue Klimaschutz-Kennzeichnung basiert auf modernsten wissenschaftlichen Standards mit den neuesten Ergebnissen aus der Klimabilanzierung. Sie wurde vom renommierten Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) entwickelt. Beachtlich ist dabei, dass erstmals weltweit mit diesem Projekt für eine gesamte Lebensmittel-Produktpalette die vollständige Wertschöpfungskette eines Lebensmittels wissenschaftlich exakt auf ihre Klimaschutz-Leistungen überprüft wurde.
 
FiBL stellte nach monatelanger Auswertung der CO2-Bilanzen fest, dass alle Zurück zum Ursprung Produkte im Vergleich mit konventionellen Lebensmitteln deutlich bessere Klimaschutz-Faktoren aufweisen. Auf Basis des Zurück zum Ursprung–Jahresumsatzes entspricht die jährliche CO2-Einsparung gegenüber herkömmlichen Produkten 12.650 Tonnen an CO2-Äquivalenten. Das entspricht 16 Millionen LKW-Kilometer oder 445.000 LKW-Brennerfahrten.
 
Für das Unternehmen Hofer war der CO2-Fussabdruck für Zurück zum Ursprung nur ein weiterer Schritt einer nachhaltigen, klimaschonenden und sozial ausgewogenen Geschäftspolitik. Gerade in der Klimapolitik des Unternehmens wird ein sehr breiter Ansatz verfolgt und unser Unternehmen steht permanent am Prüfstand um praktikable, kostengünstige, aber zugleich auch klimaeffiziente Lösungen für unsere Konsumenten anbieten zu können. Das Thema Einweg oder Mehrwegverpackungen wurden in der Vergangenheit immer wieder Evaluierungen unterzogen, doch die Fachmeinungen über das CO2-Einsparungspotenzial durch Mehrwegverpackungen gehen auseinander. Das Unternehmen Hofer behält aber das Thema Mehrwegverpackungen im Fokus und bezieht es auf Basis der Gesamtklimastrategie des Unternehmens regelmäßig in die Diskussionen ein.

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© Greenpeace