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 Langzeitstudie zeigt, dass Bioprodukte besser sind.
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Eine Großstudie zeigt, dass Bioprodukte besser sind als konventionell erzeugte. Die vor kurzem veröffentlichte Studie der englischen Food Standard Agency (FSA) weist große Mängel auf.
Ökoprodukte sind besser Ökoprodukte sind auch ernährungsphysiologisch besser als konventionell erzeugte, betonten Vertreter des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FiBL) bei der Vorlage der Ergebnisse des fünfjährigen europäischen Forschungsprojektes QLIF in Berlin.
Langjähriges EU-Forschungsprojekt
QLIF (QualityInputLowFood) war ein von März 2004 bis April 2009 laufendes EU-Forschungsprojekt zu biologischer Landwirtschaft. Es wurde von Prof. Dr. Carlo Leifert, Universität Newcastle gemeinsam mit Dr. Urs Niggli, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) geleitet. An dem Projekt waren mehr als dreißig europäische Forschungsinstitute, Firmen und Universitäten in ganz Europa beteiligt. Eine Zusammenfassung der Forschungsergebnisse kannst du am Ende der Seite downloaden (englisch).
Höherer Vitamingehalt
„Nach den Ergebnissen von QLIF enthalten Ökoprodukte bei verschiedenen Kulturen wie Kohl, Salat, Tomaten oder Kartoffeln gegenüber dem konventionellen Anbau deutlich höhere Gehalte an Antioxidantien, Vitaminen und bioaktiven Stoffen.
Biomilch weist vor allem im Sommer 40 – 60 Prozent mehr Omega-3 Fettsäuren und konjugierte Linolsäuren (CLA) sowie 30 – 70 Prozent mehr Vitamine, Carotinoide und andere Antioxitantien auf“, erläuterte Projektleiter Urs Niggli.
Diese Ergebnisse widerlegen die vor kurzem veröffentlichte Studie der englischen Food Standard Agency (FSA), die großes Aufsehen in der Öffentlichkeit erzeugt hatte und "die umweltberatung" zu einer die Aussagen dieser Studie relativierenden Stellungnahme geführt hat.
Vorteile durch Bio-Dünger
Hauptursache für die besseren Ergebnisse der Ökoprodukte ist die biologische Düngung, deren Wirkung bisher unterschätzt wurde. Sie erhöht gegenüber der mineralischen Düngung beim konventionellen Landbau nicht nur die Gehalte an bioaktiven Stoffen, sondern beeinflusst auch die Genexpression, die Eiweißprofile und die Konzentration von Stoffen, welche die Abwehrkräfte der Pflanzen stärken.
Natürliche Radikalfänger
Bioaktive Stoffe (sekundäre Pflanzenstoffe) wirken im tierischen und menschlichen Körper als Antioxidantien. Das sind Substanzen, die als Radikalfänger im menschlichen Organismus bei der Infektionsabwehr entzündungshemmend wirken und das Risiko für bestimmte Krebs- und arteriosklerotische Erkrankungen verringern.
Gute Milch durch gutes Futter
Bei der Biomilch spielt die artgerechte Fütterung der Tiere mit Gräsern und Kräutern eine wichtige Rolle für die Zusammensetzung der Milch. Die günstigere Zusammensetzung der Fettsäuren ist vorteilhaft für die menschliche Gesundheit. LDL-Cholesterin-Werte lassen sich senken, die Verklumpung von Blutplättchen in den Blutgefäßen wird vermindert.
Kritik an englischer Studie „Auffallend ist, dass die FSA-Studie kurz vor der Veröffentlichung der Ergebnisse des QLIF–EU-Forschungsprojektes erfolgte, natürlich ohne deren Erkenntnisse zu berücksichtigen“, kritisierte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Zudem seien gezielte Studien ausgeschlossen worden, die den höheren Gehalt von bioaktiven Stoffen bei Bioobst belegten.
Heftige Kritik an der FSA-Studie übte auch Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, 1. Vizepräsident des DNR. „Problematische Rückstände von Pestiziden, Wachstumsregulatoren, Schwermetallen und Nitraten werden erst gar nicht berücksichtigt, da sie nach Ansicht der FSA nicht relevant für die Ernährung seien. Dabei sind die negativen chronischen Wirkungen bereits geringer Konzentrationen dieser Schadstoffe für Kleinkinder längst bekannt“, so Vogtmann. Die Ökoprodukte schneiden gerade bei diesen gefährlichen Substanzen sehr gut ab.
Weitere Vorteile
Der ökologische Landbau weist zudem im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft positive Effekte für die biologische Vielfalt auf. Neben der Ausstattung mit naturnahen und miteinander vernetzten Flächen ist vor allem eine naturschonende Bewirtschaftung von Bedeutung.
Biobetriebe haben wegen der gezielten Förderung von Nützlingen zur Schädlingsbekämpfung und den Bewirtschaftungsrestriktionen (Verzicht auf Pestizide und synthetische Düngermittel) einen höheren Anreiz, ökologische Ausgleichsflächen wie z. B. Hecken anzulegen.
Durch den Verzicht auf die sehr energieaufwändige Herstellung und den Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger leistet der Ökolandbau einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Durch den höheren Humusgehalt der Böden läßt sich beim Ökolandbau zudem mehr Kohlenstoff speichern als bei der konventionellen Bewirtschaftung.
Quelle: Deutscher Naturschutzring (DNR) |