Neben Farbeiern aus biologischer Landwirtschaft sind heuer erstmals auch konventionelle Ostereier erhältlich, die ohne gesundheitlich bedenkliche Zusatzstoffe gefärbt wurden. Dies gilt jedoch nur für einen kleinen Teil der konventionell produzierten Farbeier. Bei allen anderen wird weiterhin zum Rotfärben Erythrosin (E 127) verwendet. Das ist das Ergebnis der heurigen marktcheck.at Untersuchung von gefärbten Ostereiern.
Seit 2005 untersucht marktcheck.at Farbeier. Waren es im Vorjahr sämtliche Ostereier aus biologischer Landwirtschaft, die bei Ökologie und Tierschutz ein "Hervorragend" oder "Gut" erzielt haben, so sind heuer erstmals auch konventionelle Produkte dabei. "Diese Produkte können guten Gewissens ins Osternest gelegt werden", sagt die Greenpeace-Konsumentensprecherin und marktcheck.at Chefredakteurin Claudia Sprinz.
Ei mit Chemie-Cocktail
Alle anderen konventionellen Ostereier werden nach wie vor mit fragwürdigen Substanzen gefärbt. Zwar werden im Vergleich zum Vorjahr anstelle von vier bedenklichen Lebensmittelzusatzstoffen nur noch zwei eingesetzt, doch die problematischen Auswirkungen auf die Gesundheit werden dadurch nicht geringer:
E 127 - Erythrosin
Der für die Farbe Rot eingesetzte Farbstoff Erythrosin kann die Nieren schädigen, Allergien auslösen und steht im Verdacht an der Ausbildung des hyperkinetischen Syndroms beteiligt zu sein. Neuere Studien konnten hormonelle Effekte nachweisen, die eine Förderung von Brustkrebs befürchten lassen.
E 104 - Chinolingelb
Der zum Gelbfärben eingesetzte Farbstoff Chinolingelb hat ähnliche Nebenwirkungen wie Erythrosin und ist in den USA für Lebensmittel verboten. Ab 2010 müssen in der EU Produkte mit diesem Farbstoff mit "kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen" gekennzeichnet sein.
Geringes Problembewusstsein
Die Greenpeace Expertin kritisiert: "Vor allem die großen Handelsketten zeigen zu wenig Verantwortungsbewusstsein. Sämtliche ihrer konventionellen Eigenmarkenprodukte enthalten problematische Farbstoffe."
Gentechnik im Futtertrog
Obwohl die vorwiegende Mehrzahl der VerbraucherInnen Gentechnik im Essen ablehnt, nutzen manche Firmen eine Gesetzeslücke der Gentechnik-Kennzeichnung aus. Haben Kuh, Schwein oder Huhn Gentechn-Tierfutter gefressen, muss das auf Produkten wie Milch, Fleisch oder Eiern nicht gekennzeichnet sein. Die Anzahl der Produkte, deren Hennen Gentech-gefressen haben ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Nur noch 7 Produkte werden mit Gentech-Tierfutter hergestellt.
Unnötiger Verpackungsmüll
Alle Bioprodukte erzielen bei den Inhaltsstoffen Bestnoten, doch bei der Verpackung schaut es bei manchen traurig aus. Anstelle die Eier im Karton anzubieten setzen manche Hersteller die ökologisch wesentlich ungünstigeren Kunststoffverpackungen ein. Als wäre das nicht schon genug gibt es ein Produkt, das zusätzlich zur Kunststoffverpackung eine Überverpackung aus Karton trägt. Eine Ressourcenverschwendung, die nur zusätzlichen Müll produziert und von keinem hohen ökologischen Bewusstsein zeugt. |