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Mobilität ist abhängig vom Einkommen

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3.03.2009
'Arme' sind effizienter unterwegs

Einkommensschwache Haushalte sind umweltfreundlicher und kostengünstiger mobil als wohlhabende. Das ist ein zentrales Ergebnis der heute präsentierten VCÖ-Studie "Soziale Aspekte von Mobilität".

 

Das obere Einkommensviertel fährt im Schnitt viereinhalb Mal so viel mit dem Auto wie das untere Einkommensviertel. Haushalten mit niedrigen Einkommen kommen vor allem der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs sowie die Verbesserung der Bedingungen zum Gehen und Radfahren zugute.

"Wer weniger verdient, legt einen höheren Anteil der Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück. Das Auto wird, wenn überhaupt nur selten benutzt.

Der Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk betont die "große Bedeutung des öffentlichen Verkehrs als Mittel gegen Mobilitätsarmut".

Laut Ergebnisse der VCÖ-Studie besitzen 60 Prozent der Haushalte, die dem unteren Einkommensviertel angehören, kein Auto. Hingegen sind lediglich vier Prozent des obersten Einkommensviertel autofreie Haushalte.

Beim Autofahren fallen durch Abgase, Lärm und Unfälle auch Kosten an, die nicht vom Verursacher getragen werden, sondern von der Allgemeinheit.
"Bisher wurden Maßnahmen, die zu mehr Kostenwahrheit beim Autofahren führen, mit dem Hinweis auf negative Folgen für sozial Schwache abgelehnt. Nun ist bekannt, dass die wohlhabenden Haushalte von der fehlenden Kostenwahrheit beim Pkw-Verkehr um ein Vielfaches stärker profitieren als die Einkommensschwachen", stellt VCÖ-Experte Blum fest.


"Wo gute öffentliche Verkehrsinfrastruktur fehlt, ist die Bewegungsfreiheit für benachteiligte Personen massiv eingeschränkt. Das betrifft die Arbeitssuche, die Gesundheitsversorgung, die Schulwahl und die sozialen Kontakte. Gleichzeitig entlastet der Öffentliche Verkehr das Haushaltbudget Einkommensschwacher, weil Öffis im Verhältnis zu Pkw günstiger sind", analysiert der Mitgründer der Armutskonferenz Martin Schenk.

Während die wohlhabenden Haushalte deutlich mehr Auto fahren, leiden wiederum die einkommensschwachen Haushalte um ein Vielfaches stärker an den Folgen des Autoverkehrs, wie Abgase und Lärm. "Einkommensschwache wohnen meist entlang stark befahrener Straßen, wo die Schadstoffbelastung und der Verkehrslärm sehr hoch sind", macht VCÖ-Experte Blum aufmerksam.

Die CO2-Bilanz der einkommensschwächeren Haushalte ist deutlich besser als jene der wohlhabenden Haushalte. "Umwelt und Soziales sind kein Widerspruch. Im Gegenteil, im Mobilitätsbereich gibt es viele Maßnahmen, die der Umwelt nützen und eine positive soziale Verteilungswirkung haben", betont VCÖ-Experte Blum.

"Wir sollten diese Win-Win Situationen nützen: Arbeitsplätze schaffen, Mobilitätsarmut bekämpfen, die Geldbörse Einkommensschwächerer entlasten und Lärm- wie Luftverschmutzung reduzieren. Um Mobilität auch für die sozial Schwächsten zu ermöglichen, sind der Linzer Aktivpass oder der Wiener Mobilitätspass vorbildliche Schritte", stellt Sozialexperte Schenk fest.

 

Der VCÖ fordert eine Nahverkehrsoffensive sowie einen Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes in den Regionen. Zudem sind die Bedingungen zum Gehen und Radfahren zu verbessern und die Nahversorgung zu fördern.

Einkommensschwache sind umweltfreundlicher mobil:

Pro Haushalt: CO2-Emissionen durch Autofahren; in Klammer externe Kosten
Unterstes Einkommensviertel: 1.168 Kilogramm CO2 (2.634 Euro)

2. Einkommensviertel: 2.396 kg CO2 (4.853 Euro)

3. Einkommensviertel: 3.126 kg CO2 (6.331 Euro)
Oberstes Einkommensviertel: 5.309 kg CO2 (10.752 Euro)

Wohlhabende fahren deutlich mehr mit dem Auto

Pro Haushalt: Pkw-Kilometer - in Klammer KM mit Öffentlichen Verkehr
Unterstes Einkommensviertel: 6.580 km (5.190 km)
2. Einkommensviertel: 13.500 km (4.960 km)
3. Einkommensviertel: 17.600 km (6.740 km)
Oberstes Einkommensviertel: 29.910 km (9.420 km)

 

Quelle: VCÖ 2009

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