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Tipps fürs Heizen


Wie komme ich aus der Heizkostenfalle?

Mitten in den Unsicherheiten der Finanzkrise haben einige große Energieanbieter vor Heizperiodenbeginn ihre Gaspreise um mehr als 20 Prozent erhöht, und das obwohl bereits seit Februar die Preise ständig steigen. Am stärksten betroffen vom Anstieg der Heizkosten sind die unteren Einkommensschichten. Der Anteil der monatlichen Fixkosten an den Ausgaben steigt daher ständig an.

 

Laut Armutskonferenz sind bereits mehr als 300.000 Menschen nicht mehr in der Lage ihren Wohnraum ausreichend zu beheizen. Tendenz weiter steigend. Die politischen Lösungen gehen bis heute nicht über Heizkostenzuschüsse hinaus, die für die Menschen keine nachhaltige Verbesserung darstellen.

 

Tipps zum Heizen 

Greenpeace gibt Tipps für den Alltag, wie bei den Heizkosten gespart werden kann und Antworten auf die Fragen:

  • Was kann ich in meiner Wohnung sofort tun?
  • Welche Heiztechnik spart am meisten Kosten?
  • Wie können Heiz- und Energiekosten nachhaltig gesenkt werden?


Was kann ich in meiner Wohnung sofort tun?

  • Checke deine Heizung!
    Bei Heizung gehen die Entwicklungen Richtung Effizienz sehr schnell - oft zahlen sich Modernisierungen schon nach wenigen Jahren aus. Jede Heizung muss regelmäßig gewartet und entlüftet werden. Sollten sie in einem Haus wohnen, empfiehlt sich ein Termin bei der Energieberatung. Wenn sie über eine Elektroheizung verfügen, solltest du bei nächster Gelegenheit umsteigen. Diese sind ineffiziente Stromfresser.
  • Heize nicht mehr als nötig:
    Mit jedem Grad niedrigerer Raumtemperatur sparen sie bis zu 6 Prozent Heizenergie. Für ein gesundes Heizklima reichen um die 20 Grad Celsius. Heizen Sie nicht, wenn Sie nicht zu Hause sind, dasselbe gilt für die Nacht. Aber die Heizung nicht ganz runter drehen, sondern auf niedriger Temperatur weiterlaufen lassen, damit die Wände nicht abkühlen. Empfehlenswert sind hier programmierbare Thermostate, welche die Temperatur automatisch regeln.
  • Unterschiedliche Temperaturen sparen Geld
    In unterschiedlichen Räumen braucht es unterschiedliche Temperaturen. Vor allem in Zeiten in denen sie die Räume wenig benutzen. Das bedeutet auch: Türen schließen! Zum Wohlfühlen reichen meistens: Wohnräume 20 bis 22 °C - Schlafzimmer 16 bis 18 °C - Kinderzimmer 20 bis 21 °C - Bad 20 bis 24 °C - Vorräume 15 bis 16 °C
  • Heizgeräte sollten frei stehen
    Stelle deine Möbel stets so, dass sie die Heizkörper nicht verdecken. Ein Heizkörper zwischen Couch und Wand braucht weitaus mehr Energie als ein freistehender. Oft sind Fensterbretter so tief, dass sie bis über den Heizkörper ragen. Das ist besonders problematisch. Wärme entweicht nach oben und es kommt es zu einem Wärmestau. Dieser verhindert, dass der Wohnraum effizient beheizt wird. Zwischen Wand und Heizkörper können auch Heizfolien eingezogen werden, welche die Wärme reflektieren, damit sie nicht von den Wänden absorbiert wird.
  • Kurz und kräftig lüften
    Die Fenster weit öffnen, damit die Luft schneller ausgetauscht wird. Dabei bleiben die Wände warm. Niemals bei laufender Heizung die Fenster gekippt halten.
  • Isolieren hilft gegen Zugluft
    Die Wohnräume sollten gut isoliert sein. Hier kommt es gerade bei Türen und Fenstern zu anderen weniger beheizten Räumen wie Stiegenhäusern oder Vorzimmer gerne zu einem Wärmeverlust. Der hier entstehende Luftzug wird oftmals als Kältegefühl empfunden.
  • Nütze unkonventionelle Wärmequellen
    Im Haushalt gibt es zahlreiche oft unbeachtete Wärmequellen: der fertige Geschirrspüler, die mit Heißwasser gefüllte Spüle, das aufgeheizte Bad. Sie alle haben eins gemein, sie sind Wärmespender, die jederzeit genutzt werden können. Also lasse den Geschirrspüler nach Benutzung offen oder warte, bis das Wasser ausgekühlt ist, bevor du es auslässt.


Welche Heizungstechnik spart mir die meisten Kosten?

Für Menschen die künftig neue Heizungssysteme planen, sollten ihren Hauptaugenmerk auf

  • Holzheizung
    Gerade im ländlichen Raum kann mit verschiedenen Formen von Holzheizungen merkbar Kosten eingespart werden. Holz stellt einen sehr günstigen Brennstoff dar und wird in einzelnen Bundesländern finanziell gefördert. Darüber hinaus ist diese Heizform de facto klimaneutral, sofern das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt. Pelletsheizung oder Hackschnitzelheizungen arbeiten heute vollautomatisch und stellen keinen zusätzlichen Arbeitsaufwand dar.
  • Sonnenkollektoren zur Wassererwärmung rentieren sich relativ rasch und sind auch staatlich gefördert. Beispielsweise in Oberösterreich
  • Beim Neubau eines Hauses sollte darauf geachtet werden, dass die Wärme aus Sonnenlicht und Körperwärme gewonnen wird. In so genannten Passivhäusern sind dies die beiden zentralen Wärmequellen. Wichtig dabei: gute Isolierung, gut Dämmung und große Fenster Richtung Süden.
  • Generell soll bei der Konzipierung von Heizungsanlagen darauf geachtet werden, dass großflächige Heizkörper weniger Erhitzungsenergie bedürfen. Bei Fußbodenheizungen etwa wird das erwärmte Wasser mit einer Temperatur von rund 30 Grad zum Heizen verwendet.


Wie können Heiz- und Energiekosten nachhaltig gesenkt werden?

Der zentrale Punkt für die Reduzierung der ständig steigenden Heizkosten ist die Energieeffizienz. Staatliche Investitionen in Wärmedämmung und Gebäudesanierungen würden die Heizkosten auf einfache Weise senken, einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und zusätzlich die Wirtschaft ankurbeln.

  • Energieberatung
    Damit wird festgestellt, wo dringender Handlungsbedarf besteht. Reduziert die Heizkosten im Schnitt um 10 Prozent oder um rund 100 Euro. Eine solche Erstberatung könnte von staatlicher Seite kostenlos für niedrige Einkommen zur Verfügung gestellt werden. Kostenlose Erstberatungen gibt es in einzelnen Bundesländern wie Niederösterreich, Salzburg oder Oberösterreich. Rentiert sich umso stärker, je älter das Haus und je größer die Wohnfläche ist.
  • Umrüstung auf Holz- und Pelletsheizungen
    Klassische Ölheizungen oder Stromheizungen sind von den Energiekosten um ein Vielfaches teuerer als Holz- oder Pelletsheizungen. Eine staatliche Förderung zum Umstieg könnte die Heizkosten nachhaltig senken und gleichzeitig das Klima schonen.
  • Infos zu verschiedenen Heizsystemen

 

Weitere Infos zum Thema:

 

Quelle: Greenpeace

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