Greenpeace macht darauf aufmerksam, dass KonsumentInnen im Advent bei Schokolade auf Gütesiegel achten sollten. Die ExpertInnen von marktcheck.at empfehlen zum Weihnachtsfest fair produzierte Bio-Schokolade.
Die Expertinnen und Experten des Greenpeace-Einkaufsratgebers marktcheck.at haben heuer wieder gängige Schokoladeprodukte auf Ökologie, Tierschutz und soziale Aspekte untersucht. Neun Schokolademarken können laut marktcheck.at bedenkenlos genossen werden. Sechs Marken, sind ökologisch und tiergerecht hergestellt, schneiden aber bei den sozialen Aspekten schlecht ab. Eine Marke wird unter fairen Bedingungen produziert, allerdings nicht ökologisch und tiergerecht. Alle anderen, also der Großteil der im österreichischen Handel erhältlichen Produkte, sind sowohl bei Ökologie, als auch bei Tierschutz und den sozialen Aspekten nicht empfehlenswert. Hier geht es zur Auflistung der Marken.
Rund elf Kilogramm Schokolade isst jeder Österreicher und jede Österreicherin pro Jahr. Damit zählen wir weltweit zu den Top 3 der Schokolade konsumierenden Nationen. Besonders rund um die Weihnachtszeit wird Schokolade sehr gerne geschenkt und gegessen. Den wenigsten SchokoladeliebhaberInnen ist jedoch bekannt, unter welchen Bedingungen ihre Lieblingssüßigkeit hergestellt wird.
Zwei Drittel der weltweit für die Schokoladeproduktion eingesetzten Kakaobohnen stammen aus Westafrika, wo unter katastrophalen Bedingungen gearbeitet wird. Rund 300.000 Kinder müssen bis zu zwölf Stunden täglich mit gefährlichen Pestiziden und Macheten hantieren. Sie haben keine Schutzkleidung und nicht ausreichend Wasser und Nahrung. Viele dieser Kinder arbeiten ohne Lohn oder gelangen durch Menschenhandel in sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse, wie die UNICEF bereits 1998 in ihrem Bericht kritisiert hat. Nur bei Schokolade mit einem Siegel aus fairer Produktion (z. B. FAIRTRADE-Gütesiegel) ist garantiert, dass menschenwürdige Standards eingehalten und die Menschen in den Herstellungsländern gerecht entlohnt wurden.
Obwohl die überwiegende Mehrheit der Österreicher und Österreicherinnen Gentechnik in Lebensmittel ablehnt und ausreichend gentechnikfreie Milch auf dem Markt vorhanden wäre, setzen viele konventionelle Schokoladenhersteller Trockenmilch von Kühen ein, die Gentech-Futter gefressen haben. Diese Kühe stammen zudem aus Massentierhaltung. Grüne Almen, die als Motiv in der Milchwerbung oft Verwendung finden, haben diese Kühe nie gesehen. Ökologisch und tiergerecht hergestellt ist nur Schokolade mit aus biologischer Produktion (z. B. mit einem Bio-Gütesiegel). Bei Zutaten aus biologischer Produktion ist der Einsatz von Gentechnik verboten und eine artgerechte Tierhaltung Vorschrift.
"Biologische und fair produzierte Produkte boomen. Doch diesen Trend hat leider bislang der Großteil der Schokoladenhersteller verschlafen und macht auf Kosten von armen Kindern, Tieren und der Umwelt Profite", kritisiert die Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz, und appelliert an die VerbraucherInnen ihre Macht zu nutzen: "Informieren Sie Ihre Freunde und Verwandten, sagen Sie den Firmen ihre Meinung und greifen Sie beim Einkauf zu Schokoladen mit Bio- und Fairtrade-Siegel."
Mehr Infos:
Quelle: Greenpeace |