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Wem gehört die Welt?

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1.10.2008
Wem gehört die Welt?


Die Zusammenhänge zwischen der Globalisierung und unserem Alltag zeigt Klaus Werner-Lobo in seinem neuen Buch "Uns gehört die Welt". Gemeinsam mit Südwind und FAIRTRADE stellt er Handlungsmöglichkeiten für eine gerechtere Welt vor.

 

Die Hälfte der Welterwerbsbevölkerung verdient weniger als zwei Dollar pro Tag. 12,3 Millionen Männer und Frauen arbeiten als Sklaven errechnet die Internationale Arbeitsorganisation (ILO).

 

"Zwölf Millionen Kinder arbeiten in der Exportindustrie. Ihre Arbeitsbedingungen sind meist katastrophal. Sie stellen Konsumgüter her, die unter anderem von bekannten Markenfirmen mit Milliardengewinnen in der ganzen Welt verkauft werden. (…) Die Globalisierung hat viele reich, doch die Mehrheit der Weltbevölkerung noch ärmer gemacht", schreibt Klaus Werner Lobo im Vorwort zu seinem neuen Buch "Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis", das die Zusammenhänge zwischen der Globalisierung und unserem Alltag erklärt und Lust auf gesellschaftliches Engagement machen soll.

 

Auf Einladung von Südwind stellte er es gestern gemeinsam mit FAIRTRADE im Rahmen der Pressegespräch "Wem gehört die Welt?" in Wien vor. Ob Bekleidung, Blumen, Spielzeug oder Kaffee: die entwicklungspolitische Organisation Südwind prangert seit fast 30 Jahren Missstände in der Produktion dieser für uns alltäglicher Konsumgüter an. Im Rahmen von Kampagnen, wie der Clean Clothes Kampagne für bessere Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie, oder Handeln für Eine Welt, in der bereits Aktionen zu fairen Blumen und Spielzeug gestartet wurden, zeigt Südwind in Österreich sowohl Kauf – als auch Handlungsalternativen auf. Damit soll kritischen KonsumentInnen die Möglichkeit gegeben werden aktiv Druck auf Verantwortliche in Politik und Wirtschaft aufzubauen, damit Arbeitsbedingungen in Produktionsländern nachhaltig verbessert werden.

 

"Die Teilnahme an Petitionen und Protest - Aktionen sind mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Mit Hilfe tausender österreichischer KonsumentInnen, konnte ArbeiterInnen weltweit zu ihren Rechten verholfen werden.", berichtet Christina Schröder, Pressesprecherin von Südwind. Immer mehr Unternehmen geben dem Druck der KonsumentInnen nach, überarbeiten ihre Verhaltenskodizes und treten unabhängigen Überprüfungsinitiativen bei.

 

Aber auch die Produktwahl kann zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern beitragen. Eine gute Kaufalternative sind FAIRTRADE-Produkte, deren Kauf immer beliebter wird. Es gibt mittlerweile eine Reihe von Unternehmen, die eigene Programme zur Verbesserung der Beziehungen mit den bäuerlichen Produzenten oder zur Stärkung der Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette haben. Gefahr bestehe allerdings dann, wenn sich Unternehmen nur zum Zweck der Imageverbesserung an gewissen Initiativen beteiligen und  die entsprechenden CSR-Maßnahmen nur halbherzig umsetzen. Deswegen sei es notwendig, dass die Maßnahmen von unabhängigen Stellen geprüft werden, und nicht von firmeneigenen oder dem Unternehmen nahe stehenden Organisationen.

 

FAIRTRADE ist im Unterschied dazu ein international anerkanntes, unabhängiges Produktsiegel mit sehr hohen Sozial- und Umweltstandards und unabhängigen Kontrollen. Zertifiziert werden nur einzelne Produkte, nicht das Verhalten gesamter Unternehmen.

 

Klaus Werner-Lobo unterstreicht: "Fairtrade ist der Beweis, dass globaler Handel auch ohne Ausbeutung und Shareholder-Value möglich ist. Doch der faire Handel darf kein Nischenprodukt für privilegierte Menschen bleiben, die mit reinem Gewissen konsumieren wollen: Er muss als Wirtschaftsmodell den unfairen und ausbeuterischen Welthandel der Multis zur Gänze ersetzen".

 

Den Boykott bestimmter Marken sehen Südwind und Klaus Werner- Lobo nur im Extremfall als Lösungsweg. ArbeiterInnen in Entwicklungsländern hängen von ihren Jobs ab, egal wie schlecht die Arbeitsbedingungen sind. Deswegen sei es umso wichtiger, dass KonsumentInnen branchenweit aktiv ihrem Wunsch nach fairen Arbeitsbedingungen Ausdruck verleihen. Klaus Werner-Lobo, Südwind und Fairtrade sind sich einig: "Nichts tun wird die Welt nicht verbessern. Wir alle können aktiv dazu beitragen, dass fairer Handel und eine faire Gesellschaft möglich werden."

 

Mehr zum Thema:

  • Fairer Kaffee wird immer beliebter (30. Sept. 2008)

 

Quelle: Südwind

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