Nicht der Preis, sondern mangelndes Angebot hält Autofahrer vom Umstieg auf Öffentliche Verkehrsmittel ab. Der VCÖ weist darauf hin, dass vor allem in den Ballungszentren mehr Verbindungen und ein Ausbau der Bahn nötig sind. Zudem ist in ländlichen Regionen eine bessere Grundversorgung mit Öffentlichen Verkehrsmitteln nötig. Der VCÖ fordert daher nach Schweizer Vorbild ein Gesamtkonzept zur Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs.
"Der Öffentliche Verkehr ist in Zeiten hoher Energiepreise ein immer wichtiger werdendes Verkehrsmittel, wie die E-Control festgestellt hat. Jedoch hat der Öffentliche Verkehr kein Preisproblem, sondern ein Angebotsproblem. Vor allem in den Ballungsräumen wird das bestehende Angebot in ein paar Jahren nicht reichen, um die steigende Nachfrage bewältigen zu können. Deshalb ist es allerhöchste Zeit, dass bestehende Engpässe und zukünftige Flaschenhälse rasch beseitigt werden", fordert VCÖ-Experte DI Martin Blum mehr Investitionen in den Nahverkehr.
Der VCÖ weist darauf hin, dass aufgrund der steigenden Ölpreise die Nachfrage nach Öffentlichen Verkehrsmitteln in Zukunft weiter steigen wird. "Schon heute sind rund 2,6 Millionen Menschen pro Tag mit Öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Bis zum Jahr 2010 ist damit zu rechnen, dass mehr als drei Millionen Menschen pro Tag mit Bus und Bahn unterwegs sind. Die steigende Nachfrage braucht dringend mehr Angebot", betont VCÖ-Experte Blum.
Eine VCÖ-Studie zeigt, dass es in Österreichs Bundesländer große Unterschiede bei der Benützung des Öffentlichen Verkehrs gibt. In Wien werden 35 Prozent der Alltagswege mit den Öffis zurückgelegt, im Bundesland Salzburg 17 Prozent. In Kärnten dagegen sind es nur elf Prozent. "Das Ziel sollte sein, dass alle Bundesländer im Jahr 2020 einen Anteil von mehr als 20 Prozent haben. Das ist nur erreichbar, wenn mehr Verbindungen angeboten werden", so VCÖ-Experte Blum.
Oberste Priorität hat die Beseitigung der Langsamfahrstellen und Engpässe am bestehenden Schienennetz. Ein Teil von Verspätungen ist auf "Staus" am Schienennetz zurückzuführen. "Eine Lösung sind zusätzliche Gleise beziehungsweise Ausweichen. Das kostet im Verhältnis zu Großprojekten sehr wenig, bringt aber einen sehr großen Nutzen sowohl für die Fahrgäste als auch für die Kunden des Güterverkehrs", so VCÖ-Experte Blum.
Der VCÖ fordert eine Bahnoffensive nach Schweizer Vorbild. "Den Nahverkehr massiv ausbauen, Regionalbahnen modernisieren und die Frequenzen erhöhen, das Wagenmaterial modernisieren und die Schieneninfrastruktur dort rasch erweitern, wo bereits in nächster Zeit weitere Zuwächse zu erwarten sind. Und für diese dringend nötigen Investitionen sind auch die Einnahmen aus Fahrkarten nötig", betont VCÖ-Experte Blum.
Anteil der Alltagswege, die mit Öffentlichen Verkehrsmittel zurückgelegt werden:
- Wien: 35 Prozent
- Salzburg: 17 Prozent
- Niederösterreich: 14 Prozent
- Steiermark: 14 Prozent
- Tirol: 14 Prozent
- Vorarlberg: 13 Prozent
- Burgenland: 12 Prozent
- Oberösterreich: 11 Prozent
- Kärnten: 11 Prozent
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Quelle: VCÖ |